Mit seinen Hollywood-Auftritten hat sich der Pontiac Firebird Trans Am zum Kultauto gemausert. Jetzt knüpft der FireBreather an diese Tradition an. In Ermangelung eines Trans Am-Nachfolgers muss jedoch ein Chevrolet Camaro als Basisfahrzeug herhalten. (Thomas Harloff , 19.08.2010)
Pontiac Firebird – als K.I.T.T. eine Hollywood-Legende
Wir schreiben das Jahr 1982, als sich ein einsamer Streiter namens Micheal Knight anschickt, unbescholtene Bürger aus den Fängen des Verbrechens zu befreien. Unterstützt wird er von einem greisen Chef und einer schönen Mechanikerin, als Kommandozentrale dient ein schwarz lackierter Truck. Der Dienstwagen unseres gelockten Helden: Ein leicht modifizierter Pontiac Firebird Trans Am, ausgestattet mit übernatürlichen Fähigkeiten, die den „K.I.T.T.“ genannten Sportwagen nicht nur wahnsinnig schnell fahren und unglaublich hoch springen, sondern auch besonders eloquent sprechen lassen.
Als Bandit-Mobil zur Oscar-Nominierung
Doch K.I.T.T.ist nicht der einzige Firebird, der zum Hollywood-Star wird.Fünf Jahre zuvor hältBurt Reynolds alias Bandit in „Ein ausgekochtes Schlitzohr“ im Vorgängermodell den intellektuell nicht gerade begabten Sheriff Buford T. Justice samtstrunzdoofem Sohn zum Narren. Und das nur, um eine Wette zu gewinnen, bei der sein befreundeter Trucker Cledus in nur 28 Stunden eine Lkw-Ladung Alkohol von Texarkana, Texas, nach Atlanta, Georgia, transportieren soll. Was natürlich nicht zu schaffen ist, wenn man sich weitgehend an die Verkehrsregeln hält. Also lenkt Bandit die Gesetzeshüter mit seinem Firebird ab und hilft gleichzeitig der süßen Sally Field, ihrem Beinahe-Ehemann – dem bereits erwähnten doofen Sohn – zu entkommen. Trotz simpler Handlung heimst der Film eine Oscar-Nominierung ein (für den besten Schnitt) und wird zum Erfolg, sodass zwei - allerdings deutlich schlechtere - Fortsetzungen folgen.
Neuauflage über Umwege
Auch wegen seiner Filmkarriere entsteht um den Firebirdein Kult, der bis heute nachhallt. Und die Fans des Autos bis heute auf eine Neuauflage hoffen lässt. Das Problem daran: Konzernmutter General Motors hat die Marke Pontiac inzwischen sterben lassen. Doch es gibt zum Glück Enthusiasten, die ein Herz für gepeinigte Muscle Car-Fans beweisen. Die Firma Classic Design Concepts(CDC) zum Beispiel. Der in Novi, Michigan, ansässige Muscle Car-Tuner legt nun eine Version des Chevrolet Camaro auf, die sich am Design des Firebird Trans Am orientiert. Okay, Puristen werden nun angewidert weiterklicken, aber wenigstens bleibt CDC damit dem Konzern treu – Chevrolet ist ebenso eine GM-Marke wie Pontiac. Und seinen großen Filmauftritt wird der nun „FireBreather“ genannte Camaro auch haben.
Mehr Dampf dank Kompressor
Als Basis dient selbstverständlich die 6,2-Liter-V8-Variante, ursprünglich 432 PS stark. Nicht stark genug für einen legitimen K.I.T.T.-Nachfolger, weshalb CDC dem Camaro mit einem Kompressor von Edelbrock auf die Sprünge hilft. Zusammen mit einem neuen Ansaugsystem und einer zweiflutigen Auspuffanlage von JBA fördert der Tuner 607 PS zutage. Ist ein manuelles Sechsgang-Getriebe an Bord, kann dieses mit einer Schaltwegverkürzung von Hurst aufgerüstet werden. Die Tieferlegungsfedern und Querstabilisatoren liefert Spezialist Eibach. Den 20-Zoll-Felgen verpasst CDC Pirelli-Reifen im Format 275/40 (vorne) und 295/40 (hinten).
Metamorphose vom Camaro zum Firebird
Äußerlich ändert der Tuner so viel, dass der FireBreather kaum noch als Camaro zu erkennen ist. Die Front modelliert CDC im Stile des Bandit-Firebird um. Wichtigstes Element ist die Frontschürze mit spitz zulaufender Nase – ein typisches Stilelement des Firebird. Hinzu kommen ein Maschendraht-Grill, neue Scheinwerfer mit Corona-Standlichtringen, rot schimmernde „Augenbrauen“ und ein von hinten beleuchtetes FireBreather-Emblem. Die Motorhaube wächst dank einer Lufthutze in die Höhe, die Kotflügel tun es ihr gleich – allerdings in die Breite. Von hinten hebt sich der FireBreather durch eine neue Heckschürze samt Diffusor, andere Rückleuchten und einen Heckdeckel-Spoiler vom Serien-Camaro ab. Im Zusammenspiel mit dem schwarz-roten Lackdesign entsteht eine wahrlich böse Optik.
Auch der FireBreather schafft es nach Hollywood
Auch innen bleibt kaum was vom Camaro-Design übrig. Die schwarze Volllederausstattung mit roten Nähten greift das Äußere auf. Schwarze Klavierlack-Accessoires vertreiben den Serienmief ebenso wie die neuen Fußmatten, die rote Ambientebeleuchtung und die Holzkohle-farbenen Tattoos, die auch Frontschürze und Heckflügel zieren.
Laut CDC verschmelzen im FireBreather „Hollywood style and American muscle“. Kein Wunder, schließlich hat der schwarze Feuerspeier schon bald seinen eigenen großen Filmauftritt: In „Jinn“, einem Horror-Thriller, der bald in die amerikanischen Kinos kommt, spielt der FireBreather eine Hauptrolle. Man darf gespannt sein, ob das reicht, um an den Kultstatus seiner berühmten Vorgänger anknüpfen zu können.