Fußball, Essen und Touristinnen
Die Engländer sind im Vergleich zu uns wahrlich privilegiert. Okay, nicht wenn es um Fußball geht, denn ihre Nationalmannschaft fliegt bei großen Turnieren immer eher raus als unsere. Auch beim Essen liegt Deutschland bekanntlich weit vorn. Und ihre Frauen sind auch nicht der Überflieger. Denn wie heißen die hübschen Frauen in England? Richtig: Touristinnen! Aber manchmal bekommen sie die besseren Autos spendiert. Einfach so. Und das, obwohl sie auf der falschen Seite fahren, was für uns Autofans in Good Old Germany umso schwerer zu akzeptieren ist. Beispiele gefällig? Mitsubishi hat vor gut einem Jahr eine Sonderserie des Evo namens X FQ-400 aufgelegt. Mit 409 PS und nachgeschärftem Design beglückt er zahlreiche Fans des japanischen Renn-Geflügels – leider nur in Großbritannien. Ähnliche Leistungsdaten bietet der traditionelle Evo-Konkurrent Subaru Impreza WRX STi in der Cosworth-Version. Doch auch diese Sonderedition ist – oh Wunder – nur nördlich des Ärmelkanals zu haben.
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- Die nur 20 produzierten Exemplare wurden alle in der Mercedes-Benz-World an der legendären britischen Rennstrecke Brooklands, wo auch die Fotos entstanden sind, veräußert.
Mercedes wird uns untreu
Doch nun werden uns selbst die einheimischen Hersteller untreu. Noch schlimmer: Der Erfinder des Automobils, der sonst so traditionsbewusst und stolz auf seine schwäbische Herkunft ist. Mercedes bietet - leider nur in England - den C 63 AMG DR 520 an. Oder besser: hat angeboten. Denn die nur 20 hergestellten Exemplare sind inzwischen ausverkauft. Und bevor ein Aufschrei nach dem Motto „wieso die und nicht wir!?!“ durch´s Land geht, sei folgendes erwähnt: Bei der Sonderedition handelt es sich um ein Projekt von Mercedes-Benz UK, bei dem weder das Stuttgarter Stammhaus noch AMG offiziell involviert waren.
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- Mercedes UK streicht die Topspeed-Beschränkung, weshalb der DR 520 maximal 301 km/h rennen darf. Bei Limousine und T-Modell ist der Null-auf-Hundert-Wert jeweils 0,4 s besser als im Serienmodell.
Power-Plus von 70 PS
Trotzdem ist es schade, dass der C 63 AMG DR 520 (DR steht für „DynoRated“, also Prüfstands-gemessen) nur den Briten vorbehalten bleibt. Denn auch die „520“ steht nicht umsonst in der offiziellen Bezeichnung. Sie gibt Hinweis auf die Leistung, die 520 bhp, also gut 527 PS. Das sind mal eben 70 PS mehr als in der Serie, was in erster Linie an optimierten Motorkomponenten liegt. Kolben, Pleuel und Kurbelwelle zeigen sich im Vergleich zum Standard-63er deutlich verändert. Zugleich steigt das maximale Drehmoment von 600 auf 650 Nm. Außerdem streicht Mercedes UK die überflüssige Topspeed-Beschränkung, weshalb der DR 520 maximal 301 km/h rennen darf. Bei Limousine und T-Modell bekommt der Null-auf-Hundert-Wert zudem eine Diät von jeweils 0,4 Sekunden. Wer will, beschleunigt nun in 4,1 bzw. 4,2 Sekunden auf Landstraßen-Tempo.
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- Der "DR 520"-Schriftzug auf mattem Untergrund weist auf den Sonderstatus dieser C 63 AMG-Variante hin.
Matte Folien, Titan, Carbon
Damit man die Sonderserie auch auf Anhieb erkennt, spendiert die britische Mercedes-Dependance ein dezentes, aber dennoch wirkungsvolles Optikpaket. Am auffälligsten sind die matten Lackfolien, wahlweise in Schwarz oder Weiß. Der Kühlergrill bekommt bei beiden Karosserievarianten ein Titan-Finish, den Carbon-Heckspoiler hat die Limousine dagegen für sich allein. Diverse „DR 520“-Plaketten verdeutlichen, dass es sich hier nicht um einen normalen C 63 AMG handelt. Jene Schriftzüge befinden sich auch auf den Kopfstützen. Hinzu kommen ein exklusiver Leder-Alcantara-Bezug für die Sportsitze sowie geschmackvoll ins Interieur integrierte, rot und weiße Nähte.
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- Der Mercedes C 63 AMG DR 520 hat mindestens 62.430 Pfund (T-Modell: 63.680), aktuell knapp 75.000 Euro (76.300), gekostet. Ein Aufpreis von jeweils ca. 12.000 Euro zum britischen Standard-C 63 AMG.
Rund 12.000 Euro Aufpreis
Wie erwähnt: Die nur 20 produzierten Exemplare, alle veräußert in der Mercedes-Benz-World an der legendären britischen Rennstrecke Brooklands, haben bereits einen Besitzer gefunden. Wer sich für die Limousine entschieden hat, hat mindestens 62.430 Pfund, aktuell knapp 75.000 Euro, dafür investiert. Das T-Modell hat die Kundschaft 63.680 Pfund (rund 76.300 Euro) gekostet. Das entspricht einem Aufpreis von jeweils etwa 12.000 Euro zum britischen Standard-C 63 AMG. Nicht gerade ein Pappenstiel. Aber wir sind uns sicher, dass auch der ein oder andere deutsche C 63 AMG-Interessent dazu bereit wäre, einen finanziellen Aufschlag für das Plus an Power und Exklusivität zu zahlen. Also bitte, liebe Chefetagen in Untertürkheim und Affalterbach: Macht es wie Eure britischen Kollegen und bringt eine ähnliche Sonderserie auch in Deutschland auf den Markt. Wir wollen auch einmal privilegiert sein – und zwar nicht nur bei den Themen Fußball, Essen und Frauen.

