eRUF Greenster: Der Elektro-Porsche geht in Serie

Porsche-Veredler RUF meinst es ernst mit seiner Idee des Elektro-Sportwagens auf Porsche 911-Basis. Der eRUF Greenster nimmt die ab 2010 geplante Kleinserie vorweg und erinnert optisch an die klassischen Targa-Modelle. (powered by Speed Heads , 01.01.2009)

Im Oktober 2008 hat RUF mit dem eRUF Konzept Modell A auf Basis des Porsche 911 den ersten elektrisch angetriebenen Sportwagen aus Deutschland präsentiert. Die Entwicklung ging weiter zum eRUF Greenster, der die geplante Kleinserie auf Basis dieser Studie ankündigt.

Bereits der Look des eRUF Greenster zieht den Betrachter in seinen Bann. Die markante Front, die abgesenkte Windschutzscheibe und das dynamische Heck verleihen dem Greenster athletische Linien. Doch besonders entzücken dürften die Fans klassischer Fahrzeuge der Targa-Bügel aus Edelstahl, das abnehmbare Steckdach und die „weiche“ Faltheckscheibe. Die Schalensitze erhalten im Prototypen durch einen klassisch anmutenden Stoffbezug ebenfalls einen historischen Touch.

eRUF Greenster - Innenraum
Retro-Elemente auch im Innenraum: Die Schalensitze tragen einen klassischen Leder-Stoff-Bezug

Ein Auto als Kraftwerk

Leistete der erste Elektro-RUF nur 204 PS, generiert der von Siemens zur Verfügung gestellte Antriebsstrang in der Studie des 1.695 Kilogramm schweren Greensters satte 367 PS. Noch bemerkenswerter: Das atemberaubende Drehmoment von 950 Nm, das bei einem Elektro-Auto sofort anliegt und nicht - wie bei einem Verbrennungsmotor - erst aufgebaut werden muss. Das reicht für den Spurt von Null auf Tempo 100 in weniger als fünf Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Nicht vergessen: Wir sprechen von einem Elektro-Auto!Kommt im Prototypen noch ein Zentralmotor zum Einsatz, soll die Serienversion ein Doppelmotorkonzept erhalten. Siemens hat ein integriertes System aus Motor/Generator, Leistungselektronik und Schnittstelle mit Batterieanbindung entwickelt, das nun auch den eRUF Greenster „befeuert“. Damit ausgestattet, soll der eRUF das weltweit erste elektrische Fahrzeug mit einem bidirektionalen Netzanschluss sein, das sich - ohne eine üblicherweise erforderliche zusätzliche Ladeelektronik - binnen einer Stunde mit Kraftstrom aufladen lässt und bei Bedarf über die gleiche Steckdose auch Energie ins Stromnetz einspeisen kann.

eRUF Greenster - Heckansicht
Das Heck des eRUF Greenster. Wo sonst ein Sechszylinder-Boxer seinen Dienst verrichtet, sitzen nun Elektroantrieb samt Batteriepaketen

Mit Wasserkraft 250 km weit

Die Reichweite des eRUF Greensters beträgt aktuell 250 Kilometer, mit erweitertem Batterieblock sind 320 Kilometer möglich. Selbstredend, dass bei dieser Reichweite und sportlicher Fahrweise der Kontakt zum Asphalt und die Verzögerung eine wichtige Rolle spielen: Für den Ersteres sorgen beim eRUF Greenster 19 Zoll große Felgen im Fünfspeichen-Design. In den Rädern verbirgt sich eine Bremsanlage mit Keramik-Bremsscheiben vorne und hinten.Die grundlegende Idee von Alois Ruf entstand auf einfache Weise: Seine drei Wasserkraftwerke, die 35 Millionen kWh Elektrizität pro Jahr in das deutsche Elektrizitätsnetz einspeisen, könnten auch moderne Autos mehr oder weniger direkt antreiben. Die Idee des eRUF war geboren und der Macher setzte sich daran, sein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Mit Siemens konnte RUF einen großen Partner gewinnen, denn die Forschungsabteilung des Siemens-Konzerns (Corporate Technology) beschäftigt sich intensiv mit dem Thema Elektromobilität.

KOMMENTARE
Ähnliche Artikel

Neuer Öko-Porsche aus dem Allgäu

Porsche hat nicht den besten Ruf in Sachen Umweltverträglichkeit und Verbrauch. Doch lassen sich sportliche Fahreigenschaften und niedrige Emissionswerte überhaupt vereinen? Ja, wie Tuner Ruf mit dem Modell A beweist.

Neuvorstellung Ruf Roadster

Der Targa kehrt zurück – Alois Ruf sei Dank

Porsche ist derzeit bemüht, auch die kleinste Lücke in der Elfer-Palette zu schließen. Eins ignoriert man in Zuffenhausen jedoch – es gibt schon ewig keinen echten 911 Targa mehr. Doch Ruf kann jetzt Abhilfe schaffen und legt mit dem Roadster einen legitimen Targa-Nachfolger auf – jedoch zu einem gesalzenen Tarif.

Porsche 918 wird gebaut

Porsche hat entschieden: Carrera GT-Nachfolger geht in Serie

Der Porsche Aufsichtsrat hat entschieden – der in Genf vorgestellte Porsche 918 geht mit Hybridtechnologie in Serie.

Porsche 918 Spyder: Der Carrera GT-Nachfolger debütiert in Genf

Noch ist es nur ein Prototyp, aber der lässt Spektakuläres erwarten: Porsche zeigt auf dem Genfer Autosalon 2010 den 918 Spyder, der hoffentlich bald der heißersehnte Nachfolger des Carrera GT wird. Nur das mit der Umwelttechnik sollte sich Porsche nochmal überlegen…

Fotoshow Targa

Die schönsten Targas

Weder Coupé noch Cabrio sind das Richtige – der anspruchsvolle Fahrer fährt Targa. Motorvision hat für Euch die schönsten Targas zusammengestellt. Stimmt ab, welcher Euer Favorit ist!
Ähnliche Videos

Vergleich Porsche 911 Turbo vs. Porsche 911 GT3

Fahrbericht über den Porsche 911 Turbo und den Porsche 911 GT3 mit Patrick Simon auf der Porsche-Teststrecke in Leipzig.

Der Porsche-Platzhirsch hat einen Nebenbuhler – und das aus dem eigenen Stall.

Mit dem Kürzel GT3 fordert er den 911er Schriftzug schlechthin heraus: Den Turbo!

Ein 3,6 Liter Bi-Turbo mit Allradantrieb gegen einen 3,6 Liter Saugmotor und Heckantrieb. Zwei Interpretationen einer Legende...

Der neue Porsche 911

Der neue Elfer in seiner ganzen Pracht: In diesem Clip seht Ihr ihn in voller Fahrt und hört ihn in voller Lautstärke. Viel Spaß!

Mythos Porsche 911

Die Geschichte des Porsche 911: Von der Premiere auf der IAA 1963 bis zur jüngsten Evolutionsstufe 997.

Porsche 911 SC am Polarkreis

In Lappland sagen sich Fuchs und Hase Gute Nacht - und driften von Zeit zu Zeit betagte Elfer ums Eck.

Made in Germany: Porsche in Leipzig 4

Der Panamera feiert Hochzeit. Wir zeigen, wie der viertürige Sportler fertiggestellt wird.

Made in Germany: Porsche in Leipzig 2

Jetzt wird es ernst: So entsteht ein Porsche Panamera.
MOTORVISION AUF FACEBOOK
AKTUELLES VIDEO
Dekra-Mängelreport 2012
FACEBOOK EMPFEHLUNGEN