Er feierte seine Premiere in der Triumph Sprint ST und überrascht jetzt auch in der Tiger mit einem bärigen Charakter. Dafür erzogen ihm die Ingenieure mittels geänderter Steuerung neue Talente an. Um elf PS auf 85 kW/116 PS wurde die Leistung gesenkt und auch das Drehmoment fällt etwas niedriger als bekannt aus. Doch das Maximum von 100 Nm bei 6 250 Touren reicht völlig aus. Aus dem Stand schiebt der Drilling kräftig voran und liefert gerade im mittleren Drehzahlbereich erfreulich viel Druck. Zudem schmeichelt der von einer Einspritzung befeuerte Dreizylinder mit einem ganz speziellen, gefälligen Sound.
Hektisches Schalten im Sechsganggetriebe ist nur selten nötig. Jedoch sollte, wer sportliche Zwischenspurts einlegen möchte, darauf achten, die Gänge sauber einzulegen. Die Schaltbox möchte korrekt bedient werden, sonst landet man gelegentlich zwischen den Gängen.Trotz ihrer Reisequalitäten fühlt sich die schlanke Tiger auf kleinen Straßen am wohlsten. Die Überarbeitung hat im Vergleich zur Vorgängerin neue Talente zum Kurvenräubern geweckt, denen auch der stabile Brückenrahmen aus Leichtmetall entgegenkommt. Das gute Fahrwerk verleiht ihr eine bislang ungekannte Agilität. Neu sind auch die Leichtmetall-Gussräder im 17-Zoll-Format sowie die voll einstellbare 43-mm-Upside-Down-Gabel, die gut mit dem verstellbaren Zentralfederbein harmoniert.Der reiselustige Biker sollte jedoch auch den Zubehörkatalog wälzen, der nicht nur eine Griffheizung bietet oder einen passenden Tankrucksack - auf dem kantigen Stahlblechtank haben normale Magnethalter ihre Probleme -, sondern auch entsprechende Seitenkoffer. Zurrhaken sucht der Fahrer nämlich vergebens. Einzig an den stabilen Soziusgriffen oder den metallenen Soziusrastenhalter lässt sich Gepäck befestigen. Interessant wäre für künftige Modellpflegemaßnahmen noch ein kleines Seitenfach in die Verkleidung, wie es bei der Honda Varadero vorkommt.

