Buon compleanno!

Der kleine Italiener Fiat 500 feiert seinen 50. Geburtstag. Der flotte 500er blickt auf ein aufregendes Leben in Italien und Europa zurück. (D. Maier , 15.02.2010)

Buon compleanno! Herzlichen Glückwunsch! Der Fiat 500 feiert im Juli seinen 50. Geburtstag. Der kleine Italiener behauptet sich nicht nur auf den Straßen Italiens und Europas, sondern auch auf den Renn- und Rallye-Pisten. Den ersten Fiat 500 von 1957 treibt ein Reihenzweizylinder im Heck mit 13 PS, später mit 15 PS, an. Der kleine Italiener erfreut sich besonders für den Stadtgebrauch großer Beliebtheit. Doch für die Landstraße scheint er für viele Fahrer noch zu langsam. Nach genau einem Jahr bringt Fiat eine Sport-Version heraus. Mit 21,5 PS trauen sich die Besitzer jetzt mit ihrem kleinen Liebling auf die Landstraße. Die Leistungssteigerung erreichen die Konstrukteure durch Hubraum-Vergrößerung, Verdichtungserhöhung durch einen flacheren Zylinderkopf, modifizierte Brennräume sowie größere Ventile. Dank der Modifizierung lässt sich der Fiat 500 jetzt auch bei serienmäßigen Tourenwagenrennen einsetzten. Aber nicht nur der Motor des Sport 500 haben die Ingenieure und Designer aufgefrischt. Der neue 500er glänzt im weißen Lack mit zwei roten Rallye-Streifen. Auch die Inneneinrichtung ist in rot-weiß gehalten.

Fest verbunden mit den getunten Fiat 500 ist der Name Carlo Abarth. Der Wiener modifiziert immer wieder den spritzigen Italiener. Aus dem 500er holt er 26 PS. Abarth behält den Hubraum von 479 Kubikzentimetern bei und erhöht stattdessen die Verdichtung durch Planen des Zylinderkopfes. Zusätzlich baut er einen größeren Weber-Vergasser ein, poliert die Ein- und Auslasskanäle und montiert einen selbst entwickelten Auspuff. Der Fiat 500 Abarth zeigt sich auf den Rennstrecken, wie bei der Rallye Monte Carlo, sehr erfolgreich. Unter anderem bricht der Abarth auch zahlreiche Langstreckenrekorde. Auf den Fiat 500 Abarth folgen in den nächst größeren Hubraumklassen der Abarth 595 von 1963 und der 695 von 1964. Beide Varianten sind als Straßen- oder als Rennsportversion erhältlich. Die Bezeichnungen der für den Rennsport erbauten 595er und 695er enden mit dem Kürzel SS. Weitere 500er Modelle bringt Carlo Abarth in Zusammenarbeit mit den italienischen Karosseriebauern Zagato und Pininfarina auf den Markt. Der Fiat 500 Abarth GT von Zagato zeigt sich im Besonderen bei Bergrennen erfolgreich. Der Fiat 500 Abarth Pininfarina erhält eine Stromlinienkarosserie und stellt mit seinem neuen Aussehen allein im Herbst 1958 insgesamt 23 Langsteckenbestmarken auf.Größter Konkurrent zu Carlo Abarth ist der Italiener Domenico Giannini. Er verfeinert den Fiat 500 mit klassischen Leistungssteigerungen wie Zylinderkopfbearbeitung und den Einsatz eines Sportvergasers. Der Giannini 500 TVS (1964) bringt es so auf 29 PS. Beim 590 GTS von 1964 bohrt Giannini das Triebwerk auf 586 Kubikzentimeter auf. Mit den dadurch entstandenen 35 PS erreicht der 590 GTS 130 km/h. Domenico Giannini wertet aber nicht nur den Motor auf, sondern verschönert den 500er mit Zierleisten und Radkappen aus Chrom. Im Innenraum erhält der getunte Fiat 500 Zusatzinstrumente wie Drehzahlmesser und Ölthermometer. In den 70er Jahren baut Giannini den Motor des Fiats 126 in den 500er ein. Durch den Motorwechsel kann der kleine Italiener nicht mehr im regulären Motorsport mitmischen. Jedoch sorgen die 35 PS für ein flottes Fahrvergnügen. Ähnlich wie beim umgerüsteten Fiat von Giannini baut der österreichische Importeur Steyr-Puch in den 500er einen 20 PS starken Zweizylinder-Boxermotor mit 650 Kubikzentimeter aus eigener Herstellung ein. Der Steyr-Puch 650TR zeigt sich als regelmäßiger Sieger in der 750er Klasse.Genau 50 Jahre später versucht es Fiat erneut mit dem kleinen italienischen Liebling und bringt den 500er in neuer Form auf den Markt. Premiere des neuen 500 ist am 4. Juli 2007.

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