Eine gewisse Beliebigkeit
Die dritte Generation Ford Focus, die Anfang 2011 zu den Händlern rollt, steht auf der neuen global genutzten C-Plattform. Auf mehr als 120 Märkten weltweit soll sie verkauft werden und muss daher auch rund um den Erdball gefallen. Ein Negativ-Trend, der in letzter Zeit nicht nur den neuen Focus erfasstund zur Folge hat, dass weltweite Gefälligkeit schnell in totale Design-Beliebigkeit umschlägt. Anschaulicher ausgedrückt: Nimm dem neuen Focus vorne und hinten die Pflaume weg und sag mir welcher Hersteller dahinter steckt: Kia? Hyundai? Renault? Wer weiß das schon noch! Auch Sportversionen wie der ST sind davor nicht gefeit, zumindest teilweise.
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- Im Innenraum dominiert eine sehr üppige Mittelkonsole, die Zusatzinstrumente darüber sind kaum zu sehen. Auch der neue ST erhält das my Ford-Bedienkonzept mit vielen Individualisierungsoptionen.
An der Optik vorbei
Denn was Ford mit dem erst ab 2012 erhältlichen Focus ST aufs Pariser Parkett „zaubert“, ist zumindest unserer Meinung nach der reinste Zeichenbrett-SuperGAU. Die jegliche Eigenständigkeit vermissen lassende Heckpartie ist noch das geringste Übel. Aber was man sich bei diesem, nennen wir es Kühlerschlund, gedacht hat bleibt ein Rätsel. Die fehlende Sportlichkeit der etwas schwülstigen, im auffälligen „Tangerine Scream“ lackierten Karosserie kann die ausschweifende Verwendung von schwarzem Lochblech nämlich leider auch nicht kaschieren. Dass die Frontstoßstange auch noch sichtbar oberhalb der Seitenschweller endet, was das Auto optisch ungünstig in die Höhe hievt, ist dabei ja fast schon nebensächlich. Leider wird es auch im Interieur nicht viel besser. Die arg üppig geratene Mittelkonsole sieht aus als würde sie einen am liebsten auffressen und die Zusatzinstrumente wird in dieser Position selbst ein Sitzriese nicht ablesen können. Zum Glück bleiben aber bis zum Marktstart ja noch gut eineinhalb Jahre. Genug Zeit um das ein oder andere Detail zu überdenken?
Der Fünfzylinder hat fertig
Überdacht wird, zumindest was den Antrieb des Focus ST betrifft, rein gar nichts mehr. Und hiermit kommt gleich die nächste Hiobsbotschaft. Denn der 2,5-Liter-Fünfzylinder aus dem Vorgänger wird aus Verbrauchs- und Emissionsgründen auf nimmer Wiedersehen entsorgt, und damit auch eine der letzten Bastionen für wohligen Gänsehaut-Sound in der Kompaktklasse. Ersetzt wird er, wie könnte es anders sein, von einem turbogeladenen 2-Liter-Vierzylinder. Immerhin schickt das neue EcoBoost-Aggregat nun 250 PS an, wie könnte es anders sein, die Vorderräder. Kompaktsportler-Einheitsbrei könnte man das jetzt nennen, aber wir vertrauen einfach darauf, dass Ford mal wieder das beste Fahrwerk der Klasse raushaut und hoffen insgeheim auf einen Nachfolger für den Focus RS. Dann aber bitte mit Allrad.

