Der Skorpion sticht wieder zu!

Abarth ist wieder da! Von nun an sind die besonders giftigen Fiat-Modelle im Zeichen des Skorpions unterwegs. Motorvision findet heraus, ob Fiat 500 und Grande Punto Abarth ihren legendären Urahnen zu Ehre gereichen. ( , 01.01.2009)

Sein Sternzeichen wurde sein Markenzeichen: der gefährliche und giftige Skorpion. Karl (Carlo) Abarth wurde 1908 im Sternzeichen des Skorpion in Wien geboren. 1947 machte der patriarchische Geschäftsmann das Spinnentier zur Marke für seine legendären italienischen Sportwagen und gründete die Firma Abarth.

Von 1949 bis 1971 baute Abarth 2.600 eigene Rennwagen und hauchte ungefähr 15.000 Serien-Fiats das nötige Feuer ins Heck. Mit aufgeblasenem Motor und mächtigen Endrohren hatte zum Beispiel der kleine Abarth 595 zwischen 27 und 32 PS - die Serien-Version schaffte gerade mal 13 bis 17,5 PS. Von 1956 bis zum Verkauf an Fiat 1971 sackte Abarth sage und schreibe 7.300 Rennsportsiege ein. Wie mit dem Abarth 1000 Sport: Er wog 420 kg, hatte 100 PS und ließ die weitaus stärkere Konkurrenz hinter sich. Auch nach dem Verkauf an Fiat im Jahr 1971 ging der Siegeszug von Abarth weiter. 1980 erlangte Walter Röhrl seinen ersten Rallye-Weltmeister-Titel in einem 140 PS starken Fiat 131 Abarth.

Grande Punto - Seitenansicht
Genau wie sein kleiner Bruder kostet der Fiat Grande Punto Abarth mindestens 18.100 Euro

Comeback nach 20 Jahren

In den letzten 20 Jahren wurde es allerdings ruhig um die italienische Tuning-Marke. Das Comeback des Skorpions feierte Fiat 2007 mit dem Grande Punto Abarth und aktuell mit dem Fiat 500 Abarth – giftiger denn je.Mit der Neuauflage des legendären Fiat 500 erobern die Italiener die Herzen zurück. Das charmante Ei stellt die vermeintlichen Vorgänger der letzten Jahre, wie Cinquecento und Seicento, locker in den Schatten.Jetzt wird der kleine Gigolo ins Fitnessstudio von Abarth geschickt und mit ein paar Bad Boy-Manieren aufgemöbelt. Die kleine Rennsemmel liegt flach auf dem Asphalt. Große Leichtmetallfelgen füllen die Radkästen und der asthmatische Kühlluftbedarf dominiert die gesamte Fahrzeugbreite. Am Heck sollen ein Diffuser und zwei chromglänzende Auspuffrohre die Sportlichkeit des kleinen Flitzers symbolisieren. Mit 135 Turbo-PS fegt die aufgeblasene Espressomaschine mit mächtig Druck im Dampfkessel in 7,9 Sekunden auf 100 km/h. 205 km/h TopSpeed zeigen den Kleinen von seiner überholspurtauglichen Seite.

500 Abarth - Seitenansicht
Der Grundpreis von 18.100 Euro scheint durchaus fair - wenn da nur nicht die Versicherungs-Einstufungen wären...

Fetzig dank „Spaß-Taste“

Richtig wohl fühlt sich der 500er allerdings eher auf kurvigen Landstraßen. Sein knackiges Sportfahrwerk lässt den schnellen Zwerg in flotten Kurven kaum einknicken. Richtig fetzig wird´s nach dem Drücken der „Spaß-Taste“: Auf Knopfdruck steigt der Dampf des Maschinchens von 180 auf 206 Nm. Bei soviel Power ist es kein Wunder, dass der von Fiat angegebene Verbrauch von 6,5 Liter auf gut zehn Liter klettert. Auch in der Versicherungseinstufung hat es der kleine faustdick hinter den Ohren. Aber Gott sei Dank sind nicht nur Verbrauch und Versicherungsprämie hoch, sondern auch der Sicherheitsstandard. Sieben Airbags, einer sogar für die Fahrerknie, ABS und ESP machen ihn so sicher wie einen Großen. Mit mehr Masse, aber zum gleichen Preis tritt der große Bruder der Espressomaschine an. Allerdings ist der Grande Punto Abarth eher ein Latte macchiato als ein Espresso. Mit seinen 155 PS wuchtet er die rund 200 Mehr-Kilo in 8,2 Sekunden Richtung 100. Allerdings fühlt sich das Ganze etwas Koffein-los an.

Grande Punto - Felge
... und wirklich schmucke 17-Zoll-Felgen in Kontrastfarbe

Mehr Power für 4.500 Euro

In Sachen Höchstgeschwindigkeit zieht er mit seinem kleinen Bruder fast gleich. Bei 206 km/h bleibt die Tachonadel des Grande Punto stehen. Wer wirklich Druck auf dem Kessel und einen starken Lavazza genießen will, sollte noch mal 4.500 Euro drauf legen und sich den Abarth „esseesse“-Tuningkit mit satten 180 PS und kernigen 272 Nm Drehmoment holen. Mit dabei sind 18 Zoll-Leichtmetallfelgen und 20 mm mehr Nähe zum Asphalt. Der „esseesse“-Kit wird direkt beim Händler bestellt und auch gleich eingebaut. Das schöne daran: die dreijährige Werksgarantie bleibt erhalten. Wer den kleinen 500er mit noch mehr Dampf will, muss sich bis zum Jahresende gedulden. Dann gibt´s den „esseesse“-Kit auch mit 160 Pferdchen.Fiat 500 und Grande Punto Abarth sind alles in allem zwei spaßige Gesellen, die sportliches Fahrvergnügen bezahlbar machen – zumindest in der Anschaffung. Die Versicherungsprämien sind nämlich fast genauso giftig wie die Power der Flitzer im Zeichen des Skorpions.

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