Was macht die Faszination des Motorsports aus? Zum einen die hoch entwickelten Technologien der Fahrzeuge. Zweitens charakteristische Fahrerpersönlichkeiten, und sicher auch die Schönheit der Boliden. Doch über allem steht die Faszination der Geschwindigkeit, die sich am besten live an der Rennstrecke oder zumindest in bewegten Bildern daheim vor dem Fernseher erleben lässt. Ein Foto ist wohl das schwierigste Medium, um Geschwindigkeit darzustellen. Deshalb ist es für einen Motorsport-Fotografen wohl eine der größten Herausforderungen, diese Faszination mit seinen Werken zu transportieren. Den drei größten Vertretern ihres Fachs widmet die Motor Presse Stuttgart nun drei Bildbände, welche ihre schönsten Fotos würdigen: Julius Weitmann, Hans Peter Seufert und Wolfgang Wilhelm.
Die Bildbände zeigen die spektakulärsten Fotos aus 60 Jahren Motorsportfotografie. Ob Formel 1, Touren- und Sportwagen oder von den Rallyepisten – die Leser dürfen sich über Bilder aus allen Rennserien freuen. Die Bücher präsentieren im Großformat die Stars aller Motorsportepochen, von Juan Manuel Fangio über die unvergessenen Graf Berghe von Trips und Ayrton Senna bis – natürlich – Michael Schumacher.
Julius Weitmann – der Pionier
Band eins widmet sich dem Pionier der Motorsportfotografie, Julius Weitmann. Bereits Mitte der Fünfziger Jahre ist Weitmann an den Rennstrecken der Welt unterwegs, um für die „auto motor und sport“ sowie die „Motor Revue“ von den Rennen zu berichten. Als sich Mitte der Sechziger Jahre kleinformatige und vor allem bunte Fotos mehr und mehr durchsetzen, hat der Schwarz-weiß- und Mittelformat-Verfechter Weitmann zunehmend Schwierigkeiten, sich mit seinem Beruf weiterhin zu identifizieren. So zieht sich Weitmann 1970 schließlich aus der Motorsportfotografie zurück. Am 21. September 1980 stirbt Weitmann in Warmbronn bei Stuttgart.Der zweite Band beschäftigt sich mit dem Wirken von Hans Peter Seufert. Seuferts Karriere als Motorsportfotograf beginnt 1957 beim Wallbergrennen in Rottach-Egern. 1968 beerbt Seufert, besser bekannt unter dem Kürzel H.P., seinen Vorgänger Julius Weitmann bei der „auto motor und sport“. Bis 1977 bestimmt der Motorsportkalender seinen Alltag, danach setzt er mehr und mehr Autotests in Szene und ist nur noch selten an den Rennstrecken zu sehen. Als sein Schwiegersohn Manfred Winkelhock 1985 im Porsche 962 bei einem Sportwagenrennen im kanadischen Mosport-Park tödlich verunglückt, zieht sich Seufert aus der Motorsportfotografie zurück.
Wolfgang Wilhelm – der Leidenschaftliche
Wolfgang Wilhelm, der Protagonist des dritten Bandes, beginnt seine „auto motor und sport“-Karriere vor gut 30 Jahren. Seit rund 15 Jahren drückt er auch für Mercedes auf den Auslöser. Die Motorsportleidenschaft packt ihn jedoch schon 1970, beim Großen Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring, der nur 30 Kilometer von seiner Heimat entfernt liegt. Auch heute noch ist Wilhelm für die Motor Presse Stuttgart unterwegs und garniert deren Motorsportberichte mit seinen Fotos.Die drei Bildbände umfassen 768 Seiten und beinhalten mehr als 1.500 Fotos. Zusammengefasst in einem Schuber, sind sie zum Preis von 180 Euro im Buchhandel erhältlich. Die Vorworte stammen von Paul Pietsch, Verlagsgründer der Stuttgarter Motor Presse, und Bernd Ostmann, dem Chefredakteur der „auto motor und sport“.

