Rennen der Gegensätze
Obwohl der Türkei-GP als Europa-Premiere verkauft wird, findet er tatsächlich im asiatischen Teil der 13 Millionen-Metropole statt. Die 5,3 Kilometer lange Strecke hat starke Höhenunterschiede und wird gegen den Uhrzeigersinn gefahren. Ein besonderes Highlight für viele Fahrer ist die Kurve acht – eine 640 Meter lange Vollgas-Kurve. Die Piloten durchfahren sie mit 270 km/h. Dabei wirken Kräfte bis zu 5G auf die Fahrer ein. Doch nach dem siebten Rennjahr könnte die Zeit des anspruchsvollen Kurses bereits abgelaufen sein. Die türkische Regierung zeigte sich bisher nicht bereit, das von Bernie Ecclestone auf 26 Millionen Euro verdoppelte Antrittsgeld für 2012 zu zahlen. Immerhin hat sich die Türkei bisher auch nicht als Magnet für Formel 1-Fans erwiesen. Mit 28.000 Zuschauern an der Strecke war der Türkei-GP das besucherschwächste Rennen 2010.
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- Die 5,3 Kilometer lange Strecke hat starke Höhenunterschiede und wird gegen den Uhrzeigersinn gefahren. Ein besonderes Highlight für viele Fahrer ist die Kurve acht – eine 640 Meter lange Vollgas-Kurve.
Strecken-Vor- und Nachteile
Auf den Pirelli-Reifen liegt am kommenden Wochenende ein besonderes Augenmerk. Beim Otodrom mit 65 Prozent Vollgasanteil werden diese besonders stark beansprucht. Vor allem Kurve acht ist für die Reifen eine der härtesten Abschnitte des gesamten Saisonkalenders. Die zwei verwendeten Reifenmischungen werden soft und hart sein. Da das Rennen drei Wochen früher als 2010 stattfindet, ist anzunehmen, dass es etwas kühler als im Vorjahr sein wird. Die Temperaturen können einen entscheidenden Einfluss auf die Reifen und so auch auf die Strategie der Teams haben. Wer KERS hat, ist gerade in Istanbul deutlich bevorteilt. Es gibt viele Streckenbereiche, in denen das Hybridsystem angewendet werden kann, wie zum Beispiel ausgangs Kurve zehn und aus der letzten Kurve heraus. Die besten Überholmöglichkeiten bieten sich ebenfalls in Kurve zehn und eingangs der zwölften Kurve.
Red Bull in der Favoritenrolle – wiedermal
Für Red Bull lautet das oberste Gebot: den Faux Pas des vergangenen Jahres nicht zu wiederholen. 2010 lagen Vettel und Webber beim Türkei-GP mit 78 Punkten gleichauf an der Spitze. Entsprechend groß war der Konkurrenzdruck. Bei einem riskanten Überholmanöver Vettels kollidierten beide Red Bull-Piloten. Vettel schied aus, Webber konnte sich nach einem zusätzlichen Boxenstopp noch auf Rang drei retten. In diesem Jahr sieht es etwas anders aus. Sebastian Vettel liegt nach drei Rennen mit 68 Punkten in Führung. Sein Teamkollege ist mit 37 Zählern auf Platz vier abgeschlagen. In der jungen Saison ist noch alles drin, doch der Weltmeister hat die Favoritenrolle inne.Das Augenmerk für Red Bull liegt in technischer Hinsicht auf der Verbesserung und Weiterentwicklung des KERS-Systems. Bis dato konnten es beide Fahrer noch nie über eine komplette Renndistanz nutzen. Das Energie-Rückgewinnungs-System ist für Red Bull im Gegensatz zu anderen Teams wie McLaren und Ferrari, die bereits seit 2009 mit dieser Technologie ihre Erfahrungen sammelten, verhältnismäßig neu. In den vergangenen Wochen setzte das Red Bull-Team alles daran, seine Probleme mit KERS in den Griff zu kriegen. Nach seinem Debüt in Sepang hofft das Team nun auf das erste sorgenfreie KERS-Wochenende und damit auf um drei bis fünf Zehntelsekunden verkürzte Rundenzeiten.
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- Felipe Massa ist der Rekordsieger beim seit 2005 ausgetragenem GP. Drei Pole Positions und drei Siege konnte er bisher einfahren.
Massa als potentieller Überraschungssieger
Fernando Alonso kann nach drei Rennen an seine 2010er Präsenz, die fast zum Weltmeistertitel geführt hat, nicht anknüpfen. Mit seinen 26 Zählern liegt er im Moment auf Rang fünf der WM-Wertung. Den Grand Prix von Istanbul konnte er noch nie für sich entscheiden. Laut Alonso liegt seine bisher ernüchternde Performance an falschen Windkanaldaten. Diese Fehler sollen nun aber behoben sein.Dazu kommt, dass der italienische Traditionsrennstall massive Probleme mit den Pirelli-Pneus hat. Bei Tests zeigte sich, dass die weiche und harte Reifenmischung gleich schnell ist, was die Bestimmung der Strategie erheblich erschwert. Besser steht´s für Felipe Massa- er ist der Rekordsieger beim seit 2005 ausgetragenem GP. Drei Pole Positions und drei Siege konnte er bisher einfahren. Auch wenn Massa mit 24 WM-Zählern noch hinter Alonso auf Rang sechs liegt, dürfte der kleine Brasilianer auch 2011 für eine Überraschung gut sein.
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- So wie Red Bull eine Wiederholung der Vorjahresereignisse um jeden Preis verhindern möchte, so sehr würden sich die beiden McLaren-Piloten darüber freuen. Mit einem Doppelsieg konnten sie ihr bestes Ergebnis 2010 einfahren.
Upgrades bei McLaren Mercedes
So wie Red Bull eine Wiederholung der Vorjahresereignisse um jeden Preis verhindern möchte, so sehr würden sich die beiden McLaren-Piloten darüber freuen. Mit einem Doppelsieg konnten sie ihr bestes Ergebnis 2010 einfahren. Von der Erinnerung an die gebrochene Vettelsche Siegesserie in China beflügelt, setzen die Silbernen große Hoffnung in den Türkei-GP. Die Truppe aus Woking leistet konstante Entwicklungsarbeit und kommt mit einem generalüberholten MP4-26 an den Bosporus. Für einen erneuten Treppchenplatz bringt McLaren einige Updates mit. Besonders an der Aerodynamik haben die Briten gefeilt, um mehr Abtrieb zu generieren.Für Barcelona, den eigentlichen Europa-Saisonauftakt, sind noch weiterführende Upgrades geplant.
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- Niki Lauda lobt das Potential von Michael Schumacher. Der siebenfache Weltmeister sei durchaus in der Lage, Grand Prix zu gewinnen. Für Schumacher gilt es jedoch zu allererst, seinen Teamkollegen Nico Rosberg zu schlagen.
Große Ambitionen
Die anderen Rennställe gehören nicht zu den Sieganwärtern beim Istanbul-GP. Die Ambitionen sind dennoch groß. Der Kubica-Ersatzmann Nick Heidfeld beispielsweise sieht sein Renault-Team bereits auf Augenhöhe mit Ferrari. Niki Lauda lobt das Potential von Michael Schumacher. Der siebenfache Weltmeister sei durchaus in der Lage, Grand Prix zu gewinnen. Für Schumacher gilt es jedoch zu allererst, seinen Teamkollegen Nico Rosberg zu schlagen. Mark Webber war im Vorjahr der einzige Fahrer, der in der noch jungen Geschichte des Türkei-GPs eine Pole nicht in einen Sieg am darauffolgenden Sonntag umwandeln konnte. Daher schauen wir verstärkt aufs Qualifying und räumen dem Polesitter große Siegchancen ein. Am Sonntag einzuschalten lohnt sich – beim vielleicht letzten Rennen im Otodrom. Und natürlich seid Ihr bei www.motorvision.de vom 1. Freien Training bis zur Rennanalyse hautnah dabei.

