Kontinuität, Beharrlichkeit, solide Finanzierung
Vielleicht hat man sich bei Force India-Mercedes mehr von der vergangenen Saison versprochen. Unter dem Strich steht jedoch die beste Platzierung der indisch-britischen Mannschaft in ihrer Formel 1-Geschichte. Rang sieben bedeutet: Tabellenführer der zweiten Hälfte, was nicht schlecht ist für ein Team, das anderthalb Jahre vorher noch das belächelte Schlusslicht des Feldes war. Besonders Adrian Sutil hat konstant gepunktet, zwei fünfte Plätze sind angesichts der starken Konkurrenz aller Ehren wert. Mit Kontinuität, Beharrlichkeit und solider Finanzierung will Force India 2011 den nächsten Schritt nach vorne machen. Besonders wichtig ist der dritte Punkt, denn an dem hat es bei den Vorgänger-Teams meist gemangelt.
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- Vier Namen in vier Jahren: Bis 2005 heißt das Team Jordan, dann Midland F1 und Spyker F1 (Foto) sowie ab 2008 Force India-Mercedes.
Vier Namen in vier Jahren
Seit 2005 hat Force India so viele Besitzerwechsel und Namensänderungen mitgemacht, dass der Ursprung des Teams fast in Vergessenheit geraten ist. 1991 tritt Eddie Jordan mit seinem eigenen Formel 1-Team an. Der Ire verhilft nicht nur Michael Schumacher zum Formel 1-Debüt, sondern kann sich gut gegen die großen Werksteams behaupten und sogar vier Grand Prix-Siege einfahren. 2005 ist Jordan pleite und ziert das Ende des Feldes. Ein Umstand, der sich auch 2006 unter dem Namen Midland und 2007 als Spyker-Team nicht ändert. Als 2008 das Force India-Team gegründet wird, dauert es ein anderthalbes Jahr, bis es für die Mannschaft endlich ins Mittelfeld vorarbeiten kann.
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- Inzwischen greifen gleich zwei deutsche Piloten für Force India ins Lenkrad: Adrian Sutil (l.) als Stammfahrer und Nico Hülkenberg (r.) als Test- und Ersatzpilot. Hinzu kommt der amtierende DTM-Champion Paul di Resta aus Schottland.
Man spricht Deutsch im indisch-englischen Team
Aus deutscher Sicht ist die Entwicklung des Force India-Teams durchaus interessant. Nicht nur, dass die grün-orange-weißen Boliden einen Mercedes-Motor im Heck tragen. Inzwischen greifen gleich zwei deutsche Piloten für Force India ins Lenkrad: Adrian Sutil als Stammfahrer und Nico Hülkenberg als Test- und Ersatzpilot. Der ehemals als Crashpilot verspottete Sutil hat sich etabliert und gilt als Kandidat, wenn das nächste Cockpit eines Top-Teams besetzt werden muss. Hülkenberg versucht, sich nach der Ausbootung bei Williams mit der Rückkehr ins zweite Glied in der Formel 1 im Gespräch zu halten und parat zu stehen, sollte Sutil nach der Saison wechseln. Auch der zweite Stammpilot, Newcomer Paul di Resta, ist in Deutschland kein Unbekannter. Schließlich hat der Schotte in den vergangenen vier Jahren in der DTM für Furore gesorgt und 2010 dort den Titel geholt. Di Resta ersetzt den meist enttäuschenden Vitantonio Liuzzi, der mangels Alternativen zum Hispania-Rennstall gewechselt ist.

