Es gibt Autofans, denen beim Begriff „Retro“ sofort Pickel wachsen. Retro ist unkreativ, Retro bedeutet ein ewiges Leben im Gestern, und Retro ist oft zu teuer. Doch mit dem aktuellen GT hat es Ford geschafft, selbst die größten Skeptiker zu überzeugen. Auf das Kult-Level seines Urahnen, der Le Mans-Legende GT 40, hat es der Neue naturgemäß noch nicht geschafft. Allerdings hat sich die Mittelmotor-Flunder längst die Reputation als einer der wenigen wirklichen Supersportwagen aus Amerika erworben. Jetzt kommen die letzten Exemplare der inzwischen ausgelaufenen 3.000er-Serie nach Europa. Das gibt GeigerCars.de die Gelegenheit, den Ford GT nochmals technisch aufzurüsten. Vor allem in punkto Leistung legt der US Car-Spezialist ein paar Kohlen nach – und das nicht zu knapp!
Tiefe Furchen im Asphalt
Die Münchner spendieren auf einen Schlag ein Leistungsplus von satten 29 Prozent – das zwischen Insassen und Hinterachse pochende V8-Herz leistet nun 711 statt 550 PS. Mit einem Drehmoment von 837 Newtonmetern (Serie: 770) wird der GT bei entsprechend schwerem Gasfuß tiefe Furchen in den Asphalt ziehen. Dies dürfte besonders dann der Fall sein, wenn der Pilot den Null-auf-Hundert-Sprint mit vollem Einsatz absolviert. Könnern soll diese Übung in nur 3,5 Sekunden gelingen – vier Zehntel schneller als im Serien-GT. Für die Viertelmeile, die traditionelle amerikanische Distanz fürs Sprintduell Auto gegen Auto, soll der Bolide nur 10,9 Sekunden brauchen. Dreht man den sechsten Gang aus, stehen laut Geiger 340 km/h auf dem Tacho. Retro? Diese Werte klingen eher nach Straßen-Rennwagen modernster Prägung.Um diesen massiven Leistungs- und Drehmomentzuwachs zu erreichen, hat GeigerCars.de das 5,4-Liter-Triebwerk komplett überarbeitet. Besonders auf den Kompressor haben es die Münchner abgesehen: Den serienmäßigen 2,3-Liter-„Supercharger“ ersetzt der Tuner durch ein 3,3-Liter-Pendant, gleichzeitig steigt der Ladedruck von 0,8 auf 1,25 bar. Vergrößerte Drosselklappen und ein Sportluftfilter versorgen die acht Brennräume mit frischerer Luft. Dazu noch eine verbesserte Kühlung für Motor und Getriebe und eine neue Motorelektronik, und fertig ist ein Monster von einem Motor. Für freie Atemwege sorgt zudem eine Sportauspuff-Anlage mit zwei extradicken 110 Millimeter-Endrohren.
Feinschliff an Fahrwerk und Bremsen
Die immensen Kräfte wollen souverän beherrscht werden. Dabei soll das Gewindefahrwerk helfen, das die ab Werk schon extrem flache Silhouette um weitere 60 Millimeter absenkt. Mit in Zug- und Druckstufe einstellbaren hydraulischen Stoßdämpfern lässt sich der GT von GeigerCars.de individuell abstimmen. Die Sportbremsanlage mit Monoblock-Bremssätteln dürfte für fallschirmartige Verzögerungswerte sorgen. Die vom Tuner gewählten Felgen sollen nicht nur für eine noch bessere Straßenlage sorgen, sondern auch ein optisches Glanzlicht setzen. Zu diesem Zweck tragen die vorne 9 x 20 und hinten 11 x 21 Zoll großen, mattschwarzen Felgen auffällige Edelstahl-Einlagen. Reifen der Dimension 245/35 R 20 (vorne) sowie 325/30 R 21 (hinten) liefern den angesichts der Performance so dringend benötigten Grip.Dringend benötigt wird auch ein mit mindestens 250.000 Euro gefülltes Bankkonto, sollte man sich für den von GeigerCars.de veredelten Ford GT interessieren. Wie am Anfang erwähnt: Retro ist oft zu teuer - aber diesmal lohnt es sich!

