Niki Lauda nimmt alles auf seine Kappe
Niki Lauda – der Udo Lattek der Formel 1. Ja gut, er ist meistens nüchtern, aber ständig Plattitüden dreschen und sich dann noch als „Experte“ bezeichnen, nur weil man zu Schwarz-Weiß-Fernsehzeiten schon mal was gewonnen hat? Nun ja, für das gemeine RTL- und Ex-DSF-Publikum reicht das Niveau ja auch meist aus. Aber dass er Robert Kubica als „Polaken“ bezeichnet und sich dann noch hinstellt, dass das ja nett gemeint sei, da er gerade ein sensationelles Qualifying hingelegt hat, ist selbst für RTL-Verhältnisse zu starker Tobak. Da nützt es auch nix, dass er am Saisonende ständig seine Kappe für alles und jeden zieht. Im Gegenteil: Aus ästhetischen Gründen sollte die Ösi-Fackel das in Zukunft besser sein lassen.
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- Sebastian Vettel: "Nettes Outfit, Kai. Kompliment!" Kai Ebel: "Hat mir meine Mama heute früh rausgelegt. Leider ist sie farbenblind. Aber ich liebe sie trotzdem."
Harakiri wegen Kai Ebel?
Apropos Ästhetik und RTL: Was sich Kai Ebel klamottentechnisch in diesem Jahr wieder geleistet hat, dürfte einige Modedesigner und -berater in den kollektiven Harakiri getrieben haben. Wie, Ihr wisst nicht, was wir meinen? Dann schaut mal auf der offiziellen Homepage von „Mr. Boxengasse“ nach. In der Gallery präsentiert Euch der Uli Stielike der Formel1 nochmals das „Worstof“ seines modischen Daseins. Was uns wundert: Wie bringt der Borussia Mönchengladbach-Fan (als sei das nicht schon schlimm genug…) Superstars wie Michael Schumacher, Bernie Ecclestone oder Hugh Grant in diesen Outfits dazu, ihm ein Interview zu geben? Ist es etwa Mitleid?
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- Jessica Michibata ist die Freundin des smarten Briten. Natürlich ist sie Unterwäschemodel und unglaublich heiß. Glaubt Ihr nicht? Gebt den Namen bei der Google-Bildersuche ein, dann wisst Ihr bescheid.
Ein Preis für den smarten Briten
Auch an dieser Stelle soll es um Ästhetik gehen: Laut einer repräsentativen Umfrage unter den Mädels der Motorvision.de-Redaktion (okay, es gibt nur eines) steht fest: Jenson Button ist der schönste aktuelle Formel 1-Fahrer. Das ist hiermit Fakt und unumstößlich. Nur welchen Preis wir dem „smarten Briten“ – wir zitieren besagte Kollegin – zukommen lassen sollen, wissen wir noch nicht so genau. Die Goldene Haarbürste? Einen Jahresvorrat Zahnweiß? Die Telefonnummer der Kollegin? Anregungen nehmen wir da gerne entgegen. Vielleicht aber doch ein Lehrbuch für schnelles Formel 1-Fahren, schließlich ist der Weltmeister in diesem Jahr ganz schön abgestürzt. Hat Button etwa zu leise mit den Reifen geflüstert? Dann sollten wir über ein Megaphon als Hauptgewinn nachdenken.
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- Eisgekühlter Bommerlunder statt Energy Drink: Schumi und Ross Brawn sind so lustig drauf, dass sie beide schon gut einen gezwitschert haben müssen. Macht das 2011 öfter, dann gewinnt Ihr auch endlich mal.
Mehr Promille für den Erfolg
Bei der Analyse der vergangenen Formel 1-Saison sind wir zu dem Schluss gekommen: Michael Schumacher war bei den Rennen einfach zu nüchtern. Zu wenig Promille im Blut – da können die Reifen seines Benz ja nicht auf Temperatur kommen. Beim Raceof Champions hat er es deutlich besser gemacht: Die Nacht durchgezecht, mit Restalkohol in den Renner und die Konkurrenz aus dem Stadion gedriftet. Okay, für den Einzeltitel hat es auch da nicht gereicht, aber die Unfälle haben bei diesem Event die nüchternen Teilnehmer bzw. Veranstalter fabriziert. Schumi weiß also, was er an den Rennwochenenden 2011 zu tun hat. Vor allem, weil mit Nobby „Doppelkorn“ Haug als Chef auch die Beschaffung des Stoffs kein Problem darstellt.
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- In diesen Augen wohnt der Wahnsinn: Vitaly Petrov hat 2010 ohne Ende Schrott produziert, darf aber nächstes Jahr wohl bei Lotus-Renault weiterfahren.
Russisches Roulette à la VitalyPetrov
Apropos Hochprozentiges: Da wiegen einen die Russen ewig in Sicherheit, um einem dann in letzter Sekunde alles zu versauen. Beispiel Vitaly Petrov: Da ist er das ganze Jahr über so schlecht und tut alles dafür, dass ihn keiner der anderen Piloten mehr ernst nimmt, und dann vermiest er der spanischen Spaßbremse Fernando Alonso den WM-Titel. Doch für die Sponsoren seines Teams – okay, er hat sie eh fast ausnahmslos selbst mitgebracht – war die Saison des Russen ein Segen. Denn Petrov weiß (vielleicht hat es ihm auch seine unglaublich blonde Managerin gesagt):Wer irgendwo im Mittelfeld herum dümpelt, kommt nicht ins Fernsehen. Dann doch besser die Kiste mit Schmackes von der Strecke schmeißen – die Reparaturkosten dürften sich schnell wieder amortisiert haben – oder dem erfolgsverwöhnten Spanier die Tour vermasseln. Dann ist man wenigstens im Bild.
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- "Mami, Mami, der blöde Russe hat mir die WM geklaut!" Angesichts dieses traurigen Blickes wundert es uns schon, dass die FIA Fernando Alonso den Titel nicht einfach so verliehen hat.
Schlecht verlieren konnte er schon immer gut
Auch hier müssen wir beim Thema bleiben. Natürlich ist uns klar, dass erfolgsverwöhnte Menschen meist auch schlechte Verlierer sind. Liegt wohl in der Natur der Sache. Aber sich wie Fernando Alonso nach dem Saisonfinale als bockige Blage zu präsentieren und Petrov blöde anzumachen, nur weil der ihn nicht vorbeigewunken hat, hat nichts mit Erfolgsbesessenheit zu tun. Das ist eher eine Frage des Anstands. In dieser Hinsicht ist der Spanier in seinem italienischen Team also schon sehr gut integriert – die Erklärung folgt im nächsten Absatz.
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- Sie hätten es so einfach haben können. Sie hätten Massas Boxenstopp versauen können. Er hätte sich "verbremsen" können. Er hätte kontinuierlich langsamer werden können. Statt dessen machen sie ein Possenspiel draus. Traurig.
Das sind Eure Regeln, nicht unsere
Das leidige Thema Teamorder. Endlich hatte die FIA ein Einsehen mit Teams und Fans und hat das unsinnige Stallorder-Verbot, das im Zweifelsfall eh keiner kontrollieren kann, abgeschafft. In der Saison 2010 galt es noch, was vor allem ein Team am Erfolg gehindert hat: Ferrari. In Hockenheim haben die Roten gezeigt, dass ihnen Regeln einfach am Arsch vorbeigehen, wenn sie ihnen nicht in den Kram passen. So sind sie eben, die Italiener: Solange sie Profit daraus schlagen, pfeifen sie auf ihren Ruf, wohnen ja schließlich auch alle noch bei Mama. Sympathisch muss man das nicht finden, bemerkenswert aber auf jeden Fall.
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- Okay, es sah eigenartig aus und hat sich schlimm angehört. Aber feiernde Engländer sind in der Formel 1 immer noch besser zu ertragen als im Fußball. Ach, wie schön war doch dieses 4:1 bei der WM...
Der Ton macht die Musik
Sympathisch sind dagegen die Jungs von Red Bull. Das gilt für die Fahrer ebenso wie für den Teamchef oder die Boxencrew. Sie haben Erfolg, aber behalten die Bodenhaftung – gut so. Nur eines hat uns echt entgeistert: Nicht nur freudetrunkene – zumindest überwiegend – Engländer hotten zum allernervigsten Hit des Jahres ab: „WeNoSpeakAmericano“, die dämlichste Dance-Darmgeburt des Jahres 2010. Das bringt uns zu zwei Erkenntnissen. Erstens (auch auf die Gefahr hin, sich in eine „Wer-im-Glashaus-sitzt“-Situation zu begeben): Der Engländer an sich ist und bleibt ein Bewegungs-Legastheniker, der sich NIE dazu verführen lassen sollte, eine Tätigkeit wie Tanzen auszuführen. Und zweitens: Wer erfolgreich ist, muss nicht zwangsläufig einen guten Musikgeschmack haben. Dass Sebastian Vettel nach eigener Aussage Fan der Beatles ist, kann da auch nicht mehr viel retten. Oder verschlimmert es das etwa noch…?
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- Okay, eigentlich bürgt ein Kinn wie das von Pastor Maldonado in der Formel 1 für Qualität. Doch wir sollten nicht den Fehler machen, zu viel vom Venezolaner zu erwarten. Er würde uns bitter enttäuschen.
Das Leben ist eine Schlampe – vor allem in der Formel 1
Zum Schluss noch ein tiefer Griff in die Phrasen-Kiste: „Undank ist der Welten Lohn“ – das muss sich Nico Hülkenberg derzeit denken. Da sorgt er mit seiner Pole Position in Brasilien für das größte – eigentlich das einzige –Saisonhighlight seines Williams-Teams, und dann setzen sie ihn einfach vor die Tür. Und ersetzen ihn durch die venezolanische Wanderdüne Pastor Maldonado. Nein, Frank Williams erhofft sich dadurch nicht etwa mehr göttlichen Beistand – obwohl er ihn angesichts dieser Fahrerwahl gut gebrauchen könnte. Pastor Maldonado heißt wirklich so. Womit er sich das Cockpit verdient hat? Sollte es sein fahrerisches Talent sein, hat er es bisher sehr gut versteckt. Es wird wohl eher eine Sponsoren-Mitgift im zweistelligen Millionen-Bereich sein. Und Hülkenberg? Der wird wohl – wenn überhaupt – Ersatzfahrer und Maldonado 2011 beim Versagen zuschauen. Tja, „Life´s a bitch – and then you die.“ In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

