Rennerfolg als Verkaufsgarant
Nie ist das Motto „Win on Sunday, sell on Monday“ von so großer Bedeutung gewesen wie in den 60er und 70er Jahren. Die großen Konzerne wie Ford, Chrysler und General Motors versprechen sich von Rennsporterfolgen gigantische Umsatzzuwächse. Die Rennwagen mit denen die Hersteller bei diversen Rennserien antreten ähneln stark den Serienfahrzeugen. Die Kunden sollen den Eindruck gewinnen, dass kaum Unterschiede zwischen ihrem Fahrzeug und dem siegreichen Rennpendant bestehen. Um dieses Ziel zu erreichen, scheuen die Hersteller keine Kosten und beschäftigen ganze Heerschaaren von Ingenieuren, Mechanikern und Rennfahrern.
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- Das herausragendste Stück Motorbaukunst ist 1963 der Chrysler Hemi-Motor der zweiten Generation. Dabei handelt es sich um einen sieben Liter V8 mit 550 PS
Mit dem Hemi zum Sieg
Zu dieser Zeit liegt bei Rennwagen der Fokus auf Motoren mit immenser Leistung. Das herausragendste Stück Motorbaukunst ist 1963 der Chrysler Hemi-Motor der zweiten Generation. Dabei handelt es sich um einen sieben Liter V8 mit 550 PS. Er erfüllt die Anforderungen des NASCAR-Reglements und treibt die spektakulärsten Autos seiner Zeit an.Das Aggressivste und Brutalste was Chrysler 1969 in seiner Modellpalette hat, ist der Dodge Charger.
Mutation zum Daytona
Die serienmäßige Charger –Karosserie ist alles, aber nicht aerodynamisch. Für die hohen Geschwindigkeiten, die bei einem NASCAR-Rennen gefahren werden, sind einige Optimierungen notwendig.So bekommt der Chargereine neue spitz zulaufende Front und den Cyclone-Heckflügel. Die unglaubliche Höhe des Heckflügels entsteht dadurch, dass andernfalls der Kofferraumdeckel nicht mehr geöffnet werden kann.Geschaltet wird das bärenstarke Triebwerk mittels Vier-Gang-Getriebe manuell. Das Fahrwerk besteht aus Einzelradaufhängung vorn mit Schraubenfedern und Scheibenbremsen. Hinten bleibt mit Starrachse, Blattfedern und Trommelbremsen alles beim Alten. Der Dodge ChargerDaytona ist geboren und trägt den Namen des legendären Daytona 500-Rennens. 500 Exemplare des ChargerDaytonaentstehen, allerdings nur um die Homologation für die NASCAR Rennserie zu schaffen.
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- Die Kunden sollen den Eindruck gewinnen, dass kaum Unterschiede zwischen ihrem Fahrzeug und dem siegreichen Rennpendant bestehen
Neuer Geschwindigkeitsrekord
Die ganzen Mühen sollen sich noch auszahlen. In der 1970er NASCAR-Saison fahren die zwei erfahrenen Piloten Cotton Owens und Buddy Baker Charger Daytona. Zusammen mit dem Plymouth Road Runner Superbird, der mit demselben sieben Liter Hemi V8-Motor antritt, gewinnen die beiden 38 der insgesamt 48 Rennen.Aber das ist noch nicht alles. Bei den Alabama 500 in Talladega fährt Buddy Baker den Rekord ein. Als er in der 101 Runde in Führung liegt, wird seine Zeit mit über 200 Meilen pro Stunde gemessen. 322 km/h ist bis dato noch nie jemand bei einem NASCAR-Rennen gefahren. Mit diesem Rekord geht Baker in die NASCAR-Annalen ein. Chrysler vermarktet diesen Erfolg im großen Stil um seine Verkäufe weiter zu pushen. Ein Wehrmutstropfen bleibt. Dieser Rekord führt zu Bill Frances‘ Entwicklung des Vergaser-Restriktors, der für alle Zeit die Höchstgeschwindigkeiten auf Superspeedways unter 200 Meilen pro Stunde halten soll. 1971 limitiert das NASCAR-Reglement den Hubraum auf 305 Kubik Inch und setzt somit dem legendären Dodge Charger Daytona Hemi V8 ein jähes Ende.
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- Der Charger Daytona befindet sich völlig im Originalzustand - so wie er 1971 von der Rennstrecke kommt. Die Farbe des Heckflügels zeigt Gebrauchsspuren
Vom Rekordfahrzeug zum Exponat
Bakers Renn-Charger verbringt daraufhin einige Jahrzehnte im NASCAR Museum in Darlington und gibt Zeugnis über eine goldene und glorreiche Rennsportkarriere. 2005 holt Cotton Owens den Daytona aus dem Museum und macht ihn wieder fit. Nach 35 Jahren springt er bei der zweiten Zündung an. Die 200 Meilen-Marke zu durchbrechen ist ein nicht zu wiederholender Erfolg. Aufgrund der Sicherheitsbestimmungen wird kein Zuschauer in den USA je wieder ein Sprintrennen erleben dürfen in dem Geschwindigkeiten jenseits der 200 Meilen gefahren werden. Der originale Rekord-Charger wird Ende 2009 bei RM Auctions für 214.500 Dollar versteigert.

