Auf extrem wenig Gegenliebe bei den deutschen Autofahrern stößt die von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) aufgebrachte Einführung der Pkw-Maut auf deutschen Autobahnen. Laut einer aktuellen Onlineumfrage des Kfz-Portals www.auto.de lehnen 76 Prozent der befragten Autofahrer eine Pkw-Maut ab. Als Begründung schließt sich mit 51 Prozent gut jeder zweite der rund 2 000 Umfrageteilnehmer der Auffassung an, Autofahrer seien schon jetzt die "Melkkühe der Nation". Jeder vierte Befragte ist zumindest so lange gegen die Nutzungsgebühr für Autobahnen, wie die bestehenden Kfz-Besteuerungen nicht gesenkt oder abgeschafft wird.
Unter den 24 Prozent der Autofahrer, die einer Pkw-Maut positiv gegenüber stehen, ist die Devise "gleiches Recht für alle" der wichtigste Grund. 17 Prozent würden die Abgabe für gerecht halten, weil auch europäische Nachbarländer Geld für die Nutzung ihrer Straßen fordern. Weitere sieben Prozent befürworten eine Maut, weil dadurch zusätzliche Mittel in Erhalt und Ausbau des Straßennetzes fließen könnten.
Angesichts der vom Bundesverkehrsminister angedachten Jahresnutzungsgebühr von 76,50 Euro pro Pkw käme theoretisch einiges Geld zusammen. Bei über 42 Millionen laut KBA in Deutschland zugelassenen Pkw würde die Maut zusätzlich zwei bis drei Milliarden in die Staatskassen spülen - vorausgesetzt, die meisten Pkw-Besitzer nutzen weiterhin die Autobahn und kaufen sich daher notgedrungen die Plakette. Rund 51 Milliarden Euro nimmt der Staat laut ADAC bereits heute pro Jahr durch Abgaben wie Kfz-, Öko- und Mineralöl-Steuer ein.

