Zusammenbau statt Enthüllung
Das McLaren-Team scheint die Formel 1-Welt in dieser Saison von Beginn an überraschen zu wollen. An den ersten Testfahrten nehmen die Briten zwar teil, allerdings „nur“ mit dem MP4-25 aus der Saison 2010 und „nur“, um die neuen Pirelli-Reifen zu testen. Und dann stellt die britische Nationalmannschaft ihr neues Auto ausgerechnet im Land des – in sportlicher Hinsicht auf so vielen Ebenen – Erzrivalen Deutschland vor. Mit einer kreativen Zeremonie hat McLaren-Mercedes den neuen MP4-26 auf dem Potsdamer Platz enthüllt. Der neue Bolide ist nicht etwa einfach nur enthüllt worden – er wurde vor Ort von einigen Mechanikern zusammengebaut.
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- McLaren verspricht sich viel von der Wiedereinführung des KERS-Systems. Die Komponenten des Energie-Rückgewinnungssystems sind im Vergleich zu 2009 aus den Seitenkästen in den Bereich der Lufthutze und des Tanks gewandert.
Interessante Design-Details
Die Piloten Lewis Hamilton und Jenson Button haben das Kunstwerk vollendet, indem sie Nackenschutz und Lenkrad aufgesteckt haben. Als der Renner fertig war, fallen besonders der im Vergleich zum Vorgänger verlängerte Radstand, die ungewöhnlich geformte Lufthutze und die U-förmigen Eingänge der Seitenkästen auf. Und natürlich der fehlende Lufteinlass für das F-Schacht-System, das McLaren zu Beginn der vergangenen Saison einen technischen Vorsprung vor den anderen Teams verschafft hat, nun aber verboten ist. Wie bei den meisten anderen Autos ist die Nase weit nach oben gezogen, was beim Vorgängermodell MP4-25 allerdings auch schon der Fall war.
KERS wandert ein Stockwerk nach oben
Auch McLaren verspricht sich viel von der Wiedereinführung des KERS-Systems. Die Komponenten des Energie-Rückgewinnungssystems sind im Vergleich zu 2009 aus den Seitenkästen in den Bereich der Lufthutze und des Tanks gewandert. Laut Tim Goss gibt es noch zwei weitere große Herausforderungen: „Wir müssen uns jenen Abtrieb, den wir durch den Verbot des Doppeldiffusors auf der Hinterachse verloren haben, wieder zurückholen“, sagt der Chefingenieur. „Und wir müssen die neuen Pirelli-Reifen vollständig zu nutzen wissen.“ Deshalb sei man zum ersten Test mit dem alten Auto angetreten.
Red Bull als Vorbild?
Bei der zweiten Runde der offiziellen Testfahrten, die in der kommenden Woche in Jerez de la Frontera stattfinden, steigt McLaren-Mercedes dann mit dem aktuellen Auto ein. Die jüngere Vergangenheit hat übrigens gezeigt, dass ein später Testbeginn nicht unbedingt ein Nachteil sein muss: Red Bull hat 2009 und 2010 ebenfalls die ersten Testfahrten geschwänzt, aber jeweils ein WM-taugliches Auto gebaut. Vielleicht war statt des Überraschungseffekts eher der Aberglaube der Hauptgrund für den ungewöhnlichen Präsentationstermin.

