Präsentation Force India VJM04

Formel 1 2011 - Verpatzte Generalprobe, gelungene Premiere? Force India VJM04

Die Internet-Präsentation seines neuen Formel 1-Autos hat Force India versaut, aber auf der Strecke wollen die Mannen um Vijay Mallya den Anschluss an die Spitze schaffen. Dafür soll ein Neuzugang sorgen, der aber ein wahrer Formel 1-Veteran ist. ( , 08.02.2011)

Fehlermeldung statt Präsentation

Beim Theater oder in der Oper gilt: Misslingt die Generalprobe, läuft die Premiere umso besser. Sollte dieser Grundsatz auch in der Formel 1 anwendbar sein, ist vom Force India-Team in dieser Saison Großes zu erwarten. Denn die Internet-Präsentation des neuen Renners ging gründlich schief. Als eigentlich die Enthüllung des VJM04 auf der Force India-Website übertragen werden sollte, war dort nur eine Fehlermeldung zu finden. „Wir haben technische Probleme“, musste der Rennstall dann via Facebook zugeben. Damit der neue Formel 1-Renner des indisch-britischen Teams von solchen Pannen verschont bleibt, hat sich Force India einen neuen Technikchef ins Boot geholt – Andrew Green.

Force India-Mercedes VJM04
Viel verspricht sich das Team vor allem vom KERS-System des Motorenlieferanten Mercedes, das auch Force India 2011 nutzen wird.

Viele unsichtbare Änderungen

Green ist ein wahrer Formel 1-Veteran. Vor exakt 20 Jahren hat er bereits das 1991er Modell des Jordan-Teams, einer der zahlreichen Force India-Vorgängermannschaften, konstruiert. Obwohl der VJM04 recht konservativ designt ist, soll er nichts mehr mit seinem Vorgänger gemeinsam haben. „Alles ist anders, aber die optischen Unterschiede sind sehr subtil“, sagt Green. „Der offensichtlichste optische Unterscheid ist die Abkehr von einem konventionellen Überrollbügel hin zu einer Art Flügel.“ Das soll etwas von dem verlorenen Abtrieb zurückbringen, der durch das Verbot des Doppel-Diffusors hervorgerufen wird.

Force India-Mercedes VJM04
Obwohl der VJM04 recht konservativ designt ist, soll er nichts mehr mit seinem Vorgänger gemeinsam haben. „Alles ist anders, aber die optischen Unterschiede sind sehr subtil“, sagt Technik-Direktor Andrew Green.

Große Änderungen geplant

Um möglichst alles aus den neuen Pirelli-Reifen herauszuholen, war Force India in der vergangenen Woche bereits in Valencia testen – mit dem alten Auto. Mit Jun Matsusaki hat die Truppe sogar extra einen Reifenexperten eingestellt. Zu den ersten Testfahrten mit dem neuen Boliden tritt das Team mit einem Übergangsauto an: „Es wird ein Auspuff-Upgrade für den Bahrain-Test geben“, kündigt Andrew Green schon jetzt an. „Darüber hinaus planen wir große Veränderungen an der Front, die ab dem ersten Europa-Rennen zum Einsatz kommen.“

Force India - Fahrer
Beim Fahrerkader hat Force India kräftig durchrotiert: Adrian Sutil (M.) bleibt die Nummer 1, Paul di Resta (l.) steigt vom Ersatz- zum Stammpiloten auf. Nico Hülkenberg übernimmt di Restas letztjährigen Posten.

KERS von Motorenpartner Mercedes

Auf aerodynamischer Seite will die Techniker-Truppe um Andrew Green vor allem die Probleme des Autos auf Strecken, die einen hohen mechanischen Abtrieb erfordern, beseitigen. Aber auch das soll erst im Laufe der Saison vollständig passiert sein. Hier sollen vor allem die Freitags-Tests an den Grand Prix-Wochenenden helfen. Viel verspricht sich das Team vor allem vom KERS-System des Motorenlieferanten Mercedes, das auch Force India 2011 nutzen wird.

Konkrete Saisonziele formuliert kein Teamverantwortlicher, auch nicht Besitzer Vijay Mallya. Allerdings lassen sie keinen Zweifel daran, dass man beim persönlichen Saisonhighlight glänzen will – dem Grand Prix in Indien, der am 30. Oktober stattfinden wird. Bleibt zu hoffen, dass die Truppe die Technik dann besser im Griff hat als bei der missglückten Präsentation.

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UMFRAGE

Force India - gelingen 2011 die angestrebten Podiumsplätze?

  • Vielleicht mit etwas Glück. Bei einem Chaosrennen könnte Sutil auf sich aufmerksam machen.
    43%
  • Auf jeden Fall. Die scheinen ein stimmiges Paket konstruiert zu haben.
    29 %
  • Kann ich mir nicht vorstellen. Force India ist Mittelmaß, daran wird sich nichts ändern.
    21 %
  • Keine Chance. Teams wie Sauber, Toro Rosso oder Team Lotus werden vorbeiziehen.
    7 %
KOMMENTARE
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