2010: Ein Jahr zum Vergessen
Viele haben Felipe Massa nach dem Deutschland-Grand Prix 2010 bedauert: Da führt der Brasilianer endlich mal wieder souverän ein Rennen an und wird von seinem Team unverblümt zurückgepfiffen. Fernando Alonso gewinnt nicht nur das Rennen, sondern sieht sich als Nummer 1-Pilot im Ferrari-Team bestätigt und ist auch der Fahrer bei den Roten, der bis zum Saisonende um den Fahrertitel kämpft. Und Massa? Der kann 2010 nur selten glänzen, landet in der Endabrechnung auf WM-Rang sechs und kann seinem Teamkollegen nur selten - eigentlich nur beim Hockenheim-Rennen - Hilfestellung im Titelkampf geben. Kurz ausgedrückt: Es ist ein Jahr zum Vergessen für den Brasilianer.
-
- Felipe Massa Helmdesign in den brasilianischen Landesfarben Gelb, Grün und Blau hat sich sich in dieser Saison nicht verändert.
Wenig Erfolg als Räikkönen-Nachfolger
Dabei ist er zu Saisonbeginn froh, überhaupt noch Formel 1-Rennen fahren zu können. Nach dem schweren Unfall beim Ungarn-Qualifying 2009, als ihn eine Feder aus dem Auto des vor ihm fahrenden Rubens Barrichello am Kopf trifft und er ungebremst in die Reifenstapel knallt, hängt Massas bis dahin vielversprechende Karriere am seidenen Faden. Diese beginnt nach den obligatorischen Anfängen im Kartsport 1998 in Brasilien. Nach dem Meistertitel in der dort ausgetragenen Formel Chevrolet wechselt Massa 2000 nach Europa und kann auf Anhieb die Formel Renault-Serie für sich entscheiden. Ein Jahr später folgt der Titelgewinn in der Formel 3000. Ferrari hat Massa seitdem im Auge, und auch Peter Sauber wird auf den kleinen Brasilianer aufmerksam. 2002 kann er im Sauber-Team ein Stamm-Cockpit ergattern. Als Nachfolger des zu McLaren-Mercedes gewechselten Kimi Räikkönen zieht Massa jedoch gegen den weitaus erfahreneren Teamkollegen Nick Heidfeld den Kürzeren.
An Schumis Seite bei Ferrari
Massa rückt ins zweite Glied und soll sich als Ferrari-Testfahrer die Hörner abstoßen. 2004 kehrt er zu Sauber zurück, es folgen zwei durchwachsene Jahre. Da Massa jedoch 2005 seinen Teamkollegen, den Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve, stets im Griff hat, entschließt sich Ferrari, seinen ehemaligen Testfahrer als Stammpilot zur Scuderia zurück zu holen. Massa beerbt Rubens Barrichello als Nummer zwei neben Michael Schumacher. Er macht seine Sache gut, gewinnt in der Türkei seinen ersten Grand Prix und belegt in der WM-Tabelle den dritten Rang hinter seinem Teamkollegen.
Brasilien 2008: Massa zeigt Größe in der Niederlage
Nachdem sich Schumi in die vorübergehende Formel 1-Rente verabschiedet, wird Kimi Räikkönen Massas neuer Teamkollege. Während der schweigsame Finne schon in seiner ersten Ferrari-Saison Weltmeister wird, erreicht Massa nur WM-Rang vier – ein Rückschlag für den Brasilianer. 2008 dreht Massa den Spieß um, kämpft seinerseits bis zum Saisonfinale beim Heimrennen in Sao Paulo um den Titel und sieht bis zur letzten Kurve wie der neue Weltmeister aus. Letztlich holt Lewis Hamilton doch noch die dringend benötigten vier Punkte, Massa muss sich mit der Vizemeisterschaft trösten. Mit seiner gleichzeitig beherzten wie überlegten Fahrweise über die gesamte Saison hinweg erwirbt Felipe Massa jedoch endlich die nötige Reputation als Topfahrer in der Formel 1. Zudem beweist er menschliche Größe in der Niederlage, gratuliert Hamilton schon kurz nach dem Rennen aufrichtig zum Triumph und sammelt so eine Menge Sympathien, vor allem bei den Ferrari-Tifosi.
-
- 2010 war ein Jahr zum Vergessen für Felipe Massa. Im Ferrari F150° Italia für die Saison 2011 soll es für den Brasilianer wieder aufwärts gehen.
2010: Massa zeigt keinen Killerinstinkt
Der Saisonstart 2009 verläuft für Massa und Ferrari sehr holprig, der Brasilianer kann bis zu seinem schweren Unfall in Ungarn lediglich 22 WM-Punkte sammeln. Mit dem Ungarn-Crash folgt das vorzeitige Saison-Aus, aber Massa gelingt es, rechtzeitig zu den ersten Testfahrten für die Saison 2010 vollständig zu genesen. Doch Massa lässt den dringend nötigen Killerinstinkt vermissen, den man in der Formel 1 braucht - erst recht, wenn der Teamkollege Fernando Alonso heißt. 2011 hat Massa die Chance zu beweisen, dass auch er Fahrertitel für die Roten gewinnen kann. Gelingt das nicht, droht das Schicksal eines Rubens Barrichello, Gerhard Berger oder Riccardo Patrese als ewige Nummer 2 in einem Weltmeisterschafts-Team.

