VW: In Südamerika noch unbesiegt
Es sind eher unschöne Umstände, die dafür sorgen, dass sich Volkswagens Dakar-Engagement zum Positiven wendet. Zwischen 2003 und 2007 tritt die blaue Diesel-Armada beim Marathon-Klassiker an, der seinerzeit noch auf afrikanischem Boden ausgetragen wird – zum Gesamtsieg reicht es jedoch nie. Gegen die erfahrene Mitsubishi-Mannschaft ist einfach kein Kraut gewachsen. Dann folgen Terror-Warnungen, weshalb die Rallye 2008 ganz ausfällt und ab 2009 nach Südamerika übersiedelt. Seitdem eilt Volkswagen von Erfolg zu Erfolg: Erst gibt es einen Doppelsieg - Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz gewinnen vor Mark Miller/Ralph Pitchford -, 2010 folgt ein dreifacher Triumph: Carlos Sainz/Lucas Cruz, Nasser Al-Attiyah/Timo Gottschalk und Miller/Pitchford sorgen dafür, dass die Farbe Blau die Tabellenspitze dominiert. Genau dies ist auch 2011 wieder der Fall: Diesmal siegen Al-Attiyah/Gottschalk vor de Villiers/von Zitzewitz und Sainz/Cruz.
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- Große Männer des Motorsports: Trotz beinharter Zweikämpfe und zwischenzeitlichen Diskussionsbedarfs gratuliert der unterlegene Carlos Sainz (r.) fair dem Dakar-Sieger Nasser Al-Attiyah.
Stoßstange an Stoßstange
Bis Nasser Al-Attiyah seinen ersten Dakar-Triumph feiern kann, ist allerdings ein hartes Stück Arbeit nötig. Das mag bei einer Marathon-Rallye immer der Fall sein, trifft in diesem Jahr aber ganz besonders zu. Denn lange Zeit liefern sich der Katari und Vorjahressieger Sainz ein Duell, das eher an einen Rallyecross-Lauf erinnert als eine Marathon-Rallye. Stellenweise sind die beiden Vollgas-Tiere Stoßstange an Stoßstange unterwegs. Auf der drittletzten Etappe überspannt der zweifache Rallye-Weltmeister Sainz den Bogen schließlich und zerstört die Radaufhängung seines RaceTouareg 3. Die Reparatur dauert mehr als eine Stunde, wodurch eine Vorentscheidung zugunsten Al-Attiyahs fällt. Er hat nun mehr als 50 Minuten Vorsprung vor dem jetzt Zweitplatzierten de Villiers und muss den Gesamtsieg nur noch sicher ins Ziel tragen.
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- Dieses Auto war 2011 nicht zu schlagen: Der VW Race Touareg 3 mit Diesel-Power überzeugte mit Speed und Zuverlässigkeit. Aber die BMW-Mannschaft war ein ums andere Mal in Schlagdistanz.
12. Etappe: Sainz gibt noch einmal Gas
So passiert es dann auch: Die zwölfte Etappe dominiert einmal mehr Carlos Sainz, der noch einmal beweisen möchte, dass er seinem Teamkollegen ohne den Aufhängungsschaden einen harten Kampf um den Gesamtsieg geliefert hätte. Giniel de Villiers und Al-Attiyah sichern einen weiteren Volkswagen-Dreifachsieg auf dieser Etappe. Begünstigt wird dieses Ergebnis von einem Reifenschaden der BMW-Speerspitze Stephane Peterhansel, der den Rekordsieger sieben Minuten kostet. Am Ende steht Rang vier für den Franzosen zu Buche. Teamkollege Krzysztof Holowczyc fährt auf Platz fünf. Genau diese Ränge stehen für das BMW-Duo auch in der Gesamtwertung zu Buche. Das deutsche Duo Matthias Kahle/Thomas Schünemann belegt sowohl auf der Etappe als auch in der Gesamtwertung Rang zehn und ist damit weiterhin das beste Team in einem hinterradgetriebenen Buggy.
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- Die Rallye Dakar 2011 endet aus deutscher Sicht nicht nur für das VW-Team erfolgreich. Timo Gottschalk (Foto) navigiert Nasser Al-Attiyah als Beifahrer zum Sieg. Dirk von Zitzewitz ist Beifahrer des zweitplatzierten Giniel de Villiers.
13. Etappe: Die nächste Bestzeit von Sainz
Der Schlussetappe nach Buenos Aires drückt abermals Carlos Sainz seinen Stempel auf. Der Spanier sichert sich den nächsten Tagessieg vor Al-Attiyah, der damit den Gesamtsieg locker nach Hause fährt. Diesmal sprengt BMW-Pilot Holowczyc als Dritter das VW-Quartett, deren andere Hälfte bestehend aus de Villiers und Miller die Plätze vier und fünf belegt. Damit liegt Al-Attiyah nach 13 Etappen knapp 50 Minuten vor de Villiers und mehr als 1:20 Stunde vor Sainz. Kahle/Schünemann beenden die Etappe als Zwölfte, werden Zehnter in der Gesamtwertung und sind damit das beste Buggy-Duo. Glückwunsch an den mehrfachen deutschen Rallye-Meister aus Görlitz und seinen Hamburger Beifahrer.
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- Der Drittplatzierte Helder Rodrigues (l.) und der Zweite Cyril Despres (r.) rahmen Motorrad-Sieger Marc Coma ein. Es ist der dritte Dakar-Triumph für den spanischen KTM-Piloten. Foto: Marcelo Maragni/Red Bull Photofiles
Coma holt seinen dritten Motorrad-Sieg
Auch in der Motorradwertung ist es ein Kampf um wenige Minuten und Sekunden. Hier setzt sich letztlich die schöne Tradition durch, dass sich die KTM-Markenkollegen Marc Coma und Cyril Despres in Sachen Gesamtsieg abwechseln. Diesmal gewinnt der Spanier Marc Coma mit einem Vorsprung von gut 15 Minuten – ein Wimpernschlag angesichts einer Gesamtdistanz von mehr als 9.000 Kilometern. Der Drittplatzierte Hélder Rodrigues hat mehr als 1:40 Stunde Rückstand auf Coma, der chilenische Lokalmatador Francisco Lopez Contardo muss sich um mehr als zwei Stunden geschlagen geben. Auf Rang fünf liegt der Spanier Juan Pedrero Garcia, dessen Rückstand auf Marc Coma mehr als drei Stunden beträgt.
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- Bei den LKWs triumphiert einmal mehr Vladimir Tchaguine. Es ist bereits der siebte Dakar-Triumph für den Russen im einheimischen Kamaz-Truck. Foto: Marcelo Maragni/Red Bull Photofiles
Kamaz-Show in der Truck-Wertung
Die Truck-Kategorie wird einmal mehr von den russischen Gelände-Urviechern aus dem Kamaz-Stall dominiert. Nachdem lange Zeit Firdaus Kabirov wie der Sieger aussieht, kann sich Teamkollege Vladimir Tchaguine mit einem starken Schlussspurt doch noch durchsetzen und die Rallye Dakar gewinnen. Am Ende war Tchaguine insgesamt eine halbe Stunde schneller als Kabirov. Dritter wird mit Ilzigar Mardeev ebenfalls ein russischer Kamaz-Pilot. Der deutsche MAN-Fahrer Franz Echter hat Pech, denn er verpasst den dritten Podestplatz nur um etwa zehn Minuten und muss sich mit Gesamtrang vier zufrieden geben. Der Spanier Pep Vila steuert seinen Iveco am Ende auf Tabellenplatz fünf.
Es steht zwar noch nicht fest, aber vieles spricht dafür, dass die Rallye Dakar auch 2012 wieder in Südamerika stattfinden wird. VW würde es freuen, schließlich ist die Wolfsburger Truppe dort noch unbesiegt. Und auch die Fans freuen sich schon auf das nächste Sekunden-Duell zwischen den blauen Diesel-Rennern.

