Fahrbericht Ford Fiesta: Unscheinbar ist anders

Esprit, Eleganz und Alltagstauglichkeit unter einen Hut zu bringen, ist kein leichtes Unterfangen. Doch wer im Kleinwagensegment punkten will, muss erkennbar sein. Der neue Ford Fiesta hat da einiges zu bieten. ( , 01.01.2009)

Nehmen wir die Optik: Bereits im Stand strahlt der kleine Kölner Dynamik aus. Von vorn fangen die weit in die Kotflügel hineinreichenden, Scheinwerfer den Blick des Betrachters auf. Das Cockpit ist gefällig. Alles ist dort, wo man es vermutet. Die Sitze vorn sind bequem, auch für Langbeinige geeignet. Hinten geht es etwas enger zu. Die Übersicht beim Einparken ist dem Designanspruch zum Opfer gefallen. Vorsichtige können sich mit einer Piephilfe für 455 Euro gegen Beulen schützen.

Ford Fiesta - Innenraum
Wählt man alle Extras lässt sich an die Grenze von 20.000 Euro kommen. Dann aber ist vom Park-Pilot bis zum Navigationsgerät alles an Bord

Alltagstauglichkeit des kleinen Kölners

Für gute Ergonomie sorgt die in Höhe und Länge verstellbare Lenksäule. Das kommt vor allem zierlichen Frauen entgegen. Der Gepäckraum von 295 Litern ist für ein Auto mit 3,95 Metern Länge ebenfalls passabel. Durch das Umklappen der serienmäßig teilbaren Rückbank stehen 979 Liter Volumen zur Verfügung. Leider stört eine hohe Ladekante, so dass die Wasserkisten aus dem Getränkemarkt unnötig hoch gewuchtet werden müssen.Die Kurvenhatz auf der Landstraße ist ein Genuss. Die relativ straffe Grundabstimmung lässt den kleinen Fronttriebler flott um Kurven wieseln, ohne den Komfort auf welligem Untergrund oder schlechten Straßen vermissen zu lassen. Abroll- und Windgeräusche sind vorhanden, aber erträglich. Für Sicherheit an Bord sorgen das serienmäßige ESP sowie fünf Airbags, darunter auch ein Knieairbag für den Fahrer.

Ford Fiesta - Heck
Das neu gestaltete Heck mit kleiner Heckscheibe erschweren die Sicht nach hinten

Kosten des Fiestas

Der 1,25-Liter-Ottomotor leistet in der gefahrenen Version 60 kW/82 PS. Bäume lassen sich damit nicht ausreißen, aber einigermaßen flottes Fortkommen ist mit dem leichten, wendigen Wagen gesichert. Der Sprint von Null auf 100 km/h wird in 13,3 Sekunden absolviert. DieAls "Nacktfrosch", also ohne besondere Ausstattungsmerkmale, kostet der Fiesta als Dreitürer 12 000 Euro. Mit kräftigeren Motoren - insgesamt stehen wahlweise vier Benziner und zwei Diesel zur Verfügung - und mit Griff in die komplette Extraliste lässt sich an die Grenze von 20 000 Euro kommen. Dann aber ist vom Park-Pilot bis zum Navigationsgerät alles an Bord, was sonst nur die Autos der Kompaktklasse ziert. Leider ist ein Schiebedach, das dem schicken Kleinen noch mehr Flair und Fahrspaß verleihen würde, ab Werk nicht zu bekommen.

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