Felipe Massa
Der Brasilianer ist DIE Enttäuschung unter den diesjährigen Formel 1-Fahrern. 2008 fast noch Weltmeister, ist der Brasilianer in diesem Jahr klar der schlechteste der Top Sechs-Piloten. Massa hat 144 Punkte gesammelt – nur zwei mehr als Nico Rosberg im deutlich langsameren Mercedes und 108 (!) weniger als Teamkollege Fernando Alonso. Klar, einen Schock wie den Unfall in Ungarn in der letzten Saison muss man erst einmal verkraften. Gleiches gilt für Ferraris Teamorder in Hockenheim, bei der ihm der Kommandostand unmissverständlich klar gemacht hat, wie die Fahrer-Hierarchie bei der Scuderia aussieht. Ungewöhnlich: Obwohl diese Aktion für Massas Moral sicher nicht förderlich war, hat er in den vier Saisonrennen zwischen Hockenheim und Monza mit zwei Podiums- und zwei vierten Plätzen seine stärkste Phase gehabt. Doch immer wieder gab es unerklärliche Einbrüche, darunter drei Zielankünfte außerhalb der Punkte in den drei Rennen vor Hockenheim. Kriegt Massa nicht gleich zu Saisonbeginn 2011 die Kurve, blüht ihm ein ähnliches Schicksal wie einst Eddie Irvine oder Rubens Barrichello: Die ewige Nummer zwei bei Ferrari. Oder der Brasilianer wagt einen Neuanfang bei einem anderen Team.
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- Michael Schumachers Comeback im Mercedes GP-Team stand wahrlich unter keinem guten Stern. Nur halb so viele Punkte wie der Teamkollege, dazu wenig Kampfkraft - das war nix, Schumi!
Michael Schumacher
Zeitweise hat es den Eindruck gemacht, als würde die ganze Formel 1-Welt auf Michael Schumacher einprügeln. Dumm für ihn: Er hat den Kritikern einfach zu viele Vorlagen geliefert. Nur zehn Punkte nach den ersten vier Saisonrennen, während Teamkollege Nico Rosberg im gleichen Zeitraum satte 50 Zähler gesammelt hat – schon der Start war also wenig verheißungsvoll. Dazu der mächtige Durchhänger zur Saisonmitte, in der sich der Rekordweltmeister zudem zweikampfschwach und desillusioniert präsentiert hat. Trotz eines leichten Aufschwungs zu Saisonende stehen unter dem Strich nur 72 WM-Punkte – Rosberg hat fast doppelt so viele gesammelt. Bleibt zu hoffen, dass Mercedes für nächstes Jahr ein weltmeisterreifes Auto baut, das Schumi wieder zu Höchstleistungen beflügelt. Gelingt es ihm jedoch wieder nicht, mindestens auf Rosbergs Niveau zu fahren, sollte er mit sich und all seinen Fans ein Einsehen haben und der Formel 1 den Rücken kehren. Sein eigenes Denkmal hat in dieser Saison bereits genug Kratzer abbekommen.
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- Jenson Button hat stark angefangen und dann nachgelassen. Der Weltmeister fuhr zwar konstant in die Punkte, fiel gegenüber Lewis Hamilton aber immer mehr ab im Laufe der Saison.
Jenson Button
Erst schien es, als hätte der amtierende Champion den Rückenwind seines Titels in die neue Saison hinüber retten können. Zwei Siege in den ersten vier Rennen, Tabellenführer nach fünf Rennen, noch zu Saisonmitte auf Tuchfühlung zur Spitze. Vom Reifenflüsterer war die Rede, von jenem Piloten, der den perfekt auf die neuen Regeln zugeschnittenen Fahrstil hat. Doch Button hat das Niveau nicht halten können, fuhr zwar konstant in die Punkte, ist im Laufe der Saison gegenüber Teamkollege Lewis Hamilton aber immer weiter ins Hintertreffen geraten. Und machte dabei oft einen biederen, eines Weltmeisters unwürdigen Eindruck. Wenn sich das in der nächsten Saison bestätigt, ist ein Schicksal als Nummer zwei neben dem nach totaler Dominanz strebenden Lewis Hamilton unausweichlich.
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- Fernando Alonso ist sicher nicht wegen seiner sportlichen Qualitäten in unserer Flop-Liste gelandet. Vielmehr wegen seiner menschlichen Makel, die sich in dieser Saison desöfteren offenbart haben.
Fernando Alonso
Wieso tauchte der Vize-Weltmeister auch in dieser Liste auf, obwohl er gestern noch bei den Tops dabei war? Ganz einfach: Hier geht es nicht um seine sportlichen, sondern die menschlichen Qualitäten. Irritierend, wie er in Hockenheim über Funk vehement den Platztausch gefordert hat. Unwürdig, wie er nach dem Saisonfinale Vitaly Petrov angemacht hat, weil der ihn nicht einfach vorbeigewunken, stattdessen immer fair um seine Position gefightet hat. Und traurig, dass er bis heute Sebastian Vettel nicht persönlich zum Titel gratuliert hat. Er muss ja nicht Everybody´s Darling sein, aber etwas weniger Egoismus würde ihm gut zu Gesicht stehen. Dann würde es vielen auch leichter fallen, ihn als den zu akzeptieren, der er ist: der kompletteste Fahrer des Formel 1-Feldes.
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- Gegen Karun Chandhok und Sakon Yamamoto hat sich Bruno Senna noch durchsetzen können - wenn auch oft nur knapp. Gegen den erfahrenen Christian Klien hatte er jedoch meist das Nachsehen.
Bruno Senna
Okay, der HRT ist mies, klar das schlechteste Auto im Feld. Mit der Mühle zu glänzen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Doch wenn einer den Namen „Senna“ trägt, dann erwartet man, dass er wenigstens seinen Teamkollegen beherrscht. Davon gab es drei in dieser Saison, und weder Sakon Yamamoto noch KarunChandhok haben bisher nachgewiesen, dass sie Formel 1-tauglich sind. Kaum kommt mit Christian Klien einer ins Team, der schon ein paar Rennen auf dem Kerbholz hat, wird der Brasilianer vom Teamkollegen ein ums andere mal gebügelt – und das stellenweise im Sekunden-Abstand. Viel Entwicklungspotential wird Senna angesichts seines Alters (27 Jahre) nicht mehr haben. Wenn er in der Formel 1 bleibt, dann nur wegen seines großen, Sponsoren anziehenden Namens.
Demnächst bei www.motorvision.de: Die Tops und Flops der Formel 1-Teams 2010.

