Mieses Wetter, schlechtes Essen, eine erfolglose Fußball-Nationalelf: Mit den Engländern will man eigentlich nicht tauschen. Oder doch? Denn exklusiv für den britischen Markt legt Mitsubishi nun eine besonders heiße Variante des Lancer Evo X auf. (powered by Speed Heads , 01.01.2009)
In Großbritannien lässt es Mitsubishi mit dem Lancer Evolution X FQ-400 richtig krachen. Der zwei Liter große Vollaluminium-Turbo-Benziner leistet in diesem straßenzugelassenen Motorsport-Ableger stramme 409 PS bei 6.500 U/min. Für kräftigen Durchzug sorgt das maximale Drehmoment von 525 Nm, das bei 3.500 U/min anliegt. Das reicht für den Spurt von 0 auf Tempo 100 in nur 3,8 Sekunden und eine elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h.
Um diesen gewaltigen Power-Output aus diesem vergleichsweise schmalen Hubraum zu zaubern, sind signifikante Eingriffe nötig. Dank der im Motorsport gesammelten Erfahrungen kommen unter anderem ein komplett neuer Turbolader, geänderte Einspritzventile, größere Kühler und eine neu programmierte Motorelektronik zum Einsatz. Mitsubishi gibt eine Garantie von drei Jahren bzw. 36.000 Meilen (ca. 57.935 Kilometer).
Stilelemente aus dem Rallyesport
Der Mitsubishi Lancer Evo X FQ-400 tritt wie ein aggressiver Bolide aus dem Rallye-Sport auf und lässt Stilelemente des legendären Urahnen Evo VI erkennen. Die Motorhaube besitzt große Luftöffnungen, damit die Hitze des aufgeladenen Triebwerkes entweichen kann. Die im Vergleich zur zahmeren Version markantere Front besteht aus leichtem Verbundwerkstoff, der „Jet Fighter“-Grill weist jetzt Carbon-Elemente auf. Darüber hinaus gibt es in der Schürze zusätzliche HID-Schweinwerfer. Zudem schnüffelt die Front wegen einer neuen Spoilerlippe etwa 30 Millimeter näher am Asphalt.Weitere optische Motorsport-Zitate sind die muskulösen Seitenschweller aus Verbundwerkstoff und die modifizierte Heckschürze, die einen mächtigen Diffusor aus Carbon und ein zentrales Auspuffendrohr beheimatet. Ein standesgemäß großer Heckspoiler ziert das Stufenheck und sorgt gleichzeitig bei hohen Geschwindigkeiten für mehr Abtrieb an der Hinterachse.
Hightech für unerreichte Fahrdynamik
Thema Fahrdynamik: Der elektronisch gesteuerte Allradantrieb „Super-All Wheel Control“ (S-AWC) koordiniert und regelt die Systeme übergreifend und sorgt für optimale Traktion, Fahrdynamik und Beherrschbarkeit. Die Folge sollen ein noch spontaneres Ansprechen und eine noch präzisere Umsetzung der Befehle des Fahrers sein. Doch im FQ-400 geht Mitsubishi noch ein Stück weiter. Das S-AWC haben die Japaner mit einer aktiven Fahrstabilitätskontrolle, einem aktiven Mittendifferenzial, einer aktiven Giermomentregelung und Sport-ABS kombiniert. Abhängig vom Untergrund kann der Fahrer zwischen drei Setups wählen: Tarmac (Asphalt), Gravel (Schotter) und Snow (Schnee).Für zusätzliche Fahrstabilität sorgen die vergrößerte Spurbreite und das modifizierte Fahrwerk. Den Kontakt zur Straße stellen in Leichtbauweise hergestellte 18-Zoll-Felgen im Neun-Speichen-Design mit Reifen vom Typ „Toyo Proxes R1R“ her. Für die notwendige Verzögerung des brachialen Lancers sorgt eine Hochleistungsbremsanlage.
Ein bisschen Luxus muss sein
Der Rallye-Flair zieht sich bis in den Innenraum durch. Dort geben Schalensitze von Recaro sowohl Fahrer als auch Beifahrer bei scharfer Fahrweise richtigen Halt. Sollte ein Kind mitfahren, gibt es für den Nachwuchs im Fond eine Isofix-Kindersitzbefestigung. Für zusätzliche Sicherheit sorgen ferner sieben Airbags sowie Gurtstraffer. Akzente setzen außerdem der Handbremsengriff und Schaltknauf aus purem Carbon.Im Interieur brauchen die Insassen der brachialen Renn-Semmel auf luxuriöse Features nicht zu verzichten. So gibt es unter anderem eine Bluetooth-Anbindung für das Handy, einen CD-Tuner mit einer 30 GB großen Festplatte und DVD-Satelliten-Navigation. Der Rechtslenker-Spaß lässt sich allerdings nur auf dem europäischen Inselstaat für 49.999 britische Pfund ordern. Das sind derzeit umgerechnet ca. 80.088 Euro.