Bertone Jaguar B99

Stil kann man (noch) nicht kaufen: Bertone Jaguar B99

Sollte Jaguar jemals einen Nachfolger für den relativ würde- und glücklosen X-Type bringen, wäre den Briten dringend angeraten, möglichst viel von dieser Studie einfließen zu lassen. Der Jaguar B99 von Bertone ist die Stil-Ikone des Genfer Auto Salons. ( , 04.03.2011)

Es lebe die klassische Form

Bei all den SUVs, Crossovers und Kompakt-Konzepten ist es um die klassische Mittelklasse-Limousine in den letzten Jahren fast ein bisschen still geworden. Sehr schade, wie wir finden, denn richtig gezeichnet bietet die Limousine den perfekten Mix aus Alltagstauglichkeit, Sportlichkeit und Eleganz. Wie sowas im Konkurrenzumfeld von Mercedes C-Klasse und BMW 3er optimaler Weise aussehen kann, zeigt jetzt die italienische Design-Schmiede Bertone auf dem Genfer Auto Salon mit dem Jaguar B99 Concept-Car.

Bertone Jaguar B99
Mit dem langen Radstand von 2,80 Meter, einem kurzen vorderen Überhang und einem langen Überhang hinten hat der B99 die klassischen Limousinen-Gene.

Elegant und äußerst bullig

Der auberginefarbene Traum ist bei einer Länge von 4,50 Meter stolze 1,95 Meter breit, aber nur 1,35 Meter hoch. So erscheint die Studie trotz ihrer eleganten Linienführung durch und durch muskulös und bullig. Mit dem langen Radstand von 2,80 Meter, einem kurzen vorderen Überhang und einem langen Überhang hinten hat der B99 die klassischen Limousinen-Gene. Eine B-Säule gibt es allerdings nicht, die Türen öffnen gegenläufig.Weitere Design-Highlights: Ultradünne Chrom-Flügel mit integrierter Kamera als Rückspiegel, die äußerst schlanken Scheinwerfer und Rückleuchten sowie der Jaguar als Kühlerfigur, der dank Bewegungs-Sensoren im Fall der Fälle in Sekunden-Bruchteilen elektronisch in der Motorhaube verschwindet.

Bertone Jaguar B99
So sitzen auch der Bildschirm für das Infotainment-System und die Lüftungsdüsen gut versteckt hinter dem holzverkleideten Armaturenbrett. Die Instrumente sitzen in vier Alu-Zylindern und verwandeln die analogen zweidimensionalen Ziffern beim Start der Motoren in hinterleuchtete 3-D-Skalen.

Im Innern herrscht Klarheit

Im Innenraum überzeugt der Jaguar B99 (B für Bertone, 99 für jedes Jahr der Firmenexistenz) eher durch das, was nicht da ist. Das mit Leder in zwei Brauntönen und verführerisch glänzendem Ebenholz ausgekleidete Interieur wirkt sehr luftig und wird in seiner Klarheit nicht durch störende Schalter oder Knöpfe unterbrochen. So sitzen auch der Bildschirm für das Infotainment-System und die Lüftungsdüsen gut versteckt hinter dem holzverkleideten Armaturenbrett. Die Instrumente sitzen in vier Alu-Zylindern und verwandeln die analogen zweidimensionalen Ziffern beim Start der Motoren in hinterleuchtete 3-D-Skalen.

Alternativer Power-Antrieb

Start der Motoren deshalb, weil das B99-Konzept von zwei Elektromotoren und einem Range Extender angetrieben wird. Die beiden E-Aggregate leisten jeweils 204 PS und sitzen an der Hinterachse. Dazu kommt ein 1,4-Liter-Motor mit 170 PS als Reichweitenverlängerer. Der Dreierpack hat einen System-Output von 570 PS und soll für bis zu 700 Kilometer Reichweite gut sein. Etwaige Fahrleistungsdaten offeriert Bertone für den Jaguar B99 leider nicht.

Bertone Jaguar B99 GT
Vom B99 zeigt Bertone auch gleich eine Rennversion. Der Jaguar B99 GT ist brachiale 2,5 Meter breit, 100 Millimeter tiefer als sein „ziviler“ Bruder und mit perfekt flachem Unterboden und wilden Spoilern ganz auf Aerodynamik getrimmt. Vier Elektromotoren und ein Range Extender mit insgesamt 980 PS und Allradantrieb sorgen für ausreichend Vortrieb. Foto by United Pictures

Die Rennversion gleich hinterher

Dafür schicken die Italiener ihrer neuen Stil-Ikone gleich ein fettes Race-Schlachtschiff hinterher. Der Jaguar B99 GT ist brachiale 2,5 Meter breit, 100 Millimeter tiefer als sein „ziviler“ Bruder und mit perfekt flachem Unterboden und wilden Spoilern ganz auf Aerodynamik getrimmt. Angetrieben wird der Rennwagen vom Setup der Limousine, allerdings aufgestockt durch zwei weitere Elektromotoren an der Vorderachse, die damit nicht nur für Allradantrieb, sondern auch für 980 Pferdchen Leistung sorgen.

Sei es nun die Straßen- oder die Rennversion, Bertone hat mit dem B99 ein Design-Kunstwerk erschaffen und Jaguar täte gut daran, sich ernsthaft mit einer Serienversion einer Mittelklasse-Limousine auseinanderzusetzten. Wenn sie dann noch möglichst wenig vom unglücklichen X-Type, dafür möglichst viel vom B99 hätte, wäre der Erfolg doch schon vorprogrammiert.

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