Formel 1-Reifentests von Pirelli

Formel 1 2011: Für Pirelli wird es ernst

Pirelli hat sein Testprogramm vor dem Formel 1-Einstieg beendet. Testpilot Pedro de la Rosa spult dabei ein wahres Marathon-Programm ab. Und der Reifenhersteller sorgt für Dauerregen mitten in der Wüste. ( , 20.01.2011)

Über 2.000 Kilometer in vier Tagen

Wenn am 1. Februar die ersten offiziellen Testfahrten der laufenden Saison auf dem Programm stehen, will Pirelli offenbar perfekt gerüstet sein. Deshalb überlässt der italienische Reifenhersteller nichts dem Zufall und absolviert bei seinem letzten internen Test einen wahren Marathon. Insgesamt vier Tage dreht Testpilot Pedro de la Rosa seine Runden auf dem Yas Marina Circuit in Abu Dhabi und legt dabei mehr als 2.000 Kilometer zurück. Als Arbeitsgerät dient dabei wieder der Toyota TF 109, der japanische Renner aus der Formel 1-Saison 2009.

Pirelli Formel 1-Reifentest
Pirelli überlässt nichts dem Zufall und absolviert bei seinem letzten internen Test einen wahren Marathon. Ständige Checks der Streckentemperatur gehören dabei zum Standardprogramm.

Hartes Programm in Bahrain und Abu Dhabi

An den beiden ersten Tagen nimmt der spanische Routinier die Trockenreifen unter die Lupe. Dabei testet er alle vier Mischungen von supersoft bis hart durch, die auch während der Saison 2011 zum Einsatz kommen sollen. De la Rosa ist zufrieden mit dem Test: „Meiner Meinung nach ist Pirelli jetzt bereit für die Formel 1“, sagt der letztjährige Sauber-Pilot. „Die Trockentests verliefen sehr gut und bestätigten sämtliche Erfahrungen, die wir eine Woche zuvor in Bahrain gemacht haben.“ Schon in Manama, wo am 13. März der Saisonauftakt stattfinden wird, hat de la Rosa rund 1.100 Kilometer auf den Slick-Reifen abgespult.

Pirelli Formel 1-Reifentest
Um mitten in der Wüste seine Regenreifen zu testen, bewässerten Tanker die 3,1 Kilometer lange Nordschleife des Yas Marina Circuits mit etwa 140.000 Litern Wasser.

Wasserspiele in der Wüste

An den beiden letzten Testtagen in Abu Dhabi hat Pirelli ordentlich Aufwand betrieben. Um mitten in der Wüste seine Regenreifen zu testen, bewässerten Tanker die 3,1 Kilometer lange Nordschleife des Yas Marina Circuits mit etwa 140.000 Litern Wasser. Die Besonderheit dabei: Pirelli führt die Testfahrten bei Dunkelheit durch, weshalb erstmals in der Formel 1-Geschichte ein Bolide der Motorsport-Königsklasse im Dunkeln auf nasser Fahrbahn seine Runden dreht. De la Rosa ist an beiden Tagen von 18 Uhr bis Mitternacht unterwegs und legt jeweils etwa 400 Kilometer zurück. Am ersten Tag stehen besonders die Regenreifen auf dem Prüfstand, am zweiten Tag nimmt der Spanier vor allem die Intermediate-Pneus für Mischbedingungen unter die Lupe.

Bevor es am 1. Februar ernst wird, hat der neue Reifenausrüster der Formel 1 intern bereits mehr als 20.000 Testkilometer hinter sich. Ein Aufwand, der sich laut Pirelli gelohnt hat. „Ich bin zuversichtlich, dass wir mit einem starken Paket zum Start der diesjährigen offiziellen Formel 1-Tests fahren“, sagt Paul Hembery, Motorsport-Direktor bei Pirelli. Man darf gespannt sein, ob die F1-Piloten das genauso sehen. In zwölf Tagen sind wir schlauer.

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