Fahrbericht Aprilia Atlantic 250 ie: Rollern bis ans Meer

Für ausgiebige Touren ist der neue 250er Roller von Aprilia gemacht, für entsprechende Fahrten bis ans Meer spricht schon sein Beinamen "Atlantic". ( , 01.01.2009)

Normalerweise gibt es für diesen Einsatzzweck die Maxi-Scooter, doch viele Rollerfahrer möchten auch innerorts noch einigermaßen agil bleiben. Als Kompromiss zwischen Tourenkomfort und Agilität erfreuen sich daher seit einiger Zeit die flinken 250er Roller

Beim fröhlichen Leeren des Tanks auf dem Weg ins Wochenende überzeugen die Reisequalitäten. Hier zeigt sich der Roller mit seinem hoch aufragenden Windschild und dem üppigen Kunststoff am Vorbau gegen Wind und Wetter gewappnet. Allerdings zerrt der Fahrtwind rechts und links an der Schulter, doch der Rest bleibt von den Unbilden der Natur unbehelligt.Geht es dagegen um die Mitnahme von Gegenständen, stört beim Atlantic zunächst das separate Schloss für die Sitzbankklappe. Der Raum darunter zeigt ein recht zerklüftetes Innenleben, das nur einem Integralhelm samt allerlei Krimskrams Asyl gewährt. Hinter einem breiten, ebenfalls abschließbaren Deckel in der Front verbergen sich zwei seitliche Taschen, in denen allenfalls Kleinkram Platz findet. Dafür hat der Italiener einen stabilen Gepäckträger zu bieten, auf dem eine Gepäckrolle oder ähnliches verzurrt werden kann.Der Atlantic setzt eben mehr auf Fahrspaß als auf Komfort und hebt sich dadurch deutlich von den größeren und schwereren Rollern ab. Richtig leichtfüßig nimmt die Aprilia die Kurven, und schon eine kleine Gewichtsverlagerung genügt zur Richtungsänderung. Fahrspaß ist angesagt. Sehr ordentlich arbeitet das Integralbremssystem mit Dreikolbenzange vorn, das die Bremskraft über den linken Hebel gleichzeitig nach hinten und vorn leitet. Sicherheitsorientierte Fahrer werden dies zu schätzen wissen, nur die Dosierbarkeit könnte noch besser sein.Im engen Citygetümmel kann der Atlantic trotz der breiten Bauweise ganz gut mithalten. Nur bei der Parkplatzsuche verursacht ein unerklärlich enger Lenkeinschlag lästige Manövrierarbeiten. Das Aufbocken geht dafür um so leichter. Doch beim Abschließen gibt sich das Zündschloss hakelig. Bei aller Kritik gibt sich die 250er voll reise- und alltagstauglich und bereitet dazu noch eine gehörige Portion Spaß. Angesichts von 4 569 Euro Kaufpreis durfte das auch erwartet werden.

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