Volkswagen Polo R WRC

VW zurück in der Rallye-WM: Alle Infos zum Polo R WRC

Nach 25 Jahren Abstinenz wird Volkswagen 2013 in die Rallye-WM zurückkehren. Das Auto ist schon da - aber wer darin sitzen wird, ist noch offen. ( , 09.05.2011)

WRC statt Dakar

Am Rande der Sardinien-Rallye gab der Volkswagenkonzern bekannt, in Zukunft in dieser Rennserie mit eigenen Fahrzeugen antreten zu wollen. Das dazu passende Sportgerät haben die VW-Oberen schon mitgebracht und präsentierten einen scharfgemachten Polo der besonderen Art. Damit wollen die Wolfsburger ab 2013 der Konkurrenz ordentlich einheizen. Im Gegenzug dazu schränkten sie ihr Engagement bei der Rallye Dakar drastisch ein. "Es wird bei der nächsten Rallye Dakar im Jahre 2012 keinen Werkseinsatz von Volkswagen mehr geben. Der Einsatz eines Kundenteams wird momentan geprüft", sagte Markenvorstand Dr. Ulrich Hackenberg bei der Vorstellung des Rallye-Polos. Nach drei Siegen in Folge bei der Rallye-Dakar wendet man sich bei Volkswagen neuen Zielen zu. "Der Zeitpunkt zum Einstieg in die Rallye-WM ist für uns optimal. Uns reizt die sportliche Herausforderung, ein Fahrzeug zu konstruieren, das gegen eine Vielzahl von Herausforderern konkurrenz- und siegfähig ist", bestätigte Motorsport-Direktor Kris Nissen.

VW Polo R WRC
Der Polo R WRC hat einen aufgeladenen Vierzylinder-Direkteinspritzer mit 1,6 Litern Hubraum unter der Haube. Mit seinen 300 PS beschleunigt der die Rennkugel in unter sechs Sekunden auf 100 km/h. Mit Allradantrieb und Sportgetriebe soll es für eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h reichen.

Citroen das Leben schwer machen

Die Rallye-WM wird ähnlich stark von Citroën dominiert, wie die Dakar zuletzt von Volkswagen. Der Seriensieger im Rallyesport heißt seit 2004 in ununterbrochener Reihenfolge Sebastian Loeb auf Citroën. Um dieser erfolgsverwöhnten Konkurrenz ordentlich einheizen zu können, haben die Wolfsburger einen gemeinen Giftzwerg auf die Räder gestellt. Der Polo R WRC hat einen aufgeladenen Vierzylinder-Direkteinspritzer mit 1,6 Litern Hubraum unter der Haube. Mit seinen 300 PS beschleunigt der die Rennkugel in unter sechs Sekunden auf 100 km/h. Mit Allradantrieb und Sportgetriebe soll es für eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h reichen. Mit seine großen Spoilern, den wuchtigen Kotflügelverbreiterungen und den zusätzlichen Lufteinlässen ist der kleine Biedermann aus Wolfsburg kaum mehr wiederzuerkennen. Noch in diesem Jahr soll das erste Rollout des Fahrzeugs erfolgen. Gleichzeit soll das Team erste Erfahrungen im Rallyeumfeld mit Fahrzeugen der Konzernmarke Skoda sammeln. Dafür sind gegen Saisonende einzelne Starts zu ausgewählten Rennen geplant. Für 2012 sind eine intensive Erprobung des Fahrzeugs sowie ein ausführliches Testprogramm angedacht, ehe es im Jahr darauf mit der rasanten Hatz über Schotter- und Feldwege ernst wird.

WRC Golf GTI 1986
Das sporadische Auftauchen der Wolfsburger in der Rallye-WM war bislang immer kurz und erfolgreich. Zuletzt hatte Kenneth Eriksson auf einem Golf GTI 1986 den Titel geholt.

Schon vorher erfolgreich

Das sporadische Auftauchen der Wolfsburger in diesem Wettbewerb war bislang immer kurz und erfolgreich. Zuletzt hatte Kenneth Eriksson auf einem Golf GTI 1986 den Titel geholt. Davor war es Rallye-Legende Walter Röhrl, der mit dem Audi Sport Quattro S1 erfolgreich für den Konzern fuhr. Wer sich jetzt hinter das Sportlenkrad des neuen Polo R WRC klemmen darf, ist noch völlig offen. Ernsthafte Bewerber sollen sich jedoch nicht scheuen in Wolfsburg vorzusprechen. Aber natürlich liegt die Messlatte ziemlich hoch. "Wir beobachten auch hier den Markt sehr genau. Es wäre toll, wenn wir einen neuen Walter Röhrl in Deutschland hätten. Das würde uns und der WRC sicher helfen, grundsätzlich steht für uns aber die fahrerische Qualität über der Nationalität. Auch hier werden wir in den nächsten 20 Monaten sicher eine Entscheidung treffen", versicherte Motorsport-Direktor Nissen.

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