Peugeot feiert derzeit eine Premiere nach der anderen. Die Diesel-Renner 908 HDi konnten beim Langstrecken-Klassiker in Le Mans zumindest zeitweise für Furore sorgen, der 4007 soll die SUV-Mittelklasse aufmischen, und der neue Kompakte 308 tritt im September an, um Golf, Astra, Focus und Co. das Leben möglichst schwer zu machen. Doch vorher runden die Franzosen die 207-Baureihe mit einem Kombi ab. Der traditionell „SW“ genannte Fünftürer soll als vierte Karosserievariante nach der drei- und fünftürigen Limousine und Coupé/Cabriolet die Rolle des Lifestyle-Lasters im Kleinwagen-Segment spielen. Die Voraussetzungen dafür scheinen angesichts des schicken Designs und der breiten Motorenpalette zu stimmen.
Das Design lehnt sich stark an das Aussehen des großen Bruders 407 SW an. Wie inzwischen fast alle Peugeot-Modelle riskiert der 207 SW eine dicke Lippe, reißt das Maul weit auf und blickt durch lang gestreckte Mandelaugen. Wie bei Peugeot-Kombis üblich, hat es in der Seitenansicht besonders die Heckpartie in sich: Die weit in die C-Säule gezogene Heckscheibe formt zusammen mit den ausladenden Heckleuchten ein Dreieck. Da die französischen Designer das seitliche Scheibenband nach hinten stark ansteigen und mit der oberen Fensterkante zu einer Spitze verschmelzen lassen, ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild. Leider wollen sich die auf der Hüfte aufgesetzten Außenspiegel sich darin nicht so recht einfügen.
Mehr Platz für´s Gepäck
Mit rund 4,16 Meter Außenlänge überragt der SW die Limousine bei gleichem Radstand um knapp 13 Zentimeter. Da der Kombi zudem fast vier Zentimeter höher ist, sollten sich für die Passagiere ordentliche Platzverhältnisse ergeben. Am meisten profitiert jedoch naturgemäß der Kofferraum vom Löwen-Wachstum: Bleiben die Lehnen oben, stehen 337 Liter zur Verfügung – 67 mehr als beim normalen 207. Bei umgeklappten Rücksitzen beträgt das Gepäckraum- Plus sogar 335 Liter (1.258 insgesamt). Innovativ zeigt sich der Klappmechanismus der Fondsitze: Mit einem Handgriff werden die Lehnen auf die Sitzfläche heruntergeklappt, die sich daraufhin automatisch absenkt. Somit entsteht laut Peugeot ein vollkommen ebener Ladeboden. Die Ausstattungs-Varianten Tendance und Sport verfügen zudem über eine separat zu öffnende Heckscheibe.Zu diesen beiden Versionen gesellt sich der 207 SW Filou, der den Part des Basismodells übernimmt. Er gibt sich durch eine schwarze Dachreling (bei den höherwertigen Modellen in Alu-Optik) und den Verzicht auf das mehr als einen Quadratmeter große Panorama-Glasdach (Serie in Tendance und Sport) zu erkennen. Die Sport-Variante trägt zudem andere Gesichtszüge: Sport-Stoßfänger, Frontgrill in Aluminium-Optik und in Chromringe eingefasste Nebelscheinwerfer sorgen für eine etwas dynamischere Optik.Gleich zum Start stehen fünf Motorvarianten zur Wahl, von denen bis auf den 1,4-Liter-Basisbenziner (73 PS) alle aus der Kooperation mit BMW stammen. Darunter auch der 1,4-Liter-VTi-Motor – ein Vierventiler, der über eine variable Ventilsteuerung verfügt und 95 PS leistet. Darüber rangiert der 1,6-Liter-VTi-Vierzylinder mit 120 PS. In Verbindung mit der Sport-Ausstattungsvariante ist für dieses Triebwerk ein sequenzielles Vierstufen-Automatikgetriebe lieferbar. Sonst besorgt bei allen Motoren ein Fünfgang-Schaltgetriebe die Kraftübertragung.
Weitere Versionen geplant
Das gilt auch für die beiden Dieselmotoren, die serienmäßig mit Rußpartikelfiltern ausgerüstet sind. Der schwächere der beiden Selbstzünder leistet 90 PS, der vorläufige Top-Diesel stellt 109 PS zur Verfügung.Als Ergänzung plant Peugeot dazu zwei neue Varianten, die beide ab November erhältlich sein werden. Einerseits der 207 SW Escapade, der mit größerer Bodenfreiheit und kernigerer Optik zu gelegentlichen Ausflügen ins leichte Gelände einladen soll. Wer es sportlicher mag, dürfte sich für die RC-Version interessieren. Diese erhält den 1,6-Liter-Turbomotor, der bereits der RC-Limousine und dem Mini Cooper S Feuer unterm Dach macht. Die Eckdaten: 175 PS und ein maximales Drehmoment von 240 Newtonmetern, das bereits ab 1.600 Umdrehungen zur Verfügung steht.Leider konnte sich Peugeot nicht dazu durchringen, ESP mit Antriebs-Schlupfregelung (ASR) in allen Ausstattungs-Varianten serienmäßig anzubieten. Für die Versionen Filou und Tendance kostet das Sicherheits-Feature 460 Euro Aufpreis, nur beim 207 SW Sport ist es obligatorisch. In den Genuss des neuen SSP-Systems (das ESP, ABS und die Lenkung in brenzligen Situationen miteinander vernetzt) kommen gar nur Diesel-Fahrer, aber auch hier wieder nur serienmäßig in der Sport-Variante. ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung und einem Notbremsassistenten sowie Front- und Seitenairbags (ab der Ausstattungsstufe Tendance mit zusätzlichen durchgängigen Vorhang-Airbags) haben aber alle Varianten an Bord.Die Preise starten bei 13.450 Euro für die Einstiegsversion Filou 75. Die vorläufige Topvariante Sport HDi 110 schlägt mit mindestens 20.100 Euro zu Buche. Allerdings lässt sich bis zum 30. September sparen: Bis dahin bietet Peugeot alle 207 SW-Modelle mit 650 Euro Preisvorteil an.

