Subaru will im neuen Modelljahr zurück zu alter Stärke. Das Flaggschiff der Japaner, der Impreza WRX STi, wird technisch grundlegend überarbeitet. Medienwirksam inszenierte man das neue Auto auf der Nordschleife – und nahm gleich einen Rekord mit nach Hause. (Stefan Wagner , 11.06.2010)
Alles auf Anfang
Seit seiner Einführung 1994 ist der Subaru Impreza WRX STi ein Synonym für bezahlbaren Fahrspaß. Ein Auto für Enthusiasten, die den schnellen Ritt über verstaubte Feldwege ebenso schätzen wie die Jagd nach der schnellsten Rundenzeit. Eine biedere viertürige Limousine, die mit ordentlich Turbo-Power und einem mächtigen Heckflügel zum Angstgegner eines jeden Porsche-Fahrers mutierte. Mit der 2007 eingeführten dritten Version des WRX STi änderte sich dieses Bild nachhaltig. Nicht nur dass den eingefleischten Fans der Reihe anstatt der geliebten Limousine erstmals ein schnöder Kompakter im Golf-Format vorgesetzt wurde, auch das fahrdynamische Talent schien bei Generation Drei ein wenig auf der Strecke geblieben zu sein.
Damit ist laut Subaru jetzt Schluß. Der Impreza WRX STi Modelljahr 2011wird fahrwerkstechnisch komplett überarbeitet. Von der gezeigten viertürigen Limousine, die das neue Jahr für Japan und die USA bereit hält, können wir zwar weiterhin nur träumen, aber keine Sorge, die technischen Verbesserungen werden auch beim fünftürigen Schrägheck Einzug halten.
Vertrauen bedeutet Geschwindigkeit
Das 2011er Modell wurde nach dem Leitsatz „The Fastest WRX STi ever“ entwickelt. Das Wort „Fastest“ (also der Schnellste) hat für Subaru in diesem Zusammenhang aber eine tiefere Bedeutung als nur die schnellste Endgeschwindigkeit oder die höchste Motorleistung zu erzielen. Es geht darum, dem Fahrer am Limit die Sicherheit zu geben, die er braucht um mit dem Auto schnell zu sein. Und dass das Auto, egal bei welcher Geschwindigkeit berechenbar auf die Befehle des Fahrers reagiert. Das neue Auto soll also hohe Performance-Werte mit perfekter Kontrolle verbinden. Erreicht wird dies durch tiefgreifende Veränderungen am Fahrwerk, unter anderem an Federn, Dämpfern und Stabilisatoren, einhergehend mit einer Tieferlegung von fünf Millimetern.
Was zu beweisen war
Um zu zeigen was der neue WRX STi zu bieten hat, wählte Subaru recht medienwirksam die Nordschleife. Schließlich haben Forschung und Entwicklung am Nürburgring für Subaru seit den späten 1980ern Tradition. Zugegeben, das Versuchsfahrzeug war nicht ganz original, denn anstatt des bekannten 2,5-Liter Boxer hat sich ein 2-Liter-Aggregat mit größerem Turbolader eingeschlichen. Desweiteren verwendete man einige Komponenten wie die 6-Kolben-Bremssättel, Bridgestone Semislicks, eine Domstrebe oder Schalensitze und einen Überrollkäfig von den japanischen Sondermodellen R205 und spec C. Dennoch, es wurden nur Teile verwendet, die man bei Subaru auch kaufen kann und das Fahrwerk – um das es ja hauptsächlich geht - blieb original.
Um auch nichts dem Zufall zu überlassen, setzte man keinen geringeren als Tomi Mäkinen, seines Zeichens vierfacher Rallyeweltmeister, ans Steuer des Demonstrations-Boliden. Tomi fuhr als wäre der Teufel persönlich hinter ihm her, das Auto performte nach Aussagen des Meisters auf höchstem Niveau und so stand am Ende des Tages eine fast beängstigende 7:55:00 Minuten auf der Uhr. Das ist nicht nur für Subaru ein neuer Nordschleifen-Rekord, sondern auch die neue Bestmarke für Serien-Limousinen, noch vor einem Porsche Panamera Turbo oder einem Cadillac CTS-V. Subaru kann es also noch. Und wir freuen uns auf den Sommer, dann steht der Impreza WRX STi Jahrgang 2011 beim Händler.