Übersinnliche Übung
Zum Relaunch der Driver-Serie wird allerdings nicht die komplette Story über den Haufen geworfen: Die Geschichte geht da weiter, wo sie in Driver 3 aufgehört hat. Detective John Tanner, dessen Rolle man als Spieler übernimmt, ist mit seinem 1970er Dodge Challenger und Partner Jones wieder auf den Straßen von San Francisco unterwegs und soll als Kronzeuge im Prozess gegen seinen alten Widersacher Charles Jericho aussagen. Diesem gelingt allerdings mit einem spektakulären Plan kurz vor Prozessbeginn die Flucht aus dem Polizeigewahrsam. Als Tanner versucht Ihr ihn natürlich aufzuhalten, doch die Verfolgungsjagd endet in einem allzu intensiven Rendezvous mit einem Vierzigtonner. Die Folge dieses Unfalls ist die buchstäbliche Fähigkeit Tanners, aus seiner Haut und in den Körper eines beliebigen Menschen am Steuer eines beliebigen Fahrzeugs „fahren“ zu können. Das klingt vielleicht komisch, ist aber nicht nur so, sondern verleiht dem Game diesen gewissen Mistery-Touch, den man wohl nur in einem Videospiel bereit ist zu akzeptieren. Diese „Aus-der-Haut-Fahr“-Mechanik nennt sich „Shifting“ und nach einer kurzen Eingewöhnungsphase, die in Form eines Tutorials in den ersten Spielminuten absolviert wird, fragt man sich, wieso niemand vorher auf diese Idee gekommen ist. Denn diese ist wesentlich für den Spielspaß den Driver - San Francisco (Driver-SF) liefert, verantwortlich.
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- Insgesamt gibt es über 30 Minuten an Videosequenzen während der Story zu bewundern. Hier seht Ihr die beiden Protagonisten, die Detectives Tanner und Jones.
Zwischenmenschliche Zwischenfälle
Und das ist eine ganze Menge – Ubisoft Reflections Studios liefert hier ein Spielspaß-Schwergewicht überbordenden Ausmaßes ab. Zunächst mal ist die Digitalisierung der Stadt San Francisco sehr gut gelungen. Die berühmten abschüssigen Gassen, die Golden Gate Bridge oder der Coit Tower sind alle „live und in Farbe“ zu bewundern. Ihr bewegt Euch grundsätzlich – auch dank Eurer Shifting-Fähigkeit – vollkommen frei in der Stadt und wendet Euch verschiedenen Aufgaben zu. Es sei denn, Ihr beschließt, einfach mal die Sau raus zu lassen und brutal zu heizen. Die Aufgaben, die ihr während des Story-Modus zu erledigen habt, sind jedenfalls vielfältig: im Wesentlichen unterscheidet man zwischen den sogenannten Herausforderungen, von denen über 80 Stück quer über die City verteilt sind. Dabei handelt es sich um kurze Aktivitäten, die Eure Fahrkünste auf die Probe stellen, zum Beispiel mit Sprüngen, Drifts oder Zerstörungs-Missionen. Mitunter erlebt man hier auch ziemlich amüsante Geschichten. Wer zum Beispiel immer schon mal seinem Fahrlehrer mit riskanten Manövern im Schulauto Herz-Rhythmus-Störungen inklusive benetztem Beinkleid beibringen wollte, darf sich in Driver austoben. Auch die anderen Aktivitäten wie Rennen, Verfolgungsjagden und Stunts sind gespickt mit humoristischen Einlagen, wie aufgrund eines Schlangenbisses halluzinierende Beifahrer, die in die Notaufnahme gerast werden müssen, Polizeikollegen mit ausgeprägten homosexuellen Tendenzen und Beifahrer-Freundinnen, die bei Überholmanövern fast schon in orgastische Zustände verfallen. Den roten Faden des Spiels bilden aber die 15 Story- und 30 Premium-Missionen, die die Handlung vorantreiben. Eure „Shifting“-Fähigkeit wird im Verlauf der Story zunehmend ausgeprägter und strategisch wichtig. So könnt Ihr beispielsweise bei Verfolgungsjagden kurzfristig die Kontrolle eines Fahrzeugtransporters, Busses oder Abschleppwagens auf der Gegenspur übernehmen, um diesen frontal in den Flüchtigen zu lenken. Das hört sich nicht nur brachial an, sondern macht auch genau so viel Spaß. Einen wählbaren Schwierigkeitsgrad gibt es zwar nicht, aber glücklicherweise hat man die richtige Balance für die Mehrheit der Gamer gefunden. Geübte Zocker haben aber wohl nicht allzu große Schwierigkeiten, die meisten Events beim ersten Versuch zu meistern.
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- Über 130 verschiedene Fahrzeuge sind lenkbar. Keine Porsche Lizenz? Gut, dass es die Jungs von Ruf gibt.
Optimale Optik
Der Realismus-Grad, den die Grafik in den Cut-Scenes erreicht, gehört mit zum Besten, was man bisher auf Konsolen zu Gesicht bekommen hat – vor allem in punkto Gesichts- und Bewegungsanimation. Leider relativiert sich der gute Eindruck ein wenig, wenn man im Spielgeschehen selbst seine Mitmenschen beobachtet – sie sehen sich dann doch ziemlich ähnlich und bewegen sich irgendwie ein wenig, naja, sagen wir mal unzeitgemäß. Gut, dass man meistens mit Geschwindigkeiten unterwegs ist, die jeder Beschreibung spotten. Womit wir bei dem Hauptelement von Driver-SF angekommen wären:den Autos. Über 130 lizensierte Wagen gibt es im Spiel zu fahren und jede Vehikel-Gattung ist vertreten, egal ob Lkw und Nutzfahrzeuge, SUV, Muscle Cars in klassisch und modern, Luxuslimos, Sport- oder Kompaktwagen. Und sie alle sind mit einer Liebe zum Detail umgesetzt, dass es einem als Gamer mit Benzin im Blut die Freudentränen in die Augen treibt. Das Fahrverhalten der einzelnen Boliden wurde absolut realistisch umgesetzt, die Armaturen sind originalgetreu gestaltet, der Motorsound authentisch und die Antriebsachsen stimmen auch. Einen derartigen Auto-Detailgrad hat bisher kein Action-Game geboten. Die Fahrzeuge könnt Ihr Euch übrigens entweder mittels „Shifting“ einfach so einverleiben, oder sie in einer der diversen Garagen kaufen und zwar mit einer recht ungewöhnlichen Währung, nämlich Willenskraft. Die verdient man sich mit jedem absolvierten Event – und nicht zu knapp. Eine komplette Übersicht über alle verfügbaren Pkw im Spiel findet Ihr übrigens am Ende des Artikels in Tabellenform.
Cineastischer Chic
Übrigens kommen auch Film- und Musikliebhaber in Driver-SF voll auf Ihre Kosten. Nicht nur, dass ihr die wohl berühmteste Verfolgungsjagd der Filmgeschichte (kleiner Hint: Dodge Charger R/T vs. Ford Mustang Fastback) nachspielen dürft, in diversen „Classic“-Events kommen Film-Damage-Effekte zum Einsatz, die das Spielgeschehen in einen 70er Retro-Look vom Feinsten hüllen. Und der Soundtrack zum Spiel, der mit insgesamt 77 Tracks aufwartet, unter anderem von Künstlern wie Aretha Franklin, Beastie Boys, Jamiroquai oder Queens ofthe Stone Age, setzt der stimmigen Atmosphäre die Krone auf. Und diese Atmosphäre setzt sich auch in den diversen Multiplayer-Modi fort, die ihre Premiere im Driver-Franchise feiern. Online darf man mit bis zu acht Teilnehmern in elf verschiedenen Modi wie Rennen, Verfolgungs- oder Trophäenjagd antreten, im lokalen Splitscreen dürfensich zwei Spieler in acht verschiedenen Modi miteinander duellieren. Auch im Multiplayer spielt die „Shift“-Funktion eine bedeutende Rolle, denn sie sorgt dafür, dass ein Duell erst vorbei ist, wenn es auch wirklich vorbei ist. Mühsames Hinterherfahren nach einem frühen Fahrfehler fällt somit erfreulicherweise völlig flach und die Spannungskurve steigt während der Duelle unaufhörlich. Dem Multiplayer-Erlebnis weiter zuträglich ist die Verknüpfung mit dem „Driver´s Club“, einer Website, auf der Statistik-Freaks mit allen nur erdenklichen Infos und Zahlen zu ihren Spielerfolgen versorgt werden,Leaderboards selbstverständlich inklusive. Zudem bietet Driver die Möglichkeit, sein eigenes Game-Footage zu clippen und online mit der Community oder Freunden zu teilen. Ubisoft Reflections hat bei Driver: San Francisco wirklich an alles gedacht!
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- Zurück aus der Zukunft: Der DeLorean DMC-12 ist nicht der einzige Film-Bezug, den Cineasten in Driver-SF serviert bekommen.
Viele Stunden Fahrspaß und Abwechslung in der Single Player-Kampagne, die großartige Inszenierung mit einigen der bestaussehendsten Cut-Scenes der aktuellen Konsolengeneration und der vielseitige Multiplayer-Spaß machen Driver-SF zu einem interaktiven, ziemlich auto-affinen High-End-Actionfilm mit Mistery-Einschlag und gehöriger Langzeitmotivation. Wer Auto-Freak ist und dazu noch gerne mal ´ne Runde zockt, sollte dieses Game auf jeden Fall im Regal stehen haben!
Driver - San Francisco ist ab sofort für Xbox 360, PlayStation 3 und PC erhältlich. Entsprechend angepasste Versionen für Nintendo Wii und 3DS sind ebenfalls in den Händlerregalen zu finden.
Verfügbare Fahrzeuge:
| Marke | Modell |
|---|---|
| Alfa Romeo | 159 TI |
| 8C Competizione | |
| Giulia TZ2 | |
| Giulietta | |
| Mito | |
| Spider Duetto | |
| AMC | Pacer |
| Aston Martin | Cygnet |
| DB5 | |
| DB9 Volante | |
| Rapide | |
| V12 Vantage | |
| Audi | A4 2.0 TFSI |
| Q7 4.2 FSI quattro | |
| R8 5.2 FSI quattro | |
| RS6 Avant | |
| S1 Sport quattro | |
| S5 Coupé | |
| TT RS Coupé | |
| Bentley | Arnage T |
| Continental Supersports | |
| Cadillac | CTS-V |
| DTS | |
| Eldorado | |
| Escalade | |
| XLR-V | |
| Chevrolet | Bel Air |
| Blazer | |
| C10 | |
| Camaro | |
| Camaro SS | |
| Camaro Z28 | |
| Chevelle SS | |
| Corvette | |
| Corvette Z06 | |
| Corvette ZR1 | |
| El Camino | |
| Impala | |
| Volt | |
| DeLorean | DMC-12 |
| Dodge | Challenger R/T |
| Challenger SRT8 | |
| Charger RT | |
| Charger SRT8 | |
| Grand Caravan | |
| Monaco | |
| Neon | |
| Ram 3500 Laramie | |
| Ram SRT10 | |
| Viper SRT10 ACR | |
| Fiat | Abarth 500 |
| Abarth 695 SS Assetto Corse | |
| Ford | Crown Victoria |
| F-150 XLT Super Crew | |
| F-350 Super Duty | |
| Gran Torino | |
| GT | |
| Mustang Cabrio | |
| Mustang GT Fastback | |
| Mustang Mach 1 | |
| RS2000 | |
| Taurus SHO | |
| GMC | C5500 |
| Savana | |
| Sierra | |
| Sierra Monster Truck | |
| Vandura | |
| Hudson | Hornet |
| Hummer | H3X |
| Jaguar | E-Type |
| XFR | |
| XKR | |
| Jeep | Wrangler |
| Lamborghini | Countach LP400S |
| Diablo VT | |
| Gallardo LP560-4 | |
| Jalpa | |
| Miura | |
| Murcielago LP640 | |
| Murcielago LP670-4 SV | |
| Lancia | Stratos |
| Lincoln | Town Car |
| Maserati | GranTurismo S |
| McLaren | F1 |
| MP4-12C | |
| SLR | |
| Nissan | 370 Z |
| GT-R | |
| Skyline GT-R | |
| Oldsmobile | Cutlass 442 |
| Vista Cruiser | |
| Pagani | Zonda Cinque |
| Pontiac | GTO |
| Lemans | |
| Solstice GXP | |
| Trans Am (1975) | |
| Trans Am (1975) | |
| Trans Am (1980) | |
| Range Rover | Sport Supercharged |
| Ruf | CTR 3 |
| CTR Yellow Bird | |
| RK Coupé | |
| RK Spyder | |
| RT 12 | |
| Shelby | Cobra 427 |
| GT500 | |
| Volkswagen | Camper |
| Scirocco R | |
| Baja Buggy | |
| Beetle | |
| Beetle Cabrio |

