Laut den Mercedes-Benz-Marketingfachleuten beschreiten die Untertürkheimer den „pyrotechnischen Weg“ mit „Schuhen aus ultrahochfestem Stahl“. Verstehen Sie nicht? Wir auch nicht! Nach Abzug aller Unklarheiten bleibt festzuhalten: Mit dem neuen E-Klasse Cabrio strebt Mercedes wieder den Klassensieg an. Im viersitzigen-Premium-Cabrio-Segment tummelt sich allerdings auch nicht allzu viel Konkurrenz. Nennenswerte Mitstreiter sind hier das BMW 3er Cabrio, der Volvo C70, das Lexus IS Cabrio und das Audi A5 Cabrio - wobei nur der Audi ebenfalls ein Stoffdach besitzt. Danach wird die Luft dünn.
Cabriofreuden vs. Rentnertraum
Optisch integriert sich das Cabrio völlig in das gelungene Design der neuen E-Klasse-Familie. Trotz des gegensätzlichen Trends haben sich die Designer für ein elektrisches Stoffdach entschieden. Dieses lässt in 20 Sekunden öffnen. Einerseits setzt Mercedes mit dem Stoffdach auf das klassische Cabriofeeling. Andererseits schießen die Schwaben mit der angestrebten Ganzjahrestauglichkeit über das Ziel hinaus. Zu den Neuerungen, die offenes Fahren bei (fast) jedem Wetter ermöglichen sollen, zählen die Nackenheizung „Airscarf“ oder das neuartige automatische Windschott „Aircap“.Aircap besteht aus einem Windabweiser oberhalb der Frontscheibe und einem Windschott zwischen den Rücksitzen. Per Knopfdruck entsteht ein „Warmluftsee“ im Wageninnern, der Turbulenzen verringern soll. Neu ist auch das „Akustik-Verdeck“. Hierbei handelt es sich jedoch nicht - wie der Name suggeriert - um ein Verdeck mit integrierter Hifi-Anlage. Im Gegenteil, es soll die Geräuschkulisse im Auto dramatisch minimieren und das Cabrio in Verbindung mit Aircap und Airscarf wintertauglich machen. Fragt sich nur noch, wann endlich das dazu passende Sonnensegel kommt, das nach der Luft und dem Sound auch die Sonne aus dem Innenraum eines Cabrios verbannt…
Sparmodus im Premiumsegment
Neben diesen mehr oder weniger essentiellen Innovationen ist es Mercedes dennoch daran gelegen, den Verbrauch zu minimieren. Neben des ausgesprochen guten cW-Wertes von 0,28 setzen die Schwaben auf Smart-Lösungen wie den Einsatz rollwiderstandsarmer Reifen. Die Motorenpalette entspricht eins zu eins der des E-Klasse Coupés. Zur Wahl stehen drei Dieselmotoren von 170 bis 231 PS und vier Benziner ab 184 PS. Bis die AMG-Version folgt, ist die Topversion der E 500 mit V8 Motor und 388 PS. Ab dem 11. Januar 2010 kann der mercedophile Käufer sein neues Cabrio beim Händler abholen. Der finanzielle Aufwand für das offene Allwettervergnügen ist noch nicht genau bekannt. Die Preise werden ca. 5.000 bis 6.000 Euro über der Coupé-Variante angesiedelt sein. Der E-Klasse Coupé-Einstiegspreis liegt bei rund 44.700 Euro. Für das bietet Mercedes übrigens ein 1.666 Euro teures Panorama-Glasschiebedach an. Vielleicht bietet dieses Feature potentiellen E-Klasse Cabrio-Kunden ja bereits genug Cabrio-Feeling…




