Von den Machern des Zenvo
Die Dänen sind immer mal wieder für eine Überraschung gut. Man denke nur zurück an das Jahr 1992, als sie als Nachrücker für die disqualifizierten Jugoslawen vom „St(r)and“ weg den Titel bei der Fußball-EM geholt haben. Der Schlachtruf des damaligen Teams „We are red, we are white, we are Danish dynamite!” Dänisches Dynamit haben Jesper Hermann, Christian Brandt und Torben Hartvig bereits erschaffen: Seit 2009 sorgt der Zenvo ST1 für Aufsehen, ein 1.100 PS starkes und hochexklusives Supercar, an dessen Entwicklung die drei Dänen federführend beteiligt waren. Jetzt widmen sie sich mit ihrer Firma HBH einem neuen Projekt: dem Bulldog GT, einem Mittelmotor-Gran Turismo auf Aston Martin-Basis.
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- Den Sechsliter-Zwölfzylinder des Aston Martin V12 Vantage pumpt HBH mit zwei Kompressoren auf, weshalb nun 675 statt 517 PS sowie 756 statt 570 Nm im Datenblatt des Bulldog GT stehen.
Die Brötchen sind kleiner, aber groß genug
Was die Power und Fahrleistungen angeht, backen die Dänen im Vergleich zum Zenvo nun aber etwas kleinere Brötchen. Ein Schwächling ist der Bulldog GT deshalb aber noch lange nicht. Den Sechsliter-Zwölfzylinder des Aston Martin V12 Vantage pumpt HBH mit zwei Kompressoren auf, weshalb nun 675 statt 517 PS sowie 756 statt 570 Nm im Datenblatt stehen. Im Vergleich zum Original kommt der Bulldog GT etwas schneller in die Puschen (Null auf Hundert in 3,9 statt 4,2 Sekunden), gerät jedoch einen Hauch früher außer Puste (300 statt 305 km/h Topspeed). Aber spektakulärer als die reinen Daten ist die Transplantation des Motors von vorne nach hinten.
Von vorne nach hinten
Im Aston Martin ruht das Triebwerk auf der Vorderachse, im Bulldog GT rücken Motor und das manuelle Sechsgang-Getriebe hinter die Fahrgastzelle. Der völlig neu gestalteten Aluminium-Karosserie sieht man die neue Antriebsarchitektur auf den ersten Blick an, auch wenn viele Details auf die britische Herkunft hinweisen. Die Silhouette entspricht der eines typischen Mittelmotor-Sportwagens: Kurzer Bug, weit nach vorn gerücktes Cockpit und ein ausladendes Hinterteil mit riesigen Lufteinlässen an den Flanken, die den Bi-Kompressor-V12 mit ausreichend Frischluft versorgen müssen. In üppig bemessenen Rädern – vorne 9,5 x 19 Zoll mit 255/35er Reifen und hinten mit 12,5 x 20-Zoll-Pendants samt 335/30er Schlappen – ist eine Carbon-Keramik-Bremsanlage untergebracht. An der Vorderachse verbeißen sich Sechs-Kolben-Zangen in 398er Scheiben, hinten kommen Vier-Kolben-Sättel und 360 Millimeter-Scheiben zum Einsatz.
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- Der Aluminiumkarosserie des Bulldog GT verfügt über einen kurzen Bug, weit nach vorn gerücktes Cockpit und ein ausladendes Hinterteil mit riesigen Lufteinlässen an den Flanken.
So nah wie möglich am Original
Die Dänen haben sich die Aufgabe bewusst nicht ganz leicht gemacht: Statt in punkto Design und Entwicklung mit einem weißen Blatt Papier anzufangen, modifizieren Hermann, Brandt und Hartvig die optischen und technischen Vorgaben von Aston Martin. Ungewöhnlich: Trotz des neu angeordneten Antriebs entwerfen sie kein neues Chassis, sondern modifizieren das des originalen V12 Vantage.
Aktuell startet HBH den Aufbau eines Prototyps, Anfang 2013 sollen die
ersten Testfahrten stattfinden. Wann – und ob überhaupt – eine
Kleinserie des Bulldog GT aufgelegt wird oder ob er ein Einzelstück für
einen solventen Kunden bleibt, steht noch nicht fest. Doch dass Dänen in
der Lage sind, sich aus dem Nichts an die Spitze zu katapultieren,
haben sie schon öfter bewiesen – zum Beispiel bei der Fußball-EM 1992.

