Im Jahr 2005 etabliert Microsoft mit Forza Motorsport den Erzrivalen zu Sonys Gran Turismo-Serie. Mittlerweile ist bereits der dritte Forza-Titel auf der Xbox360 angekommen. (Florian Maier , 01.01.2009)
Die Datenmenge von Forza Motorsport 3 ist schon mal riesig – deswegen wird das Spiel auch gleich auf zwei Discs ausgeliefert. Also zuerst mal die Installations-Disc eingeworfen und nach einigen Minuten kann der Spaß beginnen.
Royal-Weiß
Optisch hebt sich Forza 3 klar vom Vorgänger ab: die Menüs erstrahlen allesamt in jungfräulichem Weiß. Das kann einem gefallen oder nicht. Fakt ist: Die Menüstruktur hat im Vergleich zum Vorgänger erheblich an Übersichtlichkeit gewonnen. Zur Wahl stehen im Hauptmenü die Optionen „Karriere“, „Freies Spiel“ und „Xbox Live Marktplatz“. Im freien Spielmodus gibt´s eine kleine Überraschung: Endlich lassen sich sämtliche Autos und Strecken von Anfang an testen, man muss sie sich nicht erst mühsam über den Karrieremodus verdienen. Besagte Karriere ist ebenfalls vielfältiger und vor allem abwechslungsreicher gestaltet als noch bei Forza 2: Leitfaden ist nun ein virtueller Rennkalender. Je nachdem, welches Auto oder welche Strecken man fahren möchte, entscheidet man sich für eine von drei Veranstaltungen, die die Wochen zwischen den obligatorischen Klassen-Events füllen. Diese „Haupt Events“ erstrecken sich im virtuellen Kalender über ein Saison-Jahr und finden jeweils an den Wochenenden statt.Die Einstufung der Autos wurde weitgehend beibehalten, neben den beschränkten Fahrzeugklassen „F“ bis „A“, gibt es die unbeschränkte Klasse „S“ und die Rennklassen „R3“ bis „X“. Zudem besitzt jedes Auto einen Leistungsindex, der sich durch Upgrades in die Höhe treiben lässt. Mit zunehmendem Karriere-Fortschritt verdient man sich Erfahrungspunkte die den Fahrerlevel steigen lassen. Für´s Gefährt gibt´s nebenbei bis zu fünf Autolevels, von denen jedes mit Rabatten auf diverse Groß- und Kleinteile einhergeht. Die Anzahl der Fahrzeuge, die in Forza 3 zur Verfügung stehen, ist schier atemberaubend: Über 400 Fahrzeuge aller erdenklichen Marken, Klassen und Altersstufen warten auf den Simulations-Freak. Alle bedeutenden Hersteller sind hier vertreten und sogar an die SUVs wurde gedacht! Per Download-Code, der jeder Verkaufsversion beiliegt, werden auch noch einige Classic-Zusatzschmankerl freigeschaltet. Beispielsweise der legendäre BMW M1, der 1957er Ferrari Testa Rossa oder das 1965er Shelby Cobra Daytona Coupé. Auch die Streckenanzahl ist weiter angewachsen – rund 40 Strecken gibt es zu erkunden, die wiederum in verschieden langen Variationen gefahren werden können. Ein optisches Highlight ist hier die Fantasiestrecke „Fujimi Kaido“, die die Schönheit des japanischen Berglandes in all ihren Facetten einfängt. Über den Xbox-Live Marktplatz lässt sich zukünftig weiterer Zusatzcontent auf die Festplatte schaufeln.
Kronjuwelen in Hülle und Fülle
Im Vergleich zum Vorgänger fällt vor allem die verbesserte Gegner-Intelligenz auf: Hatte man bei Forza 2 noch das Gefühl, zwischen den Schwierigkeitsgraden würden Welten liegen, wurde diesmal eine bessere Balance gefunden. Geübte Racer werden jedoch schon nach einigen Runden wenig Mühe haben, dem Gegnerfeld selbst auf Schwierigkeitsgrad „Schwer“ den virtuellen Mittelfinger beim Überholvorgang entgegenzustrecken. Der Schwierigkeitsgrad lässt sich aber weiter stufenlos anpassen. Das heißt: Ist schwer zu leicht, schaltet man einfach die neue Kupplungsmechanik hinzu, schon hat man wieder zu kämpfen. Auch Schaden, Reifenverschleiß oder Benzinverbrauch lassen sich zuschalten und treiben den Anspruch weiter in die Höhe. Nettes Gimmick: Während der Ladezeiten, die nicht allzu lange ausfallen, gibt es neben Spieltipps auch historische Fakten aus der Autowelt zu lesen. Dabei kommen mehr oder weniger interessante Dinge ans Licht, zum Beispiel, dass die erste Automesse 1895 auf einem Acker stattfand und ganze fünf Automobile dort zu sehen waren. Erdrückend auch die Möglichkeiten, sein Fahrzeug zu individualisieren: Wie schon beim Vorgänger lassen sich die Autos in jeder erdenklichen Weise modifizieren: Der Upgrade-Shop bietet alles, was Motorsport-Freunden einen Gummiabrieb-mäßigen Abgang bereitet: Lizensierte Felgenmodelle, Bremsanlagen, Nockenwellen, Spoiler und Stoßstangen, Luftfilter, Stabilisatoren... wäre die Liste komplett, würde sie noch einige Absätze füllen. Dazu kommen noch die Tuning-Optionen, die wirklich jedes erdenkliche Detail abdecken. Und sollte man mal keine Lust haben, sich stundenlang im Shop aufzuhalten, gibt es die neue Funktion des Auto-Update. Damit wird das Fahrzeug der Wahl automatisch auf die gewünschte Leistungsklasse „gepimpt“. Ebenfalls wieder mit an Bord: Der geniale, aber etwas umständliche Layermodus, mit dem sich eigene Lackierungen erstellen lassen. Ein Blick ins Forza-Auktionshaus macht klar, dass hier Jedermann mit ein bisschen Zeit und Fantasie zum Künstler werden kann!