Die Flops der Formel 1-Saison

Die Formel 1-Flops 2010: Fahrer

Jungs, das war nix. Einige Piloten sind in diesem Jahr tief gefallen, haben menschlich enttäuscht oder fahren einfach nur einen großen Namen spazieren: Motorvision präsentiert: Die Fahrer-Flops der Formel 1-Saison 2010. ( , 23.11.2010)

Felipe Massa

Der Brasilianer ist DIE Enttäuschung unter den diesjährigen Formel 1-Fahrern. 2008 fast noch Weltmeister, ist der Brasilianer in diesem Jahr klar der schlechteste der Top Sechs-Piloten. Massa hat 144 Punkte gesammelt – nur zwei mehr als Nico Rosberg im deutlich langsameren Mercedes und 108 (!) weniger als Teamkollege Fernando Alonso. Klar, einen Schock wie den Unfall in Ungarn in der letzten Saison muss man erst einmal verkraften. Gleiches gilt für Ferraris Teamorder in Hockenheim, bei der ihm der Kommandostand unmissverständlich klar gemacht hat, wie die Fahrer-Hierarchie bei der Scuderia aussieht. Ungewöhnlich: Obwohl diese Aktion für Massas Moral sicher nicht förderlich war, hat er in den vier Saisonrennen zwischen Hockenheim und Monza mit zwei Podiums- und zwei vierten Plätzen seine stärkste Phase gehabt. Doch immer wieder gab es unerklärliche Einbrüche, darunter drei Zielankünfte außerhalb der Punkte in den drei Rennen vor Hockenheim. Kriegt Massa nicht gleich zu Saisonbeginn 2011 die Kurve, blüht ihm ein ähnliches Schicksal wie einst Eddie Irvine oder Rubens Barrichello: Die ewige Nummer zwei bei Ferrari. Oder der Brasilianer wagt einen Neuanfang bei einem anderen Team.

Michael Schumacher Mercedes GP
Michael Schumachers Comeback im Mercedes GP-Team stand wahrlich unter keinem guten Stern. Nur halb so viele Punkte wie der Teamkollege, dazu wenig Kampfkraft - das war nix, Schumi!

Michael Schumacher

Zeitweise hat es den Eindruck gemacht, als würde die ganze Formel 1-Welt auf Michael Schumacher einprügeln. Dumm für ihn: Er hat den Kritikern einfach zu viele Vorlagen geliefert. Nur zehn Punkte nach den ersten vier Saisonrennen, während Teamkollege Nico Rosberg im gleichen Zeitraum satte 50 Zähler gesammelt hat – schon der Start war also wenig verheißungsvoll. Dazu der mächtige Durchhänger zur Saisonmitte, in der sich der Rekordweltmeister zudem zweikampfschwach und desillusioniert präsentiert hat. Trotz eines leichten Aufschwungs zu Saisonende stehen unter dem Strich nur 72 WM-Punkte – Rosberg hat fast doppelt so viele gesammelt. Bleibt zu hoffen, dass Mercedes für nächstes Jahr ein weltmeisterreifes Auto baut, das Schumi wieder zu Höchstleistungen beflügelt. Gelingt es ihm jedoch wieder nicht, mindestens auf Rosbergs Niveau zu fahren, sollte er mit sich und all seinen Fans ein Einsehen haben und der Formel 1 den Rücken kehren. Sein eigenes Denkmal hat in dieser Saison bereits genug Kratzer abbekommen.

Jenson Button
Jenson Button hat stark angefangen und dann nachgelassen. Der Weltmeister fuhr zwar konstant in die Punkte, fiel gegenüber Lewis Hamilton aber immer mehr ab im Laufe der Saison.

Jenson Button

Erst schien es, als hätte der amtierende Champion den Rückenwind seines Titels in die neue Saison hinüber retten können. Zwei Siege in den ersten vier Rennen, Tabellenführer nach fünf Rennen, noch zu Saisonmitte auf Tuchfühlung zur Spitze. Vom Reifenflüsterer war die Rede, von jenem Piloten, der den perfekt auf die neuen Regeln zugeschnittenen Fahrstil hat. Doch Button hat das Niveau nicht halten können, fuhr zwar konstant in die Punkte, ist im Laufe der Saison gegenüber Teamkollege Lewis Hamilton aber immer weiter ins Hintertreffen geraten. Und machte dabei oft einen biederen, eines Weltmeisters unwürdigen Eindruck. Wenn sich das in der nächsten Saison bestätigt, ist ein Schicksal als Nummer zwei neben dem nach totaler Dominanz strebenden Lewis Hamilton unausweichlich.

Fernando Alonso
Fernando Alonso ist sicher nicht wegen seiner sportlichen Qualitäten in unserer Flop-Liste gelandet. Vielmehr wegen seiner menschlichen Makel, die sich in dieser Saison desöfteren offenbart haben.

Fernando Alonso

Wieso tauchte der Vize-Weltmeister auch in dieser Liste auf, obwohl er gestern noch bei den Tops dabei war? Ganz einfach: Hier geht es nicht um seine sportlichen, sondern die menschlichen Qualitäten. Irritierend, wie er in Hockenheim über Funk vehement den Platztausch gefordert hat. Unwürdig, wie er nach dem Saisonfinale Vitaly Petrov angemacht hat, weil der ihn nicht einfach vorbeigewunken, stattdessen immer fair um seine Position gefightet hat. Und traurig, dass er bis heute Sebastian Vettel nicht persönlich zum Titel gratuliert hat. Er muss ja nicht Everybody´s Darling sein, aber etwas weniger Egoismus würde ihm gut zu Gesicht stehen. Dann würde es vielen auch leichter fallen, ihn als den zu akzeptieren, der er ist: der kompletteste Fahrer des Formel 1-Feldes.

Bruno Senna
Gegen Karun Chandhok und Sakon Yamamoto hat sich Bruno Senna noch durchsetzen können - wenn auch oft nur knapp. Gegen den erfahrenen Christian Klien hatte er jedoch meist das Nachsehen.

Bruno Senna

Okay, der HRT ist mies, klar das schlechteste Auto im Feld. Mit der Mühle zu glänzen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Doch wenn einer den Namen „Senna“ trägt, dann erwartet man, dass er wenigstens seinen Teamkollegen beherrscht. Davon gab es drei in dieser Saison, und weder Sakon Yamamoto noch KarunChandhok haben bisher nachgewiesen, dass sie Formel 1-tauglich sind. Kaum kommt mit Christian Klien einer ins Team, der schon ein paar Rennen auf dem Kerbholz hat, wird der Brasilianer vom Teamkollegen ein ums andere mal gebügelt – und das stellenweise im Sekunden-Abstand. Viel Entwicklungspotential wird Senna angesichts seines Alters (27 Jahre) nicht mehr haben. Wenn er in der Formel 1 bleibt, dann nur wegen seines großen, Sponsoren anziehenden Namens.

Demnächst bei www.motorvision.de: Die Tops und Flops der Formel 1-Teams 2010.

BEWERTE DIESEN ARTIKEL
rating_image rating_1 rating_2 rating_3 rating_4 rating_5
UMFRAGE

Welcher Fahrer hat außerdem enttäuscht?

  • Vitantonio Liuzzi - hat das Duell vs. Sutil klar verloren und zu viel Schrott produziert.
    39%
  • Beide ToroRosso-Piloten - können froh sein, dass es die neuen Teams gibt, sonst wären sie die Schlechtesten.
    28 %
  • Vitaly Petrov - ein starkes Rennen am Saisonende reicht nicht.
    17 %
  • Lewis Hamilton - er war zu aggressiv und hat mit seinen Unfällen die WM verzockt.
    16 %
KOMMENTARE
Ähnliche Artikel

Die Tops der Formel 1-Saison

Die Formel 1-Tops 2010: Fahrer

Von aktuellen und zukünftigen Weltmeistern, knapp Gescheiterten und Senkrechtstartern: Diese Formel 1-Piloten haben uns in dieser Saison überzeugt oder gar begeistert.

Die Tops der Formel 1-Saison

Die Formel 1-Tops 2010: Teams

Welche Teams befanden sich in der Saison 2010 auf der Sonnenseite der Formel 1? www.motorvision.de präsentiert die Top-Teams des vergangenen F1-Jahres – mit durchaus überraschenden Ergebnissen.

Die Flops der Formel 1-Saison

Die Formel 1-Flops 2010: Teams

Was haben das Weltmeister-Team 2009, die beiden italienischen Mannschaften und die Newcomer-Teams gemeinsam? Sie gehören zu den Flops des Formel 1-Jahres 2010! www.motorvision.de zeigt, welche Mannschaften in der abgelaufenen Saison enttäuscht haben.

Formel 1 2010: Saisonrückblick

Teil 2: Formel 1 – Die Saison 2010: So liefen die Rennen

Das zweite Saisondrittel des Formel 1-Jahres beginnt mit einem Paukenschlag, als es in der Türkei zum Red Bull-Desaster kommt. Das McLaren-Team bricht ein, Ferrari macht sich lächerlich und Mark Webber erlebt seine stärkste Phase. Von Istanbul bis Budapest – Teil zwei des Saisonrückblicks.

Formel 1 2010: Saisonrückblick

Teil 3: Formel 1 – Die Saison 2010: So liefen die Rennen

Bis es zum spannenden Saisonfinale in der Wüste kommt, gelingt Ferrari ein aufsehenerregendes Comeback, erleiden Webber und Vettel Rückschläge im Titelkampf und sorgt Petrus für Wetterchaos in Asien. Im dritten Teil unseres Saisonrückblicks lassen wir die Rennen von Belgien bis Abi Dhabi Revue passieren.
Ähnliche Videos

Formel 1 2010: Interview Michael Schumacher

Mercedes-Pilot Michael Schumacher erzählt im Motorvision-Interview, was er vom Formel 1-Rennen in China erwartet.

Formel 1 2010: Felipe Massas Rückkehr

Nach seinem Horror-Unfall beim Ungarn-Grand Prix 2009 ist Felipe Massa nun zurück. Bei Motorvision spricht der Ferrari-Pilot über den Crash, die schwere Zeit danach und seine Ambitionen an der Seite von Fernando Alonso.

Formel 1 2010: Michael Schumacher spricht über MercedesGP

Michael Schumacher - der Superstar ist zurück. Bei Motorvision spricht der Formel 1-Rekordchampion über seine Rückkehr beim Mercedes GP-Team.

Formel 1 2010: Nick Heidfeld spricht über seinen neuen Job

Nick Heidfeld ist Test- und Ersatzfahrer beim Mercedes GP-Team. Bei Motorvision spricht der erfahrene Pilot über seinen neuen Job.

Formel 1 2010: Nico Rosberg spricht über Bahrain

Bei Motorvision erzählt Nico Rosberg, was er von seinem ersten Rennen im Mercedes GP-Team erwartet.

Formel 1 2010: MercedesGP und die Geschichte der Silberpfeile

Nach 55 Jahren kehren die echten Silberpfeile in die Formel 1 zurück. Motorvision wirft einen Blick zurück auf die F1-Geschichte von Mercedes-Benz.
Fahrer-Flops der Saison 2010: Die Portraits
MOTORVISION MAGAZIN
MOTORVISION AUF FACEBOOK
AKTUELLES VIDEO
Lucy bei Knud Tiroch Teil 6
FACEBOOK EMPFEHLUNGEN