Red Bull-Renault
Dass Red Bull in diesem Ranking Platz eins belegt, dürfte keine große Überraschung sein. Schließlich haben sich die Gefolgsleute des Brause-Tycoons Dietrich Mateschitz souverän den Konstrukteurs-Titel unter den Nagel gerissen. Nachdem die österreichisch-britische Truppe 2009 schon nah dran war, hat es nun mit dem großen Wurf geklappt. Dass es „erst“ im vorletzten Rennen mit dem Titelgewinn geklappt hat, lag weniger an den Gegnern als an den Roten Bullen selbst. Gefühlt hat Red Bull in dieser Saison mehr Punkte verschenkt, als das Mercedes GP-Team gewonnen hat. Das Auto war auf (fast) jeder Strecke schnell, auf den meisten hochüberlegen, nur eben von Zeit zu Zeit zickig. Auch der Kommandostand hat nicht immer brilliert. Lobend muss die Strategie erwähnt werden, beide Piloten den Titelkampf auf der Strecke austragen zu lassen - wenn auch hier und da offensichtlich wurde, dass Vettel der heimliche Liebling der Red Bull-Bosse ist.
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- Höhepunkt der Ferrari-Saison war Fernando Alonsos Sieg beim Heimspiel in Monza, bei dem Teamkollege Felipe Massa Dritter geworden ist.
Ferrari
Vom rein sportlichen Standpunkt muss man der Scuderia Anerkennung zollen. Nach dem guten Saisonstart ist Ferrari nach dem ersten Saisondrittel in ein tiefes Loch gefallen, aus dem sich die Italiener selbst herausgezogen haben. Beharrlichkeit und der feste Glaube an sich und die eigene Stärke haben letztlich dafür gesorgt, dass Fernando Alonso zu Saisonende gar der Topfavorit auf den WM-Titel war. Dann ist da noch die Topplatzierung in der Pannenstatistik: Kein Team war so zuverlässig wie Ferrari. Nachdem die Motorenprobleme der frühen Saisonrennen ausgemerzt waren, sind die roten Renner fast immer ins Ziel gekommen. Die beiden Ferrari F10 haben satte 97,2 Prozent der möglichen Renndistanz absolviert, Alonsos Motorschaden in Malaysia war der einzige von einem Defekt hervorgerufene Rennausfall. Mit so einer Bilanz ist man eigentlich in einer Top-Position für den Titel – wenn man sich nicht in der Strategie verzockt und mehr als einen starken Fahrer hat…
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- Bei McLaren-Mercedes gab es in dieser Saison einiges an Redebedarf. Das F-Schacht-System war ein genialer Schachzug, aber es mangelte an aerodynamischer Effizienz.
McLaren-Mercedes
Auch McLaren-Mercedes blieb in der vergangenen Saison titellos, obwohl der Anspruch des Teams ein anderer ist. Dass die Briten trotzdem zu den Gewinnern der Saison zählen, verdanken sie dem genialen F-Schacht-System. Der Aerodynamik-Trick, der für Topspeed-Überschuss sorgt, ohne dass Abstriche beim Abtrieb gemacht werden müssen, hat die anderen Teams ein ums andere Mal vor Probleme gestellt. Schade, dass McLaren ab dem Silverstone-Rennen eingebrochen ist und sich nur ganz langsam wieder an Red Bull und Ferrari heran arbeiten konnten. Doch 2011 muss mit den Chromfarbenen - auch angesichts der starken Fahrerpaarung - auf jeden Fall gerechnet werden.
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- Trotzdem eines deutlich geringeren Budgets lag das Renault-Team meist in Schlagdistanz zu den Top-Mannschaften und konnte die vier Favoriten öfter schlagen, als denen lieb war.
Renault
Anders als die Top Four-Teams arbeitet Renault nicht mehr nach Werksteam-Standards, was sich vor allem im deutlich geringeren Budget bemerkbar macht. Trotzdem lagen die Gelb-Schwarzen meist in Schlagdistanz, konnten die vier Favoriten öfter schlagen, als denen lieb war. Mit deutlich geringeren Mitteln hat Renault genauso viele Podestplatzierungen geholt wie das Mercedes GP-Team. Besondere Anerkennung verdient Renaults F-Schacht-Lösung. Wie alle anderen mussten die in England ansässigen Franzosen das McLaren-System kopieren, haben das aber besser hinbekommen als McLaren, Ferrari oder Mercedes. Das hat man gerade im Saisonfinale beim Zweikampf zwischen Vitaly Petrov und Fernando Alonso deutlich gesehen. Apropos Petrov: Hätte Renault neben Robert Kubica einen zweiten starken Fahrer gehabt, wäre sogar Rang vier in der Konstrukteurs-WM drin gewesen. Doch nur drei gute Rennen des Russen – China, Ungarn und eben Abu Dhabi – haben die mögliche Sensation verhindert.
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- Der Technische Koordinator Patrick Head (l.) und Teamchef Frank Williams sind immer noch die starken Männer beim Traditionsteam Williams, das in dieser Saison Kämpferqualitäten bewiesen hat.
Williams-Cosworth
In den Neunziger Jahren noch der Formel 1-Krösus, nagt die britische Traditionsmannschaft inzwischen am Hungertuch. Ein bescheidenes Budget sorgte dafür, dass die Mannen um Frank Williams und Patrick Head im Vorfeld der Saison sehr konservativ entwickeln und auf die günstigen Cosworth-Motoren zurückgreifen mussten. Endsprechend zäh verlief der Saisonstart, die Ergebnisse blieben aus. Doch ab dem Rennen in Valencia ging es aufwärts, im Endspurt hat die Kämpfertruppe sogar noch Force India im Kampf um Platz sechs in der Konstrukteurs-WM abgefangen – das bringt bares Geld für die nächste Saison. Dazu die Sensations-Pole durch Hülkenberg in Brasilien. Fraglich allerdings, ob Williams angesichts weiterer abspringender Sponsoren und der Verpflichtung des begrenzt talentierten Venezolaners Pastor Malonado als zweiten Piloten 2011 das Niveau halten kann.

