Brabus: Mehr Muckis für den GL

Brabus stellt die nächste Breitbau-Version eines Mercedes-Offroaders vor, den GL Widestar. Das edle Fullsize-SUV hat aber nicht nur optische Vorzüge. (T. Harloff , 01.01.2009)

Das Thema „Breitbau“ ist in der Tuning-Szene nach wie vor richtig angesagt. Besonders Brabus macht sich derzeit um die Pflege dieser Tradition verdient. Konsequenterweise bauen die Bottroper nun ihre „Widestar“-Serie auf Basis der Geländegänger von Mercedes weiter aus. Nach dem ML wird jetzt der GL mit einem Breitbau-Look sowie zahlreichen weiteren optischen und technischen Modifikationen beglückt.

Dabei ist es den Brabus-Designern gelungen, die Kotflügelverbreiterungen samt Schwellerleisten harmonisch ins GL-Outfit zu integrieren. Insgesamt wächst der GL durch die Radlauf-Aufsätze um fünf Zentimeter in die Breite. Die Frontschürze im typischen Brabus-Look versorgt mit ihren großen Kühlöffnungen Motor und Bremsen mit Frischluft und leuchtet mit zusätzlichen Fern- und Nebelscheinwerfern die Fahrbahn besser aus. Das Hinterteil wertet Brabus mit einem Dachspoiler und einer Heckschürze auf. Passgenaue Ausschnitte für die beiden Edelstahl-Doppel-Endrohre der Auspuffanlage zeugen ebenso von viel Liebe zum Detail wie die Einstiegsleuchten, die sich in den Seitenschwellern wieder finden.

Brabus GL Widestar Heckansicht
Das Heck des Mercedes GL wertet Brabus mit einem Dachspoiler und einer Heckschürze auf

Bessere Fitness für alle Motoren

Doch der Brabus GL Widestar sieht nicht nur mächtig aus – er ist es auch. Das liegt besonders an den Motoren: Für jedes Triebwerk, das Mercedes für den GL anbietet, hat Brabus eine Leistungssteigerung in petto. Per Tuning-Modul verhelfen die Mannen aus dem Ruhrpott dem GL 320 CDI zu 272 PS (Serie: 242) und maximal 590 Newtonmeter (Serie: 510). Auch der große V8-Diesel des GL 420 CDI profitiert deutlich von der Bottroper Kraftkur: Brabus spannt gleich 44 weitere Pferde (350 statt 306) vor die Fuhre. Und diese ziehen so gewaltig an, dass das Triebwerk satte 800 statt 700 Newtonmeter auf die Kurbelwelle stemmt. Kein Wunder, dass der GL Widestar mit 7,1 Sekunden für den Null-auf-Hundert-Sprint und 240 km/h Topspeed das Original deutlich in den Schatten stellt. Der Serien-GL braucht für die erste Übung eine halbe Sekunde länger und hinkt in der zweiten Disziplin um zehn km/h hinterher.Die Achtzylinder-Benziner des GL 450 und GL 500 tauscht Brabus gegen seinen hauseigenen 6,1-Liter-Hubraummotor aus, der mit 462 PS deutlich besser im Futter steht als die 340 bzw. 388 PS starken Werksmotoren. Dass der Spruch „Hubraum ist durch nichts zu ersetzen“ nichts an Aktualität eingebüßt hat, beweist ein Blick auf die Drehmoment-Daten: Die Serien-Aggregate haben 460 sowie 530 Newtonmeter zu bieten, das Brabus-Pendant hält mit 615 Newtonmetern mehr als nur dagegen. Entsprechend besser sind die Fahrleistungen: Der Widestar nimmt dem GL 500 beim Spurt auf Tempo 100 fünf Zehntel ab (sechs statt 6,5 Sekunden) und ist 15 km/h schneller (255 zu 240).

Brabus GL Widestar Motor
Die V8-Benziner des GL 450 und des GL 500 tauscht Brabus gegen seinen 426 PS starken 6,1-Liter-Hubraummotor aus

XL-Bremsen hinter XXL-Felgen

Damit der GL Widestar die motorische Potenz nicht nur auf gerader Strecke, sondern auch in Kurven umsetzen kann, nimmt Brabus weitere technische Verfeinerungen vor. Die erste betrifft das Fahrwerk: Ein spezielles Modul für die Luftfederung senkt die Karosserie um etwa 30 Millimeter ab. Trotzdem schafft es Brabus, 11 x 23 Zoll große Felgen im Monoblock E-Design samt 305/35er Pneus in die Radhäuser zu quetschen. Die Bremsen brauchen sich also über Platzmangel nicht zu beschweren, obwohl die Scheiben (vorne mit 380, hinten mit 355 Millimetern Durchmesser) ebenfalls Gardemaß besitzen. Vorne beißen Zwölf-, hinten Sechskolben-Festsättel kräftig zu.Die Bandbreite an Innenraum-Accessoires reicht von Edelstahl-Einstiegsleisten mit beleuchtetem Brabus-Logo über Aluminiumteile wie Pedalerie und Türpins bis zum Sportlenkrad. Wer sich auf den serienmäßigen Sitzbezügen nicht wohl fühlt, der kann das Gestühl in der hauseigenen Sattlerei mit edlem Alcantara und Mastikleder „aufmöbeln“ lassen. Und wer sich beim Fahren nicht angemessen unterhalten fühlt, der kann eine Highend-Multimedia-Anlage ordern. Diese beinhaltet einen DVD-Player, je einen Sieben-Zoll-Monitor in den Rückenlehnen der Vordersitze und auf Wunsch im Dachhimmel integrierte Bildschirme sowie einen Bord-PC mit Internetanbindung und MP3-Player.

Brabus GL Widestar Seitenansicht
Einstiegsleuchten in Seitenschwellern und Heckschürze weisen den Insassen auch bei Dunkelheit stets den rechten Weg

Preise (Auszug; inkl. Lackierung und Montage):

Widestar-Bodykit inkl. Dachspoiler: 23.574 Euro
23-Zoll-Komplettradsatz Monoblock E mit Bereifung 305/35 R 23: 14.975 Euro
Leistungssteigerung GL 420 CDI auf 350 PS: 3.201 Euro
6,1-Liter-Hubraummotor mit 462 PS: 35.938 Euro
Tieferlegungsmodul: 1.726 Euro
Bremsanlage: 22.003 Euro

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