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BMW reloaded: Der neue M3 GTS

Man glaubt es kaum, BMW stellt ein neues Modell vor und es ist kein Crossover! Mit dem neuen M3 GTS wenden sich die Bayern an eine Klientel, die sie in den vergangenen Jahren unverständlicherweise aus den Augen verloren haben: Den Sportfahrer, der es puristisch mag und auch gern mal auf der Rennstrecke unterwegs ist. (T. Harloff)

Diese Rückkehr zu alten Tugenden macht noch einmal deutlich, dass sich BMW mit der Modellpolitik der nahen Vergangenheit ein akutes Identitätsproblem geschaffen hat. Immer wieder haben Entwickler versucht, mit mehr oder weniger kreativen Neuheiten auch die letzte scheinbar verbliebene Nische zu besetzen. Sei es ein SUV-Coupé (X6), eine Coupé-Cabrio-Mixtur (Z4) oder ein viertüriges Oberklasse-Coupé mit Fließheck (5er GT) – wild hat man in der Münchner Giftküche jahrelang automobile Gattungen gekreuzt. Und damit offensichtlich die über Jahrzehnte gepflegte Kernkompetenz des Hauses aus den Augen verloren. Die Marke BMW stand lange Zeit für die sportlichsten Autos der jeweiligen Fahrzeugklasse, die fahrdynamisch mindestens eine Liga höher spielten als die Premium-Konkurrenz.

Rückkehr zu alten Tugenden

Nun also der M3 GTS, das sportliche Allroundtalent für Straße und Rennstrecke. Erste Maßnahme auf dem Weg zur alten Sportlichkeit war eine intensive Diät, dem fülligen M3 (das Coupé wiegt stramme 1.655 Kilogramm) wurden diverse Pfunde abgezwackt. Zahlreiche Diät-Maßnahmen drücken das Leergewicht unter die 1,5-Tonnen-Marke. Rücksitze, Klimaautomatik oder Soundanlage? Ersatzlos gestrichen! Schallisolierung? Reduziert! Endschalldämpfer, Mittelkonsole oder Türverkleidungen? Durch leichtere Pendants ersetzt. Dafür gehören Recaro-Schalensitze samt Sechspunkt-Gurten, eine Carbon-Innenausstattung, ein Alcantara-Sportlenkrad und ein Feuerlöscher zur Serienausstattung. Der Besuch im Garchinger Fitnessstudio hat sich gelohnt, die M GmbH hat dem M3 ganze 165 Kilogramm wegtrainiert. Auf Wunsch ist auch ein Überrollkäfig an Bord, den heißen Runden auf der Rennstrecke ja nichts mehr im Wege…

Mehr Hubraum, mehr Power

Als zweites drehten die Techniker an den Leistungsparametern. Dank einer Hubraumerweiterung von vier auf 4,4 Liter und weiteren technischen Kunstgriffen kann der Hochdrehzahl-V8 nunmehr anstatt von 420 auf 450 PS zurückgreifen. Ein modifiziertes Doppelkupplungs-Getriebe mit sieben Gängen bringt die PS-Steigerung gut auf die Straße. Mittels Schaltwippen am Lenkrad lässt sich der Bolide gut im Zaum halten, per „Drivelogic“-Programm lässt sich die Schaltgeschwindigkeit per Knopfdruck beeinflussen.Die Federung basiert auf der des normalen M3, allerdings ist das Fahrwerk von der M GmbH tiefgreifend verfeinert worden. So sind die Stoßdämpfer in Zug- und Druckstufe einstellbar, der Hinterachsträger ist starr verschraubt. Vorne verbeißen sich Sechskolben-Zangen in die Bremsscheiben, hinten kommen ihre Vierkolben-Kollegen zum Einsatz. 19-Zoll-Felgen mit 255/35er Reifen vorne und 285/30er Pneus hinten bieten der Bremsanlage ein Zuhause. Die dynamische Stabilitätskontrolle DSC verfügt über eine rennsportorientierte Abstimmung, lässt sich aber natürlich auch komplett deaktivieren.

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