Das ist die perfekte Welle!
Die USA reiten derzeit auf der zweiten Muscle Car-Welle ihrer Geschichte. Ford Mustang, Dodge Challenger und Chevrolet Camaro verkörpern in ihren aktuellen Auflagen endlich wieder frühere Qualitäten: Aufregendes Design, bärenstarke, überwiegend aus acht in V-Form angeordneten Zylindern bestehende Motoren und günstige Preise lassen das genannte Trio an alte Erfolge anknüpfen. Und sie bieten wie in den späten 60ern und frühen 70ern eine ideale Spielwiese für die Tuner. Wozu so etwas führen kann, zeigt der texanische Tuning-Papst John Hennessey mit seiner neuesten Kreation: einem Chevrolet Camaro SS mit absolut kranken Leistungs- und Drehmoment-Werten.
Alles beginnt mit einer Herztransplantation
Damit das V8-Herz kräftiger schlagen kann, wird es im ersten Schritt aus dem Camaro-Rumpf gerissen und durch ein stärkeres ersetzt. Der Serien-Motor mit 6,2 Liter Hubraum weicht einem Sieben-Liter-Pendant aus dem GM-Regal, der natürlich mitnichten im Urzustand bleibt. Im Gegenteil: Fast alle Serienteile fliegen raus. Stattdessen kommen unter anderemgeschmiedete Aluminium-Kolben, eine geschmiedete Stahl-Kurbelwelle, eine neue Nockenwelle sowie passende Zylinderköpfe zum Einsatz. Natürlich präsentieren sich Einspritzanlage und –düsen überarbeitet, neue Luftfilter helfen beim Einatmen und der Ölkühler bekommt ein Upgrade.
Höchstleistung dank Zwangsbeatmung
Das allein dürfte schon einiges in punkto Leistungs- und Drehmoment-Steigerung bringen. Aber mehr als 1.000 PS? Das geht nur mit Zwangsbeatmung! Und so rüstet Hennessey das Triebwerk mit zwei Turboladern samt Wastegate-Ventilen und Ladeluftkühler auf. Ein Edelstahl-Auspuff sorgt für freie Atemwege auf der Auslass-Seite. Das alles löst im Zusammenspiel wahre Urgewalten aus. 1.014 PS und 1.356 Nm – Zahlen dieser Größenordnung schwappen derzeit öfter aus Amerika rüber, beeindrucken aber jedes Mal wieder. Zahlen dieser Größenordnung fordern allerdings auch Höchstleistungen vom Getriebe, weshalb Hennessey auch hier Hand anlegt. Ob manuelle Sechsgang-Schaltung oder Automatik – der Tuner passt das Getriebe an die neuen Gegebenheiten an.
Optisch und technisch eine Waffe
Fehlt nur noch ein optischer Auftritt, der zum Technik-Paket passt. Das Carbon-Aerodynamikpaket würzt die Camaro-Optik in angemessener Schärfe nach. Dazu hält Hennessey 20-Zoll-Felgen in verschiedenen Designs, ein Sportfahrwerk und eine Brembo-Bremsanlage bereit. Dann noch ein wenig den Innenraum aufgemöbelt sowie verschiedene Plaketten und Grafiken angebracht, fertig ist die 1.000 PS-Waffe in Form eines Chevrolet Camaro. Komplettfahrzeuge sollen ab umgerechnet etwa 100.000 Euro zu haben sein – angesichts des Gebotenen ein wahres Schnäppchen. Wird Zeit, dass die neue Muscle Car-Welle mit aller Macht auch nach Europa schwappt!

