Als Urtyp der Geländewagen gilt der Land Rover. Mit ihm hat die mittlerweile 60-jährige Geschichte des britischen Herstellers begonnen. Noch ohne den Namen Defender feiert er als "Land Rover" 1948 sein Debüt auf der Amsterdam Motorshow. Von da an entdecken vor allem das Militär, das Rote Kreuz und Tierschutzorganisationen das robuste Geländefahrzeug für ihre Zwecke. Im Laufe der Jahre werden nur wenige Veränderungen an dem Offroader vorgenommen, bis er 1990 aufgrund der Einführung des Discovery den Zusatz "Defender" erhält. Insgesamt sind bis heute rund 50 Prozent der produzierten Defender an Militär und Behörden gegangen.
Grund für den Erfolg ist vor allem seine robuste Bauart; noch heute ist ein Großteil aller jemals gebauten Fahrzeuge auf den Straßen der Welt unterwegs. Dabei hilft neben dem stabilen Leiterrahmen, der Starrachse und der allgemein sehr reparaturfreundlichen Technik auch die wegen des Eisenmangels nach dem Krieg teilweise aus Aluminiumblechen gefertigte Karosserie. Rost kann dem „Landie“ deshalb nur wenig anhaben.
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- Die Zukunft? Einen Ausblick auf künftige Range Rover-Modelle gibt die im Januar 2008 in Detroit präsentierte Studie LRX mit Turbodiesel-Hybrid-Antrieb
Die Modellfamilie bekommt Zuwachs
Bis 1970 ist der kernige Geländewagen das einzige Modell des Herstellers. Dann stellen die Briten mit dem Range Rover ein geländetaugliches Fahrzeug mit sehr komfortabler Ausstattung und einem sehr großzügigen Platzangebot vor. Jetzt macht ein geländegängiger Allradler erstmals sowohl im Schlamm als auch vor der Oper eine gute Figur. Heute ist das ganz normal: Luxus-SUVs orientieren sich immer noch an ihrem britischen Vorläufer und verbinden Lifestyle- und Offroad-Gene.Ein kleineres Schwestermodell ist dem Range Rover erst 1989 mit dem Discovery zur Seite gestellt worden. Als Familien-Offroader wird er schnell zum Verkaufsschlager. Bis heute, und damit innerhalb von 19 Jahren, sind weltweit mehr als 800.000 Einheiten des Discovery verkauft worden. Zum Vergleich: Erst 1976, 28 Jahre nach dem Debüt des ersten Land Rover, kann der Hersteller mit zwei Modellen die Marke des einmillionsten Fahrzeugs knacken.1997 folgt schließlich der Freelander als Premium-Kompakt-SUV, der als erster Land Rover nicht der strengen Geländewagenlehre entspricht. Er kann keine Geländeuntersetzung vorweisen, und statt Starrachsen verfügt er über Einzelradaufhängung. Leiterrahmen ade: Die Karosserie des Freelander ist selbsttragend. Den vorläufigen Schlusspunkt in der Modellpalette setzt 2005 der Range Rover Sport, der eine dynamischere Spielart zu seinem Basismodell Range Rover bietet. Parallel dazu werden die anderen Modelle kontinuierlich aufgefrischt und technisch verbessert. Der Hersteller schreibt sich unter anderem Innovationen wie Aluminiumkarosserie, Luftfederung und Kreuzventile für maximale Verschränkung, die Bergabfahrthilfe und einen Tankschutz zur Vermeidung einer Fehlbetankung auf die Fahne.
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- 1997 folgt schließlich der Freelander als Premium-Kompakt-SUV, der als erster Land Rover nicht der strengen Geländewagenlehre entspricht
Range Rover LRX – die Zukunft?
Einen Ausblick auf die Zukunft gibt die im Januar 2008 in Detroit präsentierte Studie LRX mit Turbodiesel-Hybrid-Antrieb. Unter dem hoch liegenden, coupéartigen Blechkleid verbirgt sich ein echter Offroader. Der Dreitürer mit den schmalen Scheinwerfern verfügt über einen permanenten Allradantrieb sowie über eine Bergabfahrkontrolle. Mit seinen kompakten Ausmaßen ist der LRX nahe dem Freelander angesiedelt, weshalb seine Serienfertigung noch offen ist. Eine Entscheidung wird Ende des Jahres erwartet. Um Kannibalisierungseffekte unter den eigenen Modellen zu vermeiden, muss zudem geklärt werden, ob er wie die Studie ein Dreitürer wird oder wie der Freelander ausschließlich als Fünftürer auf den Markt kommen soll.Die wirtschaftliche Historie der Marke Land Rover ist stets abwechslungsreich gewesen. Nach Rover, British Leyland, BMW und Ford gehören die Geländewagenexperten gemeinsam mit der Schwestermarke Jaguar mittlerweile zum indischen Mischkonzern Tata. Der ist mit den beiden britischen Neuzugängen in die Top 20 der größten Automobilhersteller der Welt aufgestiegen und will sich dem westlichen Wettbewerb auf Augenhöhe präsentieren. Für Land Rover können neuer Schwung und frisches Geld nur gut sein.

