Während Bugatti sich noch voll auf seine 16 C Galibier Limousine mit 1.000 PS konzentriert, zeigt der 22-jährige Design-Student Douglas Hogg den Franzosen, wie eine Neuauflage ihres Aerolithe aussehen könnte. (Jessica Fischer , 06.09.2010)
Neuinterpretation für die Zukunft
Wahrlich meisterlich! Das Lob, welches Douglas Hogg für seine Designarbeit erntet, kann gar nicht groß genug sein. Mit seiner Abschlussarbeit an der Coventry University schafft der angehende Designer einen prominenten Einstieg in die Welt der Kurven und Kanten. Er nimmt sich den 1935er Bugatti Aerolithe zum Vorbild und transportiert das Konzept in das Jahr 2025. So wirkt nicht nur das Design sehr futuristisch, auch die Entwicklung des Antriebs dürfte noch einige Zeit bis zur Serienreife in Anspruch nehmen.
Modernste Materialien, klassische Proportionen
Es ist keine Weiterentwicklung der Bugatti-Designsprache, sondern eine Fortführung des Ur-Aerolithe. Von ihm übernimmt Hogg zum Beispiel die geteilte Front- und Heckscheibe und die ausladenden Kotflügel. An der hauseigenen Bugatti-Studie 16 C Galibier, die die VW Tochter auf der IAA enthüllte, findet sichdie geteilte Heckscheibe ebenfalls wieder. Der große Clou ist aber das Türkonzept. Die Flügeltüren öffnen sich inklusive geteilter Windschutzscheibe in Fahrtrichtung. Hoggs 4,85 Meter langes, 1,99 Meter breites und gerade mal 1,22 Meter hohes Konzeptfahrzeugbesticht zudem mit einer proportional extrem langen Motorhaube und kurzen Überhängen. Als Werkstoff für seine Kreation sieht Hogg Carbon, Titan, Magnesium und Aluminium vor. Das Design soll einen Cw-Wert von 0,24 haben und so besonders windschnittig sein. Die 23 Zoll-Titanfelgen unterstreichen die ausladenden Formen der Kotflügel. Der futuristische Innenraum greift den Mittelsteg ebenfalls auf. Auf diesem befindet sich ein kleiner Knopf, mit dem die Gänge geschaltet werden. Das Lenkrad ist sportlich kantig. Die Rundinstrumente sind mittig angeordnet.
Alternative Turbine
Der Antrieb, den sich Douglas Hogg für sein AerolitheConcept ausmalt, ist fast noch futuristischer als das Design selbst. Umweltbewusstsein und alternative Antriebe sind auch hier ein großes Thema. Dabei favorisiert er einen Hybridantrieb aus Micro-Turbine und Elektromotor mit Hybrid-Nickel-Batterie. Die Micro-Turbine soll dabei gleichzeitig mit Benzin, Diesel, Propangas, Kerosin, Paraffin und Alkohol laufen. Insgesamt soll der Antrieb 450 Pferde flott machen und diese an die Hinterräder übertragen. 200 PS liefert davon allein die Turbine. Douglas Hogg gibt die Reichweite mit 1.280 Kilometern an, im reinen Elektrobetrieb sollen 50 Kilometer realistisch sein. Der Jungdesigner scheint an alles gedacht zu haben, selbst einen Preis hat er schon anvisiert. 2025 könnte der Aerolithe in der Serienversion 1,1 Millionen Euro kosten. Wir hoffen nur, dass die Inflation bis dahin gravierend ansteigt. Denn dann könnten wir uns den neuen Aerolithe in 15 Jahren vielleicht auch leisten.