Der Auftrag: Den Trend umkehren
Kaum eine Mannschaft hat in den vergangenen Jahren einen so heftigen Absturz erlebt wie die Scuderia Toro Rosso. War die kleine Schwester des Red Bull-Teams 2008 noch Grand Prix-Sieger mit Sebastian Vettel und Sechster der Gesamtwertung, hat es 2010 nur noch für den neunten Platz gereicht. Das Beunruhigende daran: Toro Rosso war näher an den dahinter rangierenden neuen Teams dran als an der achtplatzierten Sauber-Truppe. Doch im Windschatten des Weltmeister-Teams will die italienische Dependance nun nach vorne durchstarten. Dabei sollen ein radikaleres Konzept und Motorenlieferant Ferrari helfen.
-
- Im Gegensatz zu allen anderen bisher gezeigten 2011er Boliden trägt der neue Toro Rosso-Ferrari STR6 die Nase relativ weit unten.
Nasen-technisch gegen den Trend
2010 war das erste volle Jahr, in dem Toro Rosso keine Kopie des Red Bull-Boliden an den Start bringen durfte. Die Zeit sollte nun gereicht haben, um sich von der großen Schwester weitgehend abzunabeln, auch wenn die Nachwehen immer noch spürbar sind. Doch die Italiener haben erkannt, dass der letztjährige Renner zu konservativ konstruiert war. Der STR6 soll deshalb deutlich radikaler konzipiert sein als das Vorgängermodell, auch wenn die optischen Unterschiede recht gering ausfallen. Auffällig: Im Gegensatz zu allen anderen bisher gezeigten 2011er Boliden trägt der neue Toro Rosso die Nase relativ weit unten.
-
- Als Motorenlieferant ist weiterhin Ferrari an Bord. Das könnte sich als großer Vorteil für Toro Rosso erweisen. Das liegt weniger am Motor selbst als an Ferraris Kompetenz in Sachen KERS.
Neue Regeln – ein Vorteil für die Konkurrenz?
Als Motorenlieferant ist weiterhin Ferrari an Bord. Das könnte sich als großer Vorteil für Toro Rosso erweisen. Das liegt weniger am Motor selbst als an Ferraris Kompetenz in Sachen KERS. Das Energie-Rückgewinnungssystem kehrt 2011 in die Formel 1 zurück. Die Roten haben 2009 schon gute Erfahrungen mit KERS gemacht und setzen für die kommende Saison große Hoffnungen in die Hybridtechnik. Gut möglich also, dass die eine Scuderia für den überraschenden Erfolg der anderen hauptverantwortlich ist.

