| BMW 640i Coupé | |
|---|---|
| Motor | Reihe |
| Hubraum | 2979 ccm |
| Leistung | 235 kW (320 PS) bei 5800 U/min |
| Drehmoment | 450 Nm bei 1300 U/min |
| L/B/H in Meter | 4894 mm/1894 mm/1369 mm |
| Gewicht | 1735 kg |
| Antrieb | Heck |
| Getriebe | Automatikgetriebe |
| Felgengröße | 8 x 18 Zoll |
| Bereifung | 225/55R17Y (Runflat) / 225/55R17Y (Runflat) |
| Bremsen | Scheibe / Scheibe |
| 0-100 km/h | 5,8 s |
| 0-200 km/h | --- |
| Vmax | 250 km/h |
| Bremsweg (100-0 km/h) | 34,2 m |
| Verbrauch | 9,6 l |
| Grundpreis | 74700 Euro |
| Testwagenpreis | 106.100 Euro |
| Versicherungsklassen | HP 21 / VK 28 / TK 28 |
| Rundenzeit | --- |
| Teststrecke |
Das ist er
Die BMW 6er Baureihe steht seit ihrem ersten Erscheinen für elitäre Sportlichkeit mit zwei Türen. Schon in den Siebzigern war der 2+2-Sitzer aus der Oberklasse ein Prestigeobjekt besonderer Ausmaße. Gerade das werksintern E 24 genannte Coupé genießt auch heutzutage noch Kult-Status. Gleiches gilt auch für den Nachfolger des 6er Coupés, die 8er Baureihe vom Typ E31, für die heute – in gutem Zustand – Liebhaberpreise jenseits von Gut und Böse aufgerufen werden.
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- Rückkehr zu alten Design-Tugenden statt zerklüftete Bürzel-Experimente. Die Optik des F13-Coupés birgt recht wenig Polarisierungs-Potential.
Weniger positive Reaktionen rief dagegen das wiederbelebte 6er Coupé und Cabrio vom Typ E63 bei seinem Erscheinen 2003 hervor. Der von der Fachpresse oft kritisierte ehemalige BMW Design-Chef Chris Bangle zeigt sich auch für dieses Modell verantwortlich und muss damals einige Kritik für das berüchtigte Heckbürzel einstecken. Doch mittlerweile ist das Bürzel-Zeitalter Vergangenheit und mit dem neuen 6er-Coupé vom Typ F13 will BMW wieder zu alten Wurzeln zurück: der neue 6er soll ein Klassiker der Zukunft sein und mit zeitlosem Design und einem Preisgefüge ab 74.700 Euro die Armani-affine Altherrenfraktion genauso wie alle Kreditkarten-übersättigten Jung-Unternehmer für Durchzugskraft durch TwinTurbo-Technik begeistern.
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- Im Innenraum gibt es feine Materialien und Oberklasse-Verarbeitungsqualität. Aber ohne dabei die BMW-typische Coolness außer Acht zu lassen.
Das bietet er
Wäre die Frage „Was bietet er nicht?“, würde der folgende Absatz entscheidend kürzer ausfallen. Schon die Serienausstattung ist mit netten Details wie zum Beispiel der Achtgang-Sport-Automatic, dem Fahrerlebnisschalter, einer Volllederausstattung, Sportlederlenkrad, Klimaautomatik, Xenon-Licht oder Keyless-Go-System gespickt. Allerdings ist die Sonderausstattungsliste – wie von den Münchnern gewohnt – nicht von schlechten Eltern. Unser Testwagen verfügt unter anderem über die BMW Exclusivlederausstattung (1.540 Euro), Adaptive Drive (3.970 Euro), Metallic-Lackierung (1.080 Euro), Park DistanceControl (680 Euro), Surround View-Kamerasystem (588 Euro), Spurwechselwarner (521 Euro), ein High-End Surround-System aus dem Hause Bang&Olufsen (4.950 Euro) und, und, und. Da ist es überflüssig zu erwähnen, dass man sich schon vor dem Einsteigen wohl fühlt. Die Sport-Ledersessel sind üppig dimensioniert und umschmeicheln den Fahrer wie eine zweite Haut, die Instrumententafel ist eingebettet in einen LED-Screen, der nicht nur augenschonend, sondern auch sehr informativ ist. Kurz gesagt: das 640i Coupé bietet Luxus und Sicherheit pur – was aber seinen Preis hat, doch dazu später mehr.
Die Außenhaut des neuen 6er Coupés ist im Vergleich zum Vorgänger deutlich bulliger, flacher und dürfte designtechnisch auch weit weniger polarisieren. Die neue Front erinnert dezent an längst vergangene, aggressive „Hai-Zeiten“, das Heck dagegen orientiert sich an der aktuellen Design-Linie mit L-förmigen Heckleuchten. Ansonsten gibt sich der 6er coupé-typisch: gestreckte Silhouette, langer Radstand, kurzes Heck und lange Motorhaube – dabei ist er was seine Außenmaße angeht recht üppig dimensioniert: 4.894 Millimeter lang, 2.081 Millimeter breit und 1.369 Millimeter hoch. Umso verwunderlicher, dass trotz dieser Ausmaße im Fond nur kleingewachsene Persönlichkeiten ein bequemes Platzangebot vorfinden. Für alle Menschen über 1.70 Meter heißt es Knie und Kopf einziehen. Aber das große BMW-Coupé ist ja nicht umsonst als 2+2 Sitzer konzipiert und für alle die mehr Beinfreiheit im Fond wollen, ist das 6er Gran Coupé bereits im Anmarsch. Das Gepäckabteil dagegen wird mit 460 Litern auch gehobenen Reiseansprüchen gerecht.
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- Freude am Fahren vermittelt das 640i Coupé auf vielfältige Weise. Ob zackig oder gemächlich, das "kleine" große Coupé hat sämtliche Gangarten drauf.
So fährt er
Das Fahrerlebnis, das der 6er generiert ist tief gespalten – allerdings im positiven Sinne. Dafür sorgt der Fahrerlebnisschalter, der fünf Stufen zur Verfügung stellt: „Sport“ und „Sport+“, „Comfort“ und „Comfort+“, sowie den „Eco Pro“-Modus. Je nach gewähltem Modus stellen sich Fahrwerk und Dämpfung, sowie Ansprechverhalten und Verbrauch des Sechszylinder-Doppelturbo-Motors auf die Wünsche des Piloten ein. Der „Sport+“-Modus ist genau richtig für mutwillige Sprit- und Reifen-Vernichter, die regelmäßig einfach nur brutal Bock haben, dem Straßenbelag das Fürchten zu lehren. Das ESP wird in diesem Modus automatisch bei Seite gelassen, was ausgiebigen Driftorgien selbstverständlich sehr zu Gute kommt. Der 6er bleibt jedoch gut beherrschbar und lässt sich durch behändes Gegenlenken locker wieder einfangen.
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- Der Dreiliter-Reihensechszylinder mit TwinTurbo-Technik mobilisiert 320 PS und 450 Newtonmeter Drehmoment. Das reicht für ordentlich Schubkraft auf der Hinterachse, trotz eines Leergewichts von etwas über 1,7 Tonnen.
Im „Sport“-Modus sind Fahrwerk und Ansprechverhalten ähnlich sportiv abgestimmt, aber das ESP bleibt dabei präsent, um etwaigen Übermutsattacken Einhalt zu gebieten. Genau die richtige Einstellung also, um auf kurvenreichen Landstraßen auch mal bei Nässe die Sau rauszulassen. Gerade hier überzeugt der 6er durch seine äußerst souveräne Kraftentfaltung: bei jeder Drehzahl gibt er dem Fahrer einen ordentlichen Kick, trotz seines stattlichen Leergewichts von 1.735 Kilogramm. Die Lenkung ist BMW-typisch knackig, direkt und sehr präzise, dabei aber niemals zu leichtgängig, sondern vermittelt stets wohltuendes Feedback. Der 320 PS starke Sechszylinder mit Twinturbo stellt 450 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung. Das ermöglicht den Sprint von 0 auf 100 km/h in werksangegeben 5,4 Sekunden. Bei unseren Tests auf Winterpneus waren es 0,4 Sekunden mehr. Die Höchstgeschwindigkeit wird durch die Kaltjahreszeit-Gummis ebenfalls begrenzt: mehr als 240 km/h sind so nicht drin, die 250 km/h sollten mit Sommerbereifung jedoch kein Problem darstellen. Und selbst bei diesen Geschwindigkeiten liegt der 6er ruhig und satt auf der Straße.
„Comfort“ und „Comfort+“ ist für Fahrer geeignet, die es bequem und gemütlich angehen lassen wollen. Das Fahrwerk verliert deutlich an Härte, das Ansprechverhalten des Dreiliter-Sechszylinders mit Doppelturbo wird deutlich weniger „punchig“ und die Achtgang-Sportautomatic schaltet deutlich früher hoch. Der „Eco Pro“-Modus ist dagegen für Sparfüchse und vermögende Vernunftmenschen genau das Richtige: Start-Stopp-Automatik, Bremsenergierückgewinnung und Schaltvorgänge wie sie Spritsparlehrer nicht besser timen könnten, sorgen für erhebliches Einsparpotential in allen Lebenslagen. Durch eine Anzeige auf der Tachoeinheit wird dem fuchsigen Fahrer dabei digital bewusst gemacht, wie viele Kilometer mehr er nun mit seinem teuer erkauften Super Plus dank der Öko-Fahrstufe zurücklegen kann. Mit dem 640i Coupé macht also sogar Sparen Freude.
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- Leider ist 6er fahren immer noch kein billiges Vergnügen: 74.700 Euro beträgt der Grundpreis des 640i Coupés. Unser Testwagen kostet genau 106.100 Euro.
Das kostet er
Weniger Freude macht der Blick auf das Kostenkapitel. Der Grundpreis für ein 640i Coupé beträgt 74.700 Euro. Doch damit nicht genug: unser Testwagen bringt es mit sämtlichen Extras auf stolze 106.100 Euro. Ein monetärer Vergleich mit den üblichen Verdächtigen aus Ingolstadt und Stuttgart fällt schwer: der Audi A5 spielt eine Liga tiefer, die Mercedes CL-Klasse eine halbe Liga höher. Aber was nun mal feststeht: ein Automobil der Oberklasse ist als Neuwagen nicht billig in der Anschaffung. Und die Versicherungseinstufung von HP 21/ VK 28/ TK 28 ist auch nicht gerade ein Schnäppchen, eher im Gegenteil.
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- Traditionsbruch: der ein oder andere V8-Verfechter wird Mogelpackung rufen, denn ein Vierliter-V8-Aggregat ist hier nicht am Werk. Dafür ist der Einstiegs-6er aber auch deutlich sparsamer.
Da kann das 640i Coupé beim Verbrauch schon eher punkten – zumindest wenn man öfter mal für längere Zeit als „Eco Pro“-Freak unterwegs ist, kommt man dem von BMW angegebenen kombinierten Durchschnittsverbrauch von 7,6 Litern recht nahe: im Sparmodus lässt es sich durchaus mit 8,6 Litern Super auskommen. Hat man allerdings Spaß mit seinem 6er Coupé wie wir mit unserem Testwagen, muss man auch mit einem Durchschnittsverbrauch von 13,7 Litern rechnen. Doch auch hier ist im Hinterkopf zu behalten: wer den Grundpreis eines „kleinen“ 6er Coupés berappen kann, hat auch das nötige Kleingeld für Versicherung und Sprit in der Tasche.
| Kriterien (je max. 10 Punkte) | BMW 640i Coupé |
|---|---|
| Gesamtergebnis (max. 50 Punkte) |
35 |
| Längs | 08 |
| Quer | 07 |
| Alltag | 07 |
| Geld | 04 |
| Wahre Werte | 09 |
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