Test Harley-Davidson XR 1200 X

Eine echte europäische Amerikanerin

Als echtes europäisches Motorrad durfte die XR 1200 ihr Debüt in Europa feiern. Nur am Fahrwerk wurde viel herumgemäkelt. Mit der X-Version wurde dieser Kritikpunkt nun behoben. (Heiko P. Wacker , 31.07.2010)

Der "European Way of Drive" kommt an

Als echtes europäisches Motorrad durfte die XR 1200 ihr Debüt in Europa feiern. Vor vier Jahren war das - und prompt fand der agile Roadster Zuspruch, stand doch der "European Way of Drive" für erfrischende Sportlichkeit. Das begeisterte markentreue Biker, und gewann manch neuen Kunden, auch wenn gelegentlich am Fahrwerk herumgemäkelt wurde. Genau dieser Kritikpunkt wurde nun grundlegend überarbeitet, um die 11.870 Euro kostende XR 1200 X mit neuer Dynamik auf die Straße zu schicken.

Harley-Davidson XR 1200 X: Motor
Angetrieben wird die Harley-Davidson XR 1200 X von dem 67 kW/91 PS starken V2-Motor.

Typisch Harley: Bäriger V-Twin

An den inneren Werten der klar und übersichtlich gezeichneten XR wurde nichts verändert. Warum auch, leistet doch der 1.202 ccm große V2-Motor muntere 67 kW/91 PS bei 7.000 Touren sowie 100 Nm, die bei 3.700 U/min anliegen. Für einen luftgekühlten Zweizylinder sind das durchaus respektable Werte, zumal der Motor zwischen 2.500 und 4.000 Umdrehungen druckvoll agiert. Das sorgt für einen ordentlichen Durchzug, aber nicht für Ärger an der Tankstelle. Der durchschnittliche Verbrauch liegt bei moderaten 5,2 Litern, was in Kombination mit dem leider nicht abschließbaren Plastiktank und seinem Volumen von 13,3 Litern Reichweiten von 250 Kilometern ermöglicht.

Die Ursprünge der XR liegen in den US-amerikanischen "Dirt Tracks": Der in Übersee so beliebte Motorsport auf Lehm- und Sandovalen wird seit geraumer Zeit von der XR 750 dominiert. Dabei driften die Zweiradakrobaten ebenso schnell wie waghalsig über die Piste. Ein Sport für zaghafte Naturen ist das nun wirklich nicht, ebenso wie die 1200er XR.

Harley-Davidson XR 1200 X: Front
Das Fahrwerk der Harley-Davidson XR 1200 X sorgt für eine neue Dynamik auf der Straße.

Fahrwerkstechnik vom Spezialisten

Sie ist charakterstark und trotz aller sportiven Elemente eine echte Harley. Die fahraktive Sitzposition verdankt das Bike den leicht nach hinten gerückten Rasten und dem angenehm breiten Lenker. Ärgerlich ist allein das fummelige Lenkradschloss. Die sportliche DNA des Dirt Track Racers XR 750 wird vor allem vom neuen Fahrwerk getragen, das den Aufpreis von 880 Euro gegenüber der XR 1200 durchaus rechtfertigt. Die Gabel ist nun ebenso einstellbar wie die beiden hinteren Federbeine. Die feine Ware stammt aus dem Hause Showa und bietet die bislang vermissten Abstimmungsmöglichkeiten. Vor allem aufgrund der Gabel kann jetzt der prächtige Motor sein Potential besser ausspielen.

Harley-Davidson XR 1200 X: Tank
Viel verbraucht die XR 1200 X nicht: 5,2 Liter Superenzin genehmigt sich die Harley auf 100 Kilometern.

Das sportlichste aller Milwaukee-Eisen

Passend hierzu tritt die XR 1200 X in einem kernigen "Schwarz-in-Schwarz-Styling" an, das auch Motor und Auspuffanlage einschließt. Hier sorgt der Farbton "Black Denim" für den stilsicheren Auftritt der neuen Variante. Somit hat die Kundschaft nun die Wahl zwischen der keineswegs langweiligen Standardversion für 10.990 Euro und der fahrwerkstechnisch aufgerüsteten X für 11.870 Euro. Zwar macht die Veränderung aus der Harley noch lange keine Rennmaschine, aber eben doch das sportlichste aller Milwaukee-Eisen.

Teststeno Harley-Davidson XR 1200 X:

Sportroadster mit luftgekühltem Zweizylinder-V-Motor, zwei Ventile pro Zylinder, 1 202 ccm Hubraum, 67 kW/91 PS Leistung bei 7 000 U/min, max. Drehmoment 100 Nm bei 3 700 U/min, Höchstgeschwindigkeit 200 km/h, elektronische Einspritzung, fünf Gänge, Sitzhöhe 79,5 Zentimeter, Tankinhalt 13,25 Liter, Verbrauch 5,2 Liter, Leergewicht: 260 Kilogramm, Zuladung: 179 Kilogramm; Preis: 11 870 Euro.

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