Von den aktuellen Opel-Volumenmodellen ist der aktuelle Corsa das letzte Überbleibsel der alten Rüsselsheimer Garde – und ist im Spätherbst seiner Karriere immer noch ein Bestseller. Vor allem beim weiblichen Geschlecht hat der bald abgelöste Corsa immer noch ein Stein im Brett. Der Nachfolger, den die Opelaner nun im Windschatten des großen SUVs Antara erstmals der Öffentlichkeit zeigen, tritt also in große Fußstapfen. Doch sieht man sich den Neuen so an, scheint das nächste Kapitel der Erfolgsstory bereits geschrieben zu sein und muss nur noch veröffentlicht werden. Niels Loeb, Chef des Corsa-Design-Studios, bringt es auf den Punkt: „Ein bisschen frech darf sein, gerade unser coupé-artiger dreitüriger Corsa - ein richtiger Blickfang.“
Spannendes Styling, stramme StaturDas freundlich lächelnde Gesicht sorgt auch beim Betrachter für gute Laune, die stark ansteigende Gürtellinie vermittelt Solidität. Ausladende Kotflügel, die große Räder (optional sogar 17-Zöller) beherbergen, lassen den Rüsselsheimer stämmig und muskulös wirken. Die kuppelartige Fensterlinie, die sich an der C-Säule von der Dachlinie trennt, kennt man vom Vorgänger. Details wie die zahlreichen Sicken oder die stehenden Außenspiegel sorgen für Spannung im Design und lassen den Corsa kompakter wirken, als er tatsächlich ist. Denn genau wie die neuen Modelle der ausländischen Konkurrenz (Renault Clio, Peugeot 207, Fiat Grande Punto) hat er einen amtlichen Wachstumsschub hinter sich. Mit einer Außenlänge von 3,99 Meter hat er im Vergleich zum alten Corsa um satte 15 Zentimeter zugelegt.Doch allein mit dem Design lässt sich auch in der Kleinwagen-Klasse kein Auto mehr verkaufen. Damit auch die inneren Werte stimmen, hat Opel die vierte Corsa-Generation im Vergleich zum Vorgänger in allen Aspekten überarbeitet. Besonders das Fahrwerk zeigt sich runderneuert. Laut Opel-Chef Carl-Peter Forster haben die Ingenieure den Corsa „auf den anspruchsvollsten Teststrecken der Welt zum Kurvenflitzer“ getrimmt. Wer es richtig dynamisch mag, kann auf Wunsch ein Sportfahrwerk, eine „variabel-progressive“ Sport-Servolenkung und die bereits erwähnten 17-Zoll-Felgen ordern.Buchstabensalat für mehr SicherheitAuch die aktive Sicherheit stimmt: Das neue ESP verfügt nun über die Zusatzfunktion „EUC“ (Enhanced Understeering Control) und bremst in heiklen Situationen bis zu vier Räder ab. Außerdem wird das ABS serienmäßig von einem Bremsassistenten und einem System namens „CBC“ (Cornering Brake Control) unterstützt – Buchstabensalat, der im Ernstfall Leben retten kann. Außerdem bringt der neue Corsa Sicherheitsfeatures wie Halogen-Abbiege- und Kurvenlicht oder Reifen mit Notlaufeigenschaften („Run flat tires“) in die kleine Klasse. Optionale Technik-Pakete mit Infotainment-Möglichkeiten, Navigationssystemen, CD/MP3-Autoradios sowie Mobiltelefonen samt Sprachsteuerung und Bluetooth-Schnittstelle heben den Corsa in Sachen Ausstattung mindestens ein Autosegment höher, dürften sich aber in einem gesalzenen Preis niederschlagen.Auf Motorenseite gibt es wenig Neues zu berichten. Bei den Benzinern vertrauen die Rüsselsheimer weiterhin auf die bekannten Twinport-Vierventil. Diese verfügen über 1,0, 1,2 oder 1,4 Liter Hubraum und leisten zwischen 60 und 90 PS. Sparsame Zeitgenossen dürften sich vor allem für den 70 PS starken 1,3-Liter-Common Rail-Turbodiesel interessieren, der zudem mit einem serienmäßigen Partikelfilter glänzt. Neu ist der 1.7 CDTI-Selbstzünder, der mit seinen 125 PS die Rolle des Powerdiesels spielen darf. Auch hier reinigt ab Werk ein Partikelfilter die Abgase.Der Innenraum soll noch geräumiger sein als der des Vorgängers. Für den Corsa soll es eine Reihe von Ausstattungspaketen geben, die sich durch korrespondierende Farben, Materialien und Dekors voneinander unterscheiden. Sogar Klavierlack-Oberflächen sind möglich. Wer mag, kann seinen Corsa beispielsweise mit zusätzlicher Elektronik, einem elektrisch beheizbaren Lenkrad oder einem Panorama-Glasdach individualisieren.Ins Rampenlicht fährt der neue Corsa in der europäischen Trendmetropole schlechthin – London. Dort wird er bei der British International Motor Show (18. – 30. Juli) sicher der große Star sein. Die Markteinführung soll Ende September oder Anfang Oktober sein, die genauen Preise stehen noch nicht fest.

