Der Audi RS6 präsentiert Hightech an allen Ecken und Enden. Doch was bringt das für Fahrdynamik und Sicherheit? Motorvision hat es herausgefunden. (Text und Fotos: Mario-Roman Lambrecht , 01.01.2009)
Das Fahrwerk: Komfort, Dynamik oder Sport?
Das optionale Sportfahrwerk plus stellt sich dann dank der Dynamic-Ride-Technologie auf die jeweiligen Wünsche des Fahrers ein und garantiert somit auch unbeschwertes Vorankommen im Alltag. Per Knopfdruck darf der Fahrer entscheiden, wie komfortabel er vorankommen möchte. So geht es im Comfort-Modus sehr entspannt zur Sache, Bodenunebenheiten werden sehr gut weggefedert - perfekt für den Familienausflug. Der Dynamik-Modus stellt die optimale Waage zwischen Komfort und Sportlichkeit dar. Mit diesem Modus macht man im Grunde nie etwas falsch.
Der Verbrauch: Hüstel…
Der Verbrauch ist, gemessen an den Leistungsdaten, durchaus in einem akzeptablen Bereich. Im Schnitt begnügte sich der RS6 mit 14 bis 15 Litern an Benzin. In der Stadt geht der Verbrauch, besonders bei viel Ampelverkehr, deutlich hoch. Werte um die 18 bis19 Liter sind hier keine Seltenheit. Wer diszipliniert mit dem Gaspedal umgeht, schafft die Strecke Frankfurt – Hamburg (530 km) mit einem Tank und einem Verbrauch von 13 Litern. Eventuell könnte auch mehr möglich sein, aber wer zum Teufel kauft sich schon knapp 600 PS, um spritsparend auf Deutschlands Autobahnen umherzuschleichen? Wer viel Autobahn fährt, darf sich auch gerne ein paar Sicherheitsfeatures gönnen. So darf sich der Fahrer mit allerlei technischem Schnick-Schnack wie Spurhalteassistenten, Tote-Winkel-Warnern in den Rückspiegeln und Distance Control wohl behütet fühlen.
Brachiale Bremskraft – optional mit Keramik
Um die brachiale Power zügeln zu können, müssen auch die Bremsen jederzeit in der Lage sein, Höchstleistungen zu vollbringen. Dafür sorgen vorne standardmäßig 390 Millimeter Bremsscheiben mit Sechskolben-Festsätteln aus Aluminium. An den hinteren Rädern kommen Bremsscheiben mit 365 Millimeter Durchmesser und Einkolben-Schwimmsättel zum Einsatz.Wer es noch ein wenig „griffiger“ mag, greift zur Keramik-Bremsanlage, die in Kombination mit den 20 Zoll-Rädern montiert werden kann. Diese reduziert das Gewicht um 12,2 Kilo und soll bis zu 300.000 km halten können. Neben dem imposanten Aufpreis gibt es hierfür gewaltige Bremsscheiben mit einem Durchmesser von 420 Millimetern an der Vorder- und 356 Millimetern an der Hinterachse.
Fazit
Bei Audi läuft es momentan einfach prächtig. Sowohl im Design als auch in der Technik ist Audi momentan einfach auf der Überholspur, erst recht mit einem Auto wie dem RS6. Natürlich könnte man über den Sinn und Zweck eines solchen Gefährts diskutieren, aber Fakt ist, dass es einen Markt für solche Fahrzeuge gibt.Audi hat es verstanden, den RS6 nicht in eine Proletenbude zu verwandeln. Stattdessen wirkt der RS6 brav erzogen und ist immer gut zu beherrschen. Auch die Außenwirkung war in den zwei Wochen des Testens durchweg positiv. Das gab es selten. Letzten Endes wird man wohl mit einem 2.0 TDI genauso fix von A nach B kommen können - die Frage ist nur, wer dabei mehr Spaß haben wird.
Technische Daten Audi RS6 (Werksangaben):
Leistung: 426 kW (580 PS)
Max. Drehmoment: 650 Nm / 1.500 – 6.250/min
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
Beschleunigung 0 – 100 km/h: 4,5 s
Durchschnittsverbrauch: 13,9 l / 100 km (SP)
CO2-Emission: 331 g/km
Grundpreis: 107.200 Euro