Vettel verliert den Start, wieder
Der Regentanz zu dem Michael Schumacher noch nach dem Qualifying seine Fans aufgefordert hat, scheint nicht gewirkt zu haben. Das erste Mal seit Donnerstag ist es im Hardtwald völlig trocken. Die Temperatur beträgt optimale 21° Celsius, auf der Strecke herrschen 33°C. Die meisten Teams haben bereits eine weichere Reifenmischung aufgezogen. Wie in Silverstone startet Vettel schlecht als die roten Ampeln ausgehen. Er achtet nur auf Alonso und so zieht Massa auf der anderen Seite an ihm vorbei. In der ersten Kurve muss er dann auch Alonso vorbei lassen. Hinter Vettel folgen Webber, Hamilton und Button. Michael Schumacher spielt beim Start seine Erfahrung aus. Er macht drei Plätze gut und geht nun auf Platz acht in die erste Runde.
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- Fernando Alonso beschwert sich über Funk bei seinem Team und verlangt, dass sein Teamkollege Massa ihn vorbei läßt
Ferrari-Duo in Führung
Massa führt vor Alonso. Der Spanier fährt die schnellsten Rundenzeiten. Der Drittplatzierte Vettel kannzunächst mit den Rundenzeiten der beiden Ferrari-Piloten mithalten. Taktisch klug kommt Vettel in der 13. Runde an die Box. Das Red Bull-Team zieht ihm die harte Reifenmischung auf. In Runde 15 fährt der Führende Massa an die Box, gefolgt von Hamilton. Vettel macht unterdessen Druck und fährt eine neue Bestzeit. Neuer Führender ist der smarte Brite Jenson Button, der offensichtlich eine andere Strategie als sein Teamkollege Hamilton verfolgt. Dieser fährt vor dem Boxenstopp dieselben Rundenzeiten wie alle anderen der Top Five, die schon gewechselt haben.
Duell der Roten
In Runde 21 liefern sich die beiden Ferrari-Piloten ein spannendes Duell. Alonso beschwert sich über Massa per Funk „This is rediculous!“ und erwartet, dass Massa ihm als ehemaligem Weltmeister Platz macht. Dieser denkt aber gar nicht daran. Vom Team darf keine Stallorder kommen. Im Gegenteil! Das Team motiviert ihn sich zu konzentrieren und weiterhin alles zu geben. Seit diesem Rennen läuft der komplette Funkverkehr zwischen Team und Fahrer bei Renndirektor und Regisseur auf. Bis zum Hockenheim GP war die Auswahl des auszustrahlenden Funkverkehrs stark limitiert. Jetzt darf prinzipiell alles ausgestrahlt werden.
In Runde 23 kommt der Boxenstopp von Jenson Button. Er kommt vor Mark Webber wieder auf die Strecke und macht mit der Strategie,erst später zu wechseln,eine Position gut. Die Rangliste heißt in Runde 26: Massa vor Alonso, Vettel ist dritter, gefolgt von den McLaren-Piloten Hamilton und Button. Der Australier Webber ist sechster. Er holt gut auf Button auf, aber auf den Geraden zieht der McLaren immer wieder davon. Alonso verliert auf den langen Geraden in Sektor zwei pro Runde jeweils eine halbe Sekunde.In Runde 31 zeichnet sich ab, dass Sebastian Vettel kontinuierlich Zeit auf die beiden Ferrari-Piloten verliert. Nach Halbzeit fehlen ihm 4,9 Sekunden auf den Zweiten Alonso. Massa und Alonso fahren währenddessen abwechselnd die schnellsten Rundenzeiten.
Teamorder bei Ferrari
In Runde 49 gibt das Ferrari-Team sehr plump an Massa per Funk durch „Fernando is faster than you. Can you confirm that message?“ Diese Ansage erinnert an kodierte Geheimdienst-Nachrichten. Allerdings verfährt Ferrari so offensichtlich, dass selbst Rennsportunkundige hier die Teamorder erkennen. Kurz darauf lässt Massa Alonso auf der Geraden vorbei. Spätestens mit Auslesen der Black Box, die ein von der FIA eingesetztes Gerät ist, kann festgestellt werden, dass Massa Alonso absichtlich vorbei ließ. In Artikel 39.1 der sportlichen FIA-Regularien ist festgeschrieben, dass Teamorder, die das Ergebnis eines Rennens beeinflusst, verboten ist.
Skandalöser Sieg
Die Roten melden sich in Hockenheim eindrucksvoll zurück. Fernando Alonso holt sich seinen zweiten Saisonsieg. Felipe Massa – eigentlicher Gewinner des Rennens – legt kurz vor Schluss noch die schnellste Rennrunde hin. Das kann durchaus als Statement gewertet werden. Das Rennen wird quasi beim Start entschieden. Ferrari-Chef Domenicali bestreitet trotz Aufforderung und darauf folgenden Entschuldigungen an Massa den Vorwurf der Teamorder.In der nachfolgenden Pressekonferenz gibt sich Alonso selbst der Lächerlichkeit preis, indem er trotz seiner vorherigen Forderungan das Team nichts von Stallorder wissen will. Sein Gönner Massa spricht nur von seiner Leistung fürs Team.
Kein Vettelheim
Sebastian Vettel fährt sich mit einemAbstand von weniger als einer Sekunde auf Massa auf den dritten Platz.Beim Heim-Grand Prix bleibt ein deutscher Sieg verwehrt. Aus Hockenheim ist an diesem Wochenende kein Vettelheim geworden. Die McLaren Piloten Hamilton und Button werden vierter und fünfter. Der Australier Mark Webber kommt als sechster ans Ziel, gefolgt von Robert Kubica und Nico Rosberg. Nach gutem Start kommt Schumachers Boxenstopp entgegen Teamabsprache sehr früh und verhindert eine bessere Platzierung als Platz neun. Schumacher ist kurz nach dem Rennen der Einzige, der für sein ehemaliges Team spricht und verteidigt die Stallorder bei Ferrari. In der Vergangenheit durfte er selbst von Teamorder profitieren.Formel 1-Legende Niki Lauda sieht derartige Stallorder eher als Betrug am Zuschauer und irreparablen Schaden am Image der Formel 1. Eine entsprechende Strafe der FIA gegen die Ferrari-Teamorder könnte sich allerdings im Nachhinein noch positiv für Vettel auswirken. Die Hockenheim-Ergebnisse ändern nichts an der WM-Wertung. Hamilton führt vor Button. Sebastian Vettel liegt mit 136 Punkten auf Platz vier.
| Pos. | Nr. | Fahrer | Team | Rnd. | Abstand | auf V. | Geschw. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 8 | F. Alonso | Ferrari | 67 | 1:27:38.864 | - | 209.78800000000001 |
| 2 | 7 | F. Massa | Ferrari | 67 | +0:04.196 | +0:04.196 | 209.62100000000001 |
| 3 | 5 | S. Vettel | Red Bull | 67 | +0:05.121 | +0:00.925 | 209.584 |
| 4 | 2 | L. Hamilton | McLaren | 67 | +0:26.896 | +0:21.775 | 208.721 |
| 5 | 1 | J. Button | McLaren | 67 | +0:29.482 | +0:02.586 | 208.619 |
| 6 | 6 | M. Webber | Red Bull | 67 | +0:43.606 | +0:14.124 | 208.06299999999999 |
| 7 | 11 | R. Kubica | Renault | 66 | +1 Rnd. | +1 Rnd. | 206,577 |
| 8 | 4 | N. Rosberg | Mercedes | 66 | +1 Rnd. | +0:06.642 | 206.31700000000001 |
| 9 | 3 | M. Schumacher | Mercedes | 66 | +1 Rnd. | +0:03.197 | 206.19200000000001 |
| 10 | 12 | V. Petrov | Renault | 66 | +1 Rnd. | +0:04.376 | 206.02099999999999 |
| 11 | 23 | K. Kobayashi | Sauber | 66 | +1 Rnd. | +0:01.259 | 205.971 |
| 12 | 9 | R. Barrichello | Williams | 66 | +1 Rnd. | +0:01.654 | 205.90700000000001 |
| 13 | 10 | N. Hülkenberg | Williams | 66 | +1 Rnd. | +0:00.649 | 205.88200000000001 |
| 14 | 22 | P. de la Rosa | Sauber | 66 | +1 Rnd. | +0:24.309 | 204.93799999999999 |
| 15 | 17 | J. Alguersuari | Toro Rosso | 66 | +1 Rnd. | +0:17.472 | 204.26499999999999 |
| 16 | 15 | V. Liuzzi | Force India | 65 | +2 Rnd. | +1 Rnd. | 203,018 |
| 17 | 14 | A. Sutil | Force India | 65 | +2 Rnd. | +0:10.297 | 202.62200000000001 |
| 18 | 24 | T. Glock | Virgin | 64 | +3 Rnd. | +1 Rnd. | 198,732 |
| 19 | 21 | B. Senna | HRT | 63 | +4 Rnd. | +1 Rnd. | 196,075 |

