Exagon Furtive eGT

Dem Sport geweiht: Exagon Furtive eGT

Mit Exagon Motors betritt ein neuer Kleinserienhersteller das turbulente Elektro-Parkett. Auf dem Pariser Salon zeigen die Franzosen den sehenswerten Furtive eGT. Echte Versuchung oder der nächste, der eine Blendgranate zündet? ( , 01.10.2010)

Auf Konfrontationskurs zum Messebesucher

Stechender Blick, coole Schnitte und markante Formen. Der Furtive eGT geht beim Pariser Automobilsalon auf Konfrontationskurs mit dem Messebesucher. So könnte auch der zukünftige Nissan Skyline GT-R oder der nächste Honda NSX aussehen. Doch viele japanische Hersteller haben der Sportlichkeit bekanntlich abgeschworen und machen seither auf „grün“. Der Furtive eGT des französischen Herstellers Exagon will beides – und ganz nebenbei vor allem den Kunden gefallen. Das Firmenlogo von Exagon Motors soll die Landesgrenzen Frankreichs symbolisieren, was nur bedingt gelungen ist.

Exagon Furtive eGT: Heck
Stechender Blick, coole Schnitte und markante Formen. Der Furtive eGT geht beim Pariser Automobilsalon auf Konfrontationskurs mit dem Messebesucher.

Realität oder feuchter Traum?

Beim Design des Furtive eGT war man mit der Umsetzung zum Glück erfolgreicher. Der eGT ist eines der sehenswertesten Fahrzeuge auf dem „Mondial“ in Paris. Ein wirklich schöner Sportwagen, bei dem man jedoch nicht ganz genau weiß, ob er Wahrheit oder Traum ist. Zu viele Kleinserienhersteller ersonnen sich zuletzt den ganz eigenen Tesla-Traum und stellten in den letzten zwei Jahren mehr oder weniger innovative Elektrosportler vor. Auf dem Markt ist jedoch außer dem Tesla Roadster nach wie vor nichts gelandet. Daher scheint auch beim 1,6 Tonnen schweren Exagon Furtive eGT ein gesundes Maß an Realismus angemessen. Exagon-Vertriebs-Chef Eric Mathiot ist allerdings von seinem Arbeitgeber überzeugt: „Wir kommen 2012 auf den Markt. Die ersten unserer Autos werden aber bereits im Frühsommer kommenden Jahres verfügbar sein.“

Exagon Furtive eGT: Cockpit
Im Innenraum sieht der Exagon Furtive eGT schon sehr seriennah aus. Ab 2012 sollen jährlich etwa 100 bis 120 Exemplare enstehen.

E-Motor und Sound. Gibt´s nicht? Gibt´s wohl!

Doch der Exagon Furtive eGT ist nicht nur schön, sondernauch innovativ.Das Coupé wird nicht nur von einem leistungsstarken Elektromotor angetrieben, es will seine Kunden auch mit entsprechend sportlichem Klang verzaubern. Durch den patentierten „Hopman Sound Transfer“ soll die Vibrationsenergie des Fahrzeugs zu einem ungewöhnlichen Sounderlebnis werden, das den Klang eines Verbrennungsmotors vergessen macht.

Exagon Furtive eGT: Front 2
Der Exagon Furtive eGT wird von zwei Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von 2 x 125 kW / 340 PS befeuert. Das maximale Drehmoment des 4,47 Meter langen Hecktrieblers liegt bei 480 Nm.

Mächtig Power, satte Fahrleistungen

Die Rahmendaten in Sachen Antriebstechnik klingen ebenfalls vielversprechend. Das viersitzige Sportcoupé wird von zwei Elektrotriebwerken mit einer Gesamtleistung von 2 x 125 kW / 340 PS befeuert. Das maximale Drehmoment des 4,47 Meter langen Hecktrieblers liegt bei 480 Nm, die stetig zwischen 0 und 5.000 U/min anliegen. 0 auf 100 km/h schafft der Franzose in 3,5 Sekunden. Die maximale Höchstgeschwindigkeit von 287 km/h wird automatisch auf Tempo 250 heruntergeregelt. Für die entsprechende Energieversorgung sorgt ein Lithium-Ionen-Akku von Siemens mit einer Kapazität von 50 kWh und 700 Volt. Innerhalb von dreieinhalb Stunden lässt sich der Akku bis zu einer Kapazität von 80 Prozent aufladen. Nach Exagon-Informationen soll die Batterie mindestens 3.000 Ladezyklen aushalten, ehe sie ausgetauscht werden muss. Die Kraftübertragung erfolgt über ein automatisiertes Dreigang-Getriebe, das sich über Schaltpaddel am Steuer bedienen lässt.

Exagon Furtive eGT: Innenraum
0 auf 100 km/h in 3,5 Sekunden, 250 km/h Topspeed, 1,6 Tonnen Leergewicht: Der Exagon Furtive eGT geht gut vorwärts, sodass Sportsitze mit genug Seitenhalt von Vorteil sind.

Kleine Stückzahlen zu einem happigen Preis

Die elektrische Reichweite des Exagon Furtive eGT beträgt rund 300 Kilometer, die sich durch den optionalen Range-Extender auf über 800 Kilometer ausweiten lassen. Dafür steht dem Range-Extender ein 25-Liter-Tank zur Verfügung. „Wir planen zunächst 100 bis 120 Fahrzeuge pro Jahr“, so Vertriebs-Chef Eric Mathiot, „der Preis wird bei rund 200.000 Euro liegen.“ Die Resonanz auf dem Pariser Automobilsalon ist sehr ordentlich. Das gibt dem Unternehmen, das seinen Stammsitz unweit der Formel-1-Rennstrecke von Magny Cours hat, zusätzlichen Rückenwind. Damit das Furtive eGT-Konzept nicht zu einer Seifenblase verkommt, ist mächtig investiert worden. Zudem hat Exagon ein paar erfahrene Köpfe aus der Autobranche in die französische Provinz geholt. Die Voraussetzungen scheinen also zu stimmen, dennoch wird sich der Erfolg erst noch zeigen müssen.

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