Ein Titel mit Ferrari: Der Traum zerplatzt - vorerst
Die Saison 2010 würde Fernando Alonso wohl am liebsten aus seinem Gedächtnis streichen. Und das, obwohl er sich in jenem Jahr nach eigener Aussage einen Traum erfüllt. Nach insgesamt sechs Saisons bei Renault, einem holprigen Start bei Minardi und dem wenig glorreichen McLaren-Gastspiel geht der spanische Held in das zweite gemeinsame Jahr mit seiner großen Liebe Ferrari. Eines haben Alonso und Ferrari im vergangenen Jahr trotz des verpassten Titels jedoch geschafft: die Rückkehr an die Spitze.
Hartes Einstiegsjahr bei Minardi
An die Spitze fährt Alonso bereits als junger Kart-Pilot. Zahlreiche Meistertitel ebnen den Weg in die Nissan World Series, die er 1999 auf Anhieb für sich entscheiden kann. Im Folgejahr wechselt Fernando Alonso in die Formel 3000. Dort bleibt er zwar blass, testet parallel aber bereits den Formel 1-Boliden des Minardi-Teams. 2001 fährt Alonso die komplette Saison für Minardi, ist beim Saisonauftakt in Australien der drittjüngste Formel 1-Fahrer aller Zeiten. Alonso kann zwar keinen WM-Punkt holen, setzt mit seiner beherzten Fahrweise im nicht konkurrenzfähigen Minardi-Renner aber einige Glanzlichter. Flavio Briatore ist jedenfalls von Alonsos Talent überzeugt und lotst ihn 2002 zu Renault. Nach einem Lehrjahr als Testfahrer steigt Alonso 2003 zum Renault-Stammpiloten auf.
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- Fernando Alonsos Helmdesign, das die spanischen Farben und die seiner Heimregion Asturien präsentiert, bleibt im Vergleich zu 2010 fast unverändert.
2003 bis 2006: Alonsos glorreiche Renault-Ära
Es folgt ein Aufstieg im Eiltempo. Schon bei seinem zweiten Grand Prix für Renault erringt Alonso die Pole Position, geht mit seinem Sieg in Ungarn als bis dahin jüngster Grand Prix-Sieger aller Zeiten in die Geschichte ein. Den sechsten Gesamtrang kann Alonso 2004 noch toppen – Platz vier in der WM-Tabelle. Nun ist Alonso nicht mehr zu halten, der Spanier nutzt konsequent das Potential seines Renault-Boliden. 2005 setzt er sich souverän gegen Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes durch und wird erstmals Weltmeister. Im Folgejahr kann Alonso Michael Schumacher in dessen vorerst letzter Formel 1-Saison auf Distanz halten und den Titel verteidigen.
McLaren 2007: Alonsos Schlammschlacht gegen Hamilton
2007 sucht Fernando Alonso eine neue Herausforderung, wechselt zum McLaren-Team und wird dort Teamkollege des Formel 1-Neulings Lewis Hamilton. Mit seiner aufgeschlossenen Art bringt Hamilton das Team hinter sich, der oft mürrisch und egoistisch wirkende Alonso steht bald im Abseits. Eine Schlammschlacht zwischen den Teamkollegen beginnt, die an die Zeit von Aryton Senna und Alain Prost erinnert. Am Ende liefert Alonso dem Weltverband FIA sogar die entscheidenden Hinweise in der Spionage-Affäre, die letztlich in einer 100-Millionen-Dollar-Strafe für das Team und im Ausschluss von McLaren-Mercedes aus der Konstrukteurs-WM gipfelt. Das Verhältnis zwischen McLaren und Alonso ist nicht mehr zu retten, der Vertrag wird in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst.
Singapur 2008: Alonsos Rolle im „Crashgate“-Skandal
Fernando Alonso wechselt zurück zu Renault, wo sein väterlicher Freund Flavio Briatore noch immer Teamchef ist. Nach einem schwierigen Saisonstart kann Alonso immerhin noch zwei Rennen gewinnen. Während der Sieg beim verregneten Rennen in Japan auf Alonsos exzellente fahrerische Leistung zurückzuführen ist, kommt der Sieg in Singapur unter dubiosen Umständen zustande. Wie erst zur Saisonmitte 2009 herauskommt, weisen Teamchef Flavio Briatore und Technikchef Pat Symmonds den Nummer 2-Piloten Nelson Piquet jr. an, absichtlich in die Mauer zu fahren. Alonso liegt zu diesem Zeitpunkt aussichtsreich im Rennen, kann von der folgenden Safety Car-Phase profitieren und das Rennen gewinnen. Briatore und Symmonds werden wegen der „Crashgate“-Affäre aus der Formel 1 verbannt, Alonso sieht die Zeit für einen Teamwechsel gekommen.
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- Nach eigener Aussage geht mit dem Ferrari-Engagement für Fernando Alonso ein Traum in Erfüllung. Und die Liaison mit den Roten soll von Titeln gekrönt werden.
2010: Der unvollendete Traum
Alonsos Weg führt nach Maranello, wo er den in die Rallye-WM abgewanderten Kimi Räikkönen ersetzt. Anders als bei McLaren gelingt es ihm auf Anhieb, das Team auf seine Seite zu ziehen. Der menschlich geschätzte, aber ohne den nötigen Killerinstinkt ausgestattete Felipe Massa gerät schnell ins teaminterne Hintertreffen und muss sich mit dem Nummer 2-Status begnügen. Dies wird ihm spätestens mit dem Teamorder-Skandal von Hockenheim klargemacht, bei dem Alonso bevorzugt wird. In einer Saison mit Höhen und Tiefen manövriert sich der Spanier beim Saisonfinale in die Favoritenrolle, die sein Team während des Rennens mit einem haarsträubenden Strategiefehler mit Füßen tritt. 2011 wollen Ferrari und Alonso das Verpasste nachholen - damit der Spanier seinen Traum zuende träumen kann.

