Eine mitreißende Lawine: Gemballa Avalanche 600 GT2 Evo

Mit seinen Avalanche-Versionen des aktuellen 911ers hat Gemballa schon diverse Male für Aufsehen gesorgt. So auch jetzt wieder: Der Avalanche 600 GT2 Evo zeigt, wozu der 911 Turbo oder GT2 in der Lage sind, wenn sich ein Tuner richtig austoben darf. ( , 01.01.2009)

Seine Leistungssteigerung nennt Gemballa selbstbewusst „Powerkit“. Keine Übertreibung, wie ein Blick ins Datenblatt beweist: Bei 911 Turbo und GT2 sind 480 bzw. 530 PS angesagt, im Avalanche liegen stramme 600 PS an. Auch das maximale Drehmoment profitiert vom Upgrade des Sechszylinder-Turbo-Boxers: Zwar stehen die Originale mit 620 (Turbo) oder 680 Newtonmetern (GT2) bereits gut im Futter, doch das Tuning-Derivat stellt beide deutlich in den Schatten. 840 Newtonmeter versprechen eine Jet-artige Beschleunigung bei jeder Drehzahl. Dabei gibt der Bolide seine Power je nach Basismodell an alle vier (Turbo) oder die beiden hinteren Räder (GT2) ab.

Für freie Atemwege sorgt einerseits der in einer Sport- und Rennversion angebotene Ladeluftkühler, andererseits die Sportauspuffanlage, die in einer Zwei- oder einer Vierrohrausführung zur Verfügung steht.

Avalanche 600 GT2 Evo - Heck
Das Hinterteil erstrahlt dank der „GTR Evo“-Heckschürze mit Diffusor und Luftauslässen sowie der charakteristischen Auspuff-Endrohre im typischen Gemballa-Stil

Gute Chancen beim Ampelsprint

Zu den Fahrleistungen: In punkto Topspeed siedelt sich der Gemballa Avalanche 600 GT2 Evo mit 320 km/h genau zwischen den beiden Vorbildern an (Turbo: 310 km/h, GT2: 329 km/h), was auf ein vergleichsweise kurz übersetztes Getriebe schließen lässt. Entsprechend flott geht der Null-auf-Hundert-Sprint vonstatten; nach nur 3,5 Sekunden ist das Schauspiel vorbei. Wer seine Chancen bei etwaigen Ampelduellen weiter verbessern möchte, kann zusätzlich eine Schaltwegverkürzung ordern, die es ebenfalls in den Ausführungen „Sport“ und „Race“ gibt.Fast noch mehr Aufsehen als die Performance des 600 GT2 Evo erregt dessen Aussehen. Auch die neueste Version trägt das typische Avalanche-Outfit zur Schau, das vor allem durch die besonders breiten Kotflügel, die neuen Seitenschweller und den XXXL-Heckflügel – jeweils mit integrierten Lufteinlässen – charakterisiert wird. Weitere Modifikationen: Die Fronthaube „GT“, die -schürze „Avalanche“ mit zusätzlichen Kühlöffnungen und die -spoilerlippe „GT2“ lassen beim Vorausfahrenden das Blut in den Adern gefrieren, sobald er in den Rückspiegel blickt. Das Hinterteil erstrahlt dank der „GTR Evo“-Heckschürze mit Diffusor und Luftauslässen sowie der charakteristischen Auspuff-Endrohre im typischen Gemballa-Stil. Viele Teile sind auch als Carbon-Ausführung erhältlich. Die auf Wunsch erhältliche Bicolor-Lackierung treibt das extravagante Optik-Konzept auf die Spitze.

Avalanche 600 GT2 Evo - Fond
Der Gemballa Avalanche 600 GT2 Evo ist um einiges leichter als die Vorbilder - was auch am aufgeräumten Fond liegt...

Fahrwerk, Bremsen, Felgen – die Qual der Wahl

Auch in Sachen Fahrwerk lässt Gemballa seiner Kundschaft die Wahl. Als Standard bietet der Veredler das „Profi Concept“ an, das aus höhenverstellbarem Gewindefahrwerk, Domstrebe, Stabilisatorenkit und steiferen Achsenhalterungen besteht. Das optional angebotene „Race Concept“ verfügt darüber hinaus über Rennsport-Querlenker an Vorder- und Hinterachse. Zwei Optionen auch bei den Bremsen: Neben einer Anlage mit vier roten Sätteln, die sich vorne in 380er und hinten in 350er Scheiben verbeißen, bieten die Schwaben eine Alternative mit vorne 405- und hinten 380 Millimeter großen Discs an. Nicht nur Technikfreunde werden sich darüber freuen, dass die im klassischen Look gestalteten Felgen einen ausgiebigen Blick auf die Stopper gewähren. Die 20-Zöller stehen in den Farbvarianten „Black“- und „Silver Edition“ sowie in der mattschwarzen „Black Magic“-Variante zur Verfügung.Im Interieur wagt Gemballa die Komplettrenovierung. Der Tuner verewigt sich im Elfer-Cockpit mit Leichtmetall-Pedalerie und -fußstütze, zahlreichen Avalanche-Logos, 340 Millimeter-Sportlenkrad und einer Umgestaltung des Fonds. Allerdings ist das nur ein Bruchteil dessen, was möglich ist – Gemballa kann (fast) alle Kundenwünsche umsetzen. Das treibt natürlich die Kosten in die Höhe. Und das, obwohl der Umbau schon in der Grundform mit 166.600 Euro zu Buche schlägt. Rechnet man die Preise der Basisfahrzeuge dazu, kostet das Vergnügen mindestens 306.752 (Turbo) oder 356.096 (GT2) Euro. Man muss es sich schon leisten können, von dieser Lawine mitgerissen zu werden…

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