Die Studien japanischer Hersteller – Teil 1

Die Tokyo Motor Show steht vor der Tür – und die japanischen Hersteller präsentieren sich beim Heimspiel zukunftsorientiert. Motorvision stellt die interessantesten Neuheiten vor. ( , 01.01.2009)

Die übermächtige Präsenz der japanischen Hersteller bei der Tokyo Motor Show ist nicht zu leugnen. Sie nutzen einen Großteil der Ausstellungsfläche von rund 40.000 Quadratmetern. Allen voran zündet Toyota in der japanischen Hauptstadt ein Feuerwerk der Innovationen. Gleich acht Studien präsentiert der marktbeherrschende Automobilproduzent und setzt dabei neben der Hybridantriebstechnologie auf Komfort und Wohlfühlfaktoren für den Fahrer. Zu den neuen Hybrid-Fahrzeugstudien gehören die Luxuslimousine "Crown Hybrid Concept" und der Sportwagen "FT-HS".

Neben der bereits auf der IAA ausgestellten Cityflitzer-Studie "IQ Concept" gibt es unter anderem die dreirädrige Studie "i-Real" zu besichtigen. Das einsitzige Auto ist speziell für den Stadtverkehr gedacht. Es folgt mit seinem Konzept dem bereits bekannten batteriebetriebenen "i-Unit". Bei sehr langsamen Geschwindigkeiten verkürzt der "i-Real" seinen Radstand und lässt sich dann besonders leicht selbst zwischen Fußgängern manövrieren. Der Fahrer gelangt durch die Radstandverkürzung in eine aufrechte Position und damit fast auf Augenhöhe der Passanten. Das Fahrzeug wirkt dann allerdings mehr wie ein moderner Rollstuhl und weniger wie ein Auto. Sensoren am Fahrzeug warnen Fahrer und Fußgänger vor einer bevorstehenden Kollision.

Mazda Atenza
Der neue Mazda6 feiert in Tokio seine Asienpremiere - dort allerdings mit dem Namen "Atenza"

Toyota 1/X – Der Prius der Zukunft

Die Studie "1/X" erinnert von der Form her an den Prius und verfügt auch antriebsseitig über einen Hybridantrieb aus einem Benzinmotor, der auch Ethanol verträgt, und einem Plug-in-Elektromotor. Beim Plug-in-Hybrid (PHV) sollen eine stärkere Batterie und die Möglichkeit der externen Stromaufladung die rein elektrischen Fahranteile erhöhen. Dadurch sinkt der CO2-Ausstoß des Fahrzeugs auf Werte deutlich unter 100 Gramm pro Kilometer.Rund ums Wohlgefühl des Fahrers geht es bei der Studie namens "RiN". Optisch mutet das Fahrzeug zwar an wie eine ovale Bonbon-Schachtel auf vier Rädern, das Pfiffige dabei sind jedoch die zusätzlichen Scheiben in den unteren Hälften der Türen. Auch die Frontscheibe fällt aufgrund schlanker A-Säulen groß aus, so dass nahezu ein Rundumblick möglich ist. Eine Art asiatischen Smart bietet Toyota mit dem Konzeptfahrzeug "Hi-CT". Die Karosserie des Zweisitzers in Kastenform endet noch vor der Hinterachse, auf die eine Kofferraumbox aufgesetzt ist. Das 3,30 Meter lange Vehikel ist eher ein Beispiel dafür, was möglich ist, als ein zukünftiges Serienmodell. Anders dagegen die Studie "FT-MV", bei dem es sich um einen Mini-Van der neuen Generation handelt. Er zeichnet sich nicht nur durch sein luxuriöses Interieur aus, sondern auch durch sein vollautomatisches Sitzkonzept. Zudem sind auf dem Stand des größten japanischen Autoherstellers unter anderen noch der Land Cruiser, der Corolla Rumion und der Estima Hybrid zu sehen.

Mazda Taiki
Der Mazda Taiki wird markentypisch von einem Kreiskolbenmotor angetrieben

Lexus präsentiert sich sportlich

Die Toyota-Edelmarke Lexus wird die Serienversion der 2005 in Detroit präsentierten Studie "LF-A" zeigen. Der Supersportwagen besticht durch ein muskulöses und gleichzeitig elegantes Design und wird von einem Zehnzylinder-Benzinmotor mit fünf Litern Hubraum angetrieben. In Kombination mit der aus Carbon gefertigten, aerodynamisch geschnittenen Karosserie soll der 4,46 Meter lange Zweisitzer eine bisher nicht da gewesene sportliche Fahrweise ermöglichen. Darüber hinaus findet sich am Lexus-Stand auch das Konzeptfahrzeug "LF-Xh". Bei dem 4,80 Meter langen SUV wurde die Designlinie der L-Modelle samt der hochwertigen Ausstattung mit den Vorteilen der Hybridtechnik kombiniert. Angetrieben wird der Allradler von einem V6-Benzintriebwerk und einem Elektromotor.Auch Mazda nutzt die Messe in Tokio, um zu glänzen. Das Konzeptfahrzeug "Taiki" feiert dort seine Weltpremiere. Die Studie, deren Name so viel bedeutet wie Erdatmosphäre, wird von der neuesten Generation des Mazda-typischen Kreiskolbenmotors angetrieben. Seine Karosserie mit sich wiederholenden Wellenformen soll die Strömung der Luft verkörpern. Der zweisitzige Sportwagen mit Frontmotor und Heckantrieb ist das vierte Modell einer Reihe von Mazda-Design-Studien, zu der auch der "Nagare", "Ryuga" und "Hakaze" gehören. Heimatpremiere feiert zudem der auf der IAA präsentierte Mazda6, allerdings unter dem Namen "Atenza". Des Weiteren sind auf dem Messestand der neue Mazda5 Hydrogen RE Hybrid mit Wasserstoff-Hybrid-Antrieb und weitere Antriebstechnologien ausgestellt.

Mazda5 Hydrogen RE Hybrid
Der Mazda5 Hydrogen RE Hybrid mit Wasserstoff-Hybrid-Antrieb

Mitsubishi gibt sich umweltfreundlich

Dem will Mitsubishi nicht nachstehen und zeigt zwei umweltfreundliche Konzeptfahrzeuge. Der Kleinwagen "i-MiEV" wird von je einem Elektromotor an den Vorderrädern und einem weiteren E-Aggregat an der Hinterachse angetrieben, die gemeinsam 87 kW/118 PS leisten. Der futuristisch gestaltete 2+2-Sitzer basiert auf der Studie "i-EV" und setzt mit seiner steilen Fronthaube und der sanft nach hinten abfallenden Dachlinie optische Akzente. Getankt wird aus der Steckdose, zusätzlichen Strom gewinnt eine Photovoltaikanlage auf dem Dach sowie ein Bremskraftrückgewinnungssystem. Die Reichweite soll bei 200 Kilometern liegen.In der viertürigen Reiselimousinen-Studie "Concept ZT" sorgt ein neu entwickelter 2,2-Liter-Dieselmotor mit 140 kW/190 PS für den Antrieb. Für die verlustarme Übertragung der Antriebskräfte kommt in dem Viersitzer ein Doppelkupplungsgetriebe zum Einsatz, das ohne Schubkraftunterbrechung schaltet.

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