Grelle Farben, schräge Formen
Der kleine Kompaktsportler Opel GT, der Manta-Konkurrent Ford Capri oder der als „Hausfrauen-Porsche“ verschriene 924: Drei vollkommen unterschiedliche Fahrzeuge, die doch eines gemeinsam haben. Sie alle versprühen den Hauch der Siebziger Jahre und werden – der eine früher, der andere später – langsam in den Adelsstand eines „echten Klassikers“ erhoben. Waren noch vor wenigen Jahren ein Jaguar E-Type oder Mercedes SL die Hingucker auf jedem Klassikertreffen, ziehen mittlerweile auch andere Fahrzeuge die Blicke der Zuschauer auf sich: Die Youngtimer. Wen wundert’s, sind sie doch wegen ihrer oft grellen Lackfarben nur schwer zu übersehen. Ursprünglich als verkehrssichernde Notwendigkeit geboren – die Zahl der Verkehrstoten hatte 1970 einen traurigen Höhepunkt erreicht – avancierten die sogenannten „Signalfarben“ schnell zum Charakteristikum der Siebziger Jahre-Autos. Doch gerade diese schrillen Farben in Kombination mit den polarisierenden Proportionen vieler Fahrzeuge dieser Zeit sind der Grund dafür, dass das Design dieser Zeit in den nachfolgenden, braveren Dekaden als automobile Geschmacksverwirrung abgehakt. Bis der Mut zur Lücke plötzlich wieder cool wurde, Anderssein wieder in war und viele in die Jahre gekommene Autofans mit den Youngtimern ihre Jugendlieben wiederentdeckten.
Altbewährt und erweitert
Malte Jürgens, Chefredakteur der renommierten Oldtimerzeitschrift „Motor Klassik“ und erfahren in der literarischen Aufarbeitung alten Blechs, versammelt im 220 Seiten starken Buch „Youngtimer – Die Kultautos der 70er- und 80er-Jahre“ die wichtigsten Vertreter der jungen Klassiker. Ob „Hundeknochen-Escort“, BMW 2002, Audi 100 Coupé S, Mercedes 280 TE oder Golf I Cabriolet – was in den Siebzigern für Aufsehen auf Deutschlands Straßen sorgte, ist hier vertreten. Insgesamt 22 kommende Klassiker werden detailliert beschrieben, kleine Anekdoten und technische Daten runden das Gesamtbild ab, zahlreiche großformatige Fotos geben visuelle Eindrücke der beschriebenen Fahrzeuge. Zwar ist das Werk keine echte Neuheit, sondern „nur“ eine erweiterte Version des bereits vergriffenen Buchs „Youngtimer – Klassiker der Wilden 70er“, doch nicht zuletzt dank der zusätzlich aufgenommenen Fahrzeuge setzt der aktualisierte Band Maßstäbe im Bereich Youngtimer-Literatur. Das Buch kostet 29,90 Euro und ist ab sofort im Handel erhältlich, weitere Informationen dazu gibt es unter http://www.motorbuch-verlag.de.

