Der aktuelle 5er BMW – und damit auch dessen verschärfte Variante M5 – befindet sich im Herbst seiner Karriere. Der Nachfolger steht bereits in den Startlöchern und wird 2010 auf den Markt kommen. Doch Alter schützt vor Leistung nicht. Deshalb nutzt BMW-Spezialist Lumma die Gunst der Stunde und stellt ein Komplettprogramm für den M5 vor, solange der noch als Neuwagen zu haben ist. Für das ambitionierte Projekt, den Münchner Familiensportler in den „CLR 730 RS“ zu verwandeln, haben sich die Schwaben allerdings Unterstützung aus dessen Heimat geholt.
Kompressor-Spezialist G-Power, ebenfalls in München beheimatet, kümmert sich nämlich um die Leistungssteigerung des schon im Serientrimm (507 PS) sehr rüstigen Auto-Rentners. Die Bayern verpassen dem V10-Triebwerk eine Dosis Doppelherz in Form zweier ASA-Radialverdichter. Die Lumma-Sportauspuffanlage mit 100 Zellen Rennsportkatalysatoren und 105 Millimeter großen Endrohren hilft beim Ausatmen. Alles in allem warten nun 730 Pferde in den zehn Ställen – pardon, Zylindern – darauf, im Höchsttempo losgaloppieren zu dürfen. Das maximale Drehmoment beträgt 700 Nm. Damit wahrt der Lumma CLR 730 RS aber immer noch Respektsabstand zu G-Powers Original namens Hurricane RS, der mit genau diesen Tuning-Komponenten auf 750 PS und 800 Nm kommt.
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- Die farbenfrohe Innenausstattung in Leder und Alcantara entfernt damit den leichten Grauschleier, der sich im Laufe der Zeit über das M5-Cockpit gelegt hat
Wie ein junger Hüpfer
Mit einem Topspeed von 367,4 km/h, gemessen im Herbst 2008 bei Weltrekord-Fahrten im italienischen Nardo, gilt der Hurricane als schnellste Limousine der Welt. Ob das Lumma-Pendant ähnlich schnell ist, wird es erst noch beweisen müssen. Auf jeden Fall kommt es schnell aus den Startlöchern. In beeindruckenden 4,2 Sekunden geht es von Null auf hundert, knapp sechs Sekunden später ist der CLR 200 doppelt so schnell. Nach weniger als einer halben Minute steht Tempo 300 auf dem Tacho. Klingt nach den Fahrwerten eines jungen Hüpfers, nicht nach denen eines Fast-Rentners. Auch sein Alter sieht man ihm keineswegs an, wobei Lumma aber mit plastischer Chirurgie nachgeholfen hat. Das komplett in Carbon gefertigte Bodykit besteht aus einer Fronthaube, einem Heckdeckel mit integrierter Abrisskante, Spiegelkappen, Türgriffen, Einstiegsleisten, Seitenschwellern und Breitbau-Kotflügeln. Ein weiterer Hingucker sind die dreiteiligen 21-Zoll-Felgen. Damit der CLR beim Tanztee um flott gefahrene Landstraßen-Kurven nicht die Haftung verliert, kommen Breitreifen von Michelin (vorne im Format 255/30, hinten in 295/25) zum Einsatz.
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- Wie alle Anbauteile besteht der Heckdeckel des Lumma CLR 730 RS aus Carbon. Die integrierte Abrisskante sorgt für den nötigen Anpressdruck auf der Hinterachse
Neue Zähne und Gelenke
Im Alter greift man aus Zwangs- oder auch Sicherheitsgründen gern mal auf die dritten Zähne zurück. Deshalb tauscht Lumma die Original-Bremsen gegen eine neue Anlage aus, die dank vorderer Sechskolben-Zangen und gelochter XXL-Scheiben kräftigen Biss garantiert. Auch die Gelenke sind neu: Das Serien- weicht einem in Zug- und Druckstufe einstellbaren Gewindefahrwerk. Damit geht der M5 auf Tauchstation und rückt maximal 45 Millimeter näher an den Asphalt.Auch den Innenraum möbelt Lumma kräftig auf. Farbenfroh kombinieren die Schwaben edle Materialien wie Carbon, Leder und Alcantara und entfernen damit den leichten Grauschleier, der sich im Laufe der Zeit über das M5-Cockpit gelegt hat.Lumma gelingt also ein Komplett-Lifting des BMW M5, das allerdings seinen Preis hat. Wer einen CLR 730 RS haben möchte, muss knapp 300.000 Euro nach Schwaben überweisen – ein wahrlich teurer Jungbrunnen.

