Sportliches Design
Der sportliche Spaß für alle Tage beginnt bei 8.990 Euro - damit liegt die CBR 600 F 2.800 Euro unter der supersportlichen CBR 600 RR, die sich längst einen exzellenten Ruf in der Fraktion der Rennstreckenfans erarbeiten konnte. Wer jedoch Fahrspaß auch ohne Knieschleifer genießen möchte, kann sich nun vielleicht für die CBR 600 F mit ihrer modernen Linienführung erwärmen.
Die neue F ist eng verwandt mit der zur aktuellen Saison leicht aufgefrischten Hornet 600: der schön gezeichnete Alu-Rückgratrahmen ist ebenso der "Hornisse" entliehen wie der Motor. Der Vierzylinder ist dabei gleich in doppelter Hinsicht ein alter Bekannter, wurde er doch ursprünglich für die bereits angesprochene CBR 600 RR entwickelt. Für seinen neuen Arbeitsplatz wurde der Vierling jedoch speziell auf Durchzugskraft im unteren und mittleren Bereich getrimmt: Die maximale Leistung von 75 kW/102 PS steht bei 12.000 Touren an, während das maximale Drehmoment von 64 Nm bei 10.500 U/min anliegt.
Breites Drehzahlband
Diese Zahlen verweisen nicht nur auf die Herkunft des sauber am Gas hängenden Motors, sondern auch auf die Drehzahlbereiche, in denen seine Stärken liegen. Zwar zieht die Honda bereits ab Standgas sanft und stressfrei an, weshalb man langsames Zuckeln im Ampelstau auch ohne heulendes Hochdrehen bewerkstelligen kann. Aber erst zwischen 4.000 und 5.000 Touren erreicht die Nadel im leider nur mäßig gut ablesbaren Cockpit jene Bereiche, die munteres Vorankommen erlauben, um mit dem Erreichen der Marke von 8.000 U/min die sportive Seite der F in den Vordergrund zu stellen.
Wer auf zügiges Kurvenhetzen und nachhaltige Beschleunigung steht, kann sich nun austoben: erst bei 13.000 Umdrehungen beginnt der rote Bereich. Allerdings schlägt sich dies auch in einem erhöhten Verbrauch nieder, der normalerweise bei sechs Litern auf 100 Kilometer liegt. In Kombination mit dem 18,4 Liter fassenden Tank sind somit Distanzen von gut 300 Kilometern machbar.
Allround Talent
Das Leergewicht der 600er rangiert vollgetankt mit 211 Kilo in sehr akzeptablen Bereichen - zumal es am Handling nichts auszusetzen gibt. Der angenehm gekröpfte Lenker liegt gut in der Hand, und erleichtert das Dirigieren der Honda auch in schnellen Kurven ungemein. Da man zudem nur leicht nach vorne gebeugt sitzt, lassen sich auch längere Etappen bewältigen, obwohl der Winddruck hinter der schicken Vollverkleidung jenseits von 180 km/h auf Dauer unangenehm werden kann - sofern man sich nicht für die 34 Millimeter höhere Scheibe aus dem Zubehör entschieden hat. Zudem muss man etwaige Passagiere erst vom Nutzen der in die Heckverkleidung integrierten Griffmulden überzeugen - die Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h sollte man dabei jedoch nicht unbedingt erwähnen.
Die CBR 600 F ist ein auch wegen des serienmäßigen Combined-ABS-Systems angenehm stressfrei zu bewegender "Mittelklasse-Alleskönner". Deshalb spricht die in drei Farben erhältliche Honda auch den Einsteiger und Wiedereinsteiger an. Wer folglich Gefallen findet an Motorrädern mit vernehmbar-sportlichem Touch, auf Alltagstalente jedoch nicht verzichten möchte, der sollte sich die 8.990 Euro teure CBR 600 F einmal näher anschauen. Jetzt ist sie ja wieder da: Die Legende geht in die zweite Runde.
Technische Daten Honda CBR 600 F:
Mittelklasse-Alltagssportler, flüssigkeitsgekühlter Viertakt-Reihenvierzylinder, vier Ventile pro Zylinder, 599 ccm Hubraum, Leistung 75 kW/102 PS bei 12 000 U/min, max. Drehmoment 64 Nm bei 10.500 U/min, Höchstgeschwindigkeit 230 km/h, elektronische Einspritzung, geregelter Katalysator, sechs Gänge, Sitzhöhe 80 cm, Tankinhalt 18,4 Liter, Reifen vorn 120/70 ZR 17, hinten 180/55 ZR 17; Leergewicht (vollgetankt) 211 kg, Zuladung 188 kg, Testverbrauch 6 Liter/100 Kilometer; Preis: 8.990 Euro.

